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Der Cöllnische Hügel spielt nun aber eine recht wichtige Rolle bei der Erklärung des Namens Cölln. Dem Greifswalder Professor Barthold war die Fidicinsche Karte zu Gesichte gekommen. Voller Freude schrieb er an Fidicin, daß seiner Meinung nach„, Cölln" soviel bedeutete wie ,, Hügel", und wenn auf der Stelle des alten Cölln wirklich ein Hügel gestanden hätte, dann wäre ihm das ein Beweis für die Richtigkeit seiner Deutung. Nach einem Besuche der fraglichen Stelle stiegen Barthold starke Zweifel auf, weil er keinen Hügel fand. Er sagt in seinem Schreiben:„, Kann Herr Fidicin den verlorenen Berg wieder ausfindig machen, wozu wir ihn mit wissenschaftlichem Eifer auffordern, so ist der Ursprung des Namens außer Zweifel." Lossen hat den Berg ausfindig gemacht, ohne von dem ganzen Streite wohl die geringste Ahnung zu haben, da er der Geschichte Berlins fremd gegenüberstand. Wenn Barthold recht hätte, wüßten wir heute mit Sicherheit, was der Name ,, Cölln" bedeutet. Mindestens aber ist die Erklärung Bartholds sehr gut gegründet. Der Ort selber spricht für sie, und vielleicht ist sie doch die beste( Clauswitz und Käber wollen den Namen wie viele vor ihnen von ,, colonia" ableiten). Die Häuser von Cöllnlagen in der Tatauf einem Hügel und nichtin einem Sumpfe. Welche Bedeutung die Lossensche Karte für die Berliner Geschichte hat, das möge man auch aus einem letzten Beispiele ersehen. Plac Auf dem Schleuenschen ,, Prospect des großen Friedrichs- Hospitals und Waisenhauses zu Berlin" aus der Mitte des 18. Jahrhunderts sieht man auf dem linken Spreeufer im Hintergrunde einen langgestreckten Hügel mit zwei Kuppen aufragen. Da diese Erhebung ganz verschwunden ist, würde es nicht leicht sein, eine Erklärung dafür zu finden. Die Lossensche Karte zeigt uns genau die Lage des Hügelrückens. Wenn Lossen auch bei der Einzeichnung der beiden Kuppen sicher ältere Darstellungen und Karten benutzt haben mag, so hat er doch ebenso sicher die ursprüngliche Lage und den Charakter der„ Düne" nachgeprüft. Daß der eben besprochene Dünenhügel für die Bebauung des linken Spreeufers mit seiner sumpfigen„ Bruchwiese" willkommene Sandmassen lieferte und auf diese Weise ganz verloren ging, läßt sich leicht erraten. Seine Richtung wird teilweise durch den Verlauf der Wassergasse, der heutigen Rungestraße bezeichnet, und die Brückenstraße lief zwischen den Kuppen gerade hindurch. Das Lossensche Werk ist eines der der vorzüglichsten Hilfsmittel zur Erforschung älteren Geschichte Berlins und verdient in der Tat, der Vergessenheit entrissen zu werden.
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Wenn es bei den Historikern bisher so wenig Beachtung fand, so liegt das daran, daß Lossen selber wie schon erwähnt die Geschichte Berlins wenig berücksichtigte, weil sie ihm nicht genügend bekannt war. So finden sich denn die historischen Hinweise. in seinem Buche nur vereinzelt und sehr zerstreut. Wer sie finden will, muß sich schon durch die sehr ausführlichen geologischen Auseinandersetzungen hindurcharbeiten. Diese selbst sind uns aber wieder besonders inter
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