Heft 
(1927) 36
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Kessel gestaltet, woselbst sich in der Mitte ein schmales Räumgen( Aus­flußröhre für den Teer) anfängt und nach dem Pechtroge verdeckt hin­ausgehet.") Der Teerofen hatte zwei Oeffnungen, eine unten, das so­genannte Kohlloch, und eine oben, das sogenannte Setzloch. Durch die beiden Oeffnungen wurde das kienige Holz in den Ofen gebracht. Man rechnete gewöhnlich zehn Fuder auf einen Ofen. Der ausgehauene Kien wurde so dicht als möglich, schichtweise und ordentlich in dem Ofen die beiden aufeinandergestellt, bis er ganz voll war. Dann wurden Löcher, das Kohl- und Setzloch, zugemauert. Um den Ofen herum war der Mantel oder eine tüchtige Brandmauer. In dem Raume zwischen Ofen und Mantel wurde Holz verbrannt, um den Ofen und seinen In­halt zu erhitzen. Das dazu erforderliche Brennholz wurde in den preu­Bischen Staatsforsten von Rechts wegen nur vom Windbruch genommen und nach einem gewissen Maße und Preise angewiesen. Für einen dem Joachim Grasnick wie oben erwähnt Brand wurde verabfolgt.

ein Schwammbaum gegen Bezahlung baumschwamm( Trametes Pini)

macht

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Der Kiefern­

das Holz rotfaul. Es Da rotfaules Holz als es nur als Brennholz

wird rötlich, löcherig und weißfleckig. Bauholz nicht verwendbar ist, kann benutzt werden. Der Teerschweler Christian Fielitz, der den Teerofen bei Grünheide von Trinitatis 1782 bis 1788 gepachtet hatte, erhielt für jeden Brand zwei Klaftern Kienholz unentgeltlich. Für den Teerofen Lienewitz bei Potsdam mußte der Teerschweler Voigt die Schweel­bäume" nach der Taxe bezahlen.

Ein Brand dauerte etwa 48 Stunden. Aus dem Ofen floß durch das Räumgen zuerst das Harz, aus welchem das Kienöl so klar wie Brannt­wein in kupfernen Blasen geläutert wurde. Später kam Teer oder Wagen­schmiere, aus der in einem Kessel von solchen Teerbrennern, die das Pechsieden verstanden, Pech hergestellt wurde. Je härter das Pech war, desto höher wurde es bewertet. Das harte, schwarze Pech, welches, wenn daran geschlagen wurde, wie Glas zersprang, brauchte man zum Verpichen der Schiffe und hieß daher auch Schiffspech. Mit dem Schiffspech kam das Schusterpech überein. Beiden wurde eine an­ziehende Kraft zugeschrieben, deshalb wurde das Pech zu Pflastern verwendet. Da das Pech in Tonnen gegossen und so versandt wurde, nannte man es auch Tonnenpech. Aus einem Ofen bekam man gewöhn­lich 5-6 Tonnen hartes Pech. Viel Tonnenpech ging nach Hamburg zum Schiffbau. Für den Versand des Tonnenpeches war es für den Teerofen bei der Müggel von großem Vorteil, daß er an einem ,, navi­gablen strohme" lag.

War der Ofen abgekühlt, dann wurde das Kohlloch geöffnet. Aus den zehn Fuder Holz, mit denen der Ofen gefüllt worden war, hatten sich 4-5 Fuder Holzkohle gebildet, die durch das Kohlloch aus dem Ofen entfernt und an Schlosser und Schmiede verkauft wurden.

,, Bei solchen Pechöfen gehöret sich auch billig vor den Brennmann ein Haus, Garten, Wohnung und Stall, etwas Vieh zu halten, sonst muß 5) Grosses Vollständiges Universal- Lexikon. 27. Band. Leipzig 1741.

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