Heft 
(1927) 36
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nicht abgegebener Praestanda verlustig gemachet, aus Neid oder von anderen ruchlosen Vagabunden durch in den ausgehauenen Kien oder gar in den Ofen praktiziertes Schießpulver.

Im Jahre 1774 wurde der Teerofen bei der Müggel öffentlich verpachtet, jedoch niemand wollte den Ofen haben. Daher ließ man den alten Pächter Joachim Grasnick holen. Dieser erklärte, da es an Kien fehle, könne er sich nicht verpflichten, dreimal im Jahre zu brennen. Im Jahre 1784 bemerkte die preußische Regierung, daß seit 1778 nichts von dem Teerofen bei der Müggel eingekommen war. Die Angelegenheit wurde untersucht. Zu dem Ergebnis der Untersuchung bemerkte der X Forstmeister v. Kropff: Wo keine Kienstubben mehr vorhanden, kann freilich keine Theer Schweelerey mehr subsistieren.

einem sehr Die Wälder unserer Heimat waren in jener Zeit in schlechten Zustande, weil zu stark und planlos geholzt und für den Auf­wuchs von jungen Bäumen fast gar nicht gesorgt wurde. Ueberall in den Wäldern weidete Vieh, das die jungen Bäumchen beschädigte oder gar vernichtete. Recht anschaulich wird die Waldwirtschaft jener Zeit mit folgenden Worten gekennzeichnet: Unsere Heiden sind so aus­gelöckert, an jedem Baum stehet beinahe ein Mensch mit der Axt, auf jede 10 Schritte ein Schaf, eine Kuh oder ein Pferd³).

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Da es wenig Holz gab, wurde es immer teurer. In Berlin bestand seit 1766 die Brennholz- Compagnie. Jeder Einwohner Berlins und Pots­dams mußte seinen Brennholzbedarf bei der Brennholz- Compagnie kaufen. Die Privatforsten der Kurmark waren verpflichtet, Brennholz- Compagnie eine bestimmte Menge Holz zu einem festgesetz­ten Preise zu liefern. Die Compagnie verkaufte es dann ziemlich doppelt so hoch weiter). Im Jahre 1785 trat die Königl. Brennholz- Administration an die Stelle der Brennholz- Compagnie. Jetzt konnte jeder gegen Ent­richtung einer bestimmten Accise seinen Brennholzbedarf selbst besor­gen. Mit beiden Unternehmungen waren die Berliner sehr wenig zu­frieden.

Da das Brennholz knapp und teuer war, gab es in Berlin eine Ge­sellschaft der Holzsparkunst. Diese gab im Oktober 1784 ein kleines Heft­chen über den Nutzen der Holzsparöfen heraus, in dem es heißt: Ein Freund unserer Gesellschaft, der Kaufmann Herr Heyl, hat in seinem Hause an der Leipziger und Charlottenstraße- Ecke eine Wohnung un­entgeltlich eingeräumt, woselbst Holzsparöfen verschiedener Art gesetzt worden und geheizt werden. Diese werden für den bescheide­nen Liebhaber von 8 Uhr morgens bis abends um 7 Uhr offen sein, um daselbst ihre Beobachtungen anzustellen; Wage, Gewichte und Holz, in­gleichen ein Thermometer für den Beobachter wird man dort finden."

Der Polizeistaat jener Zeit griff auch mit allerlei Verordnungen ein, damit Holz gespart würde. So sollten z. B. nicht zu jeder Bauernhoch­7) C. F. K. Geschichte der Churmärkischen Forsten und deren Bewirt­schaftung nebst einer Anleitung, wie sie hätten behandelt werden müssen. Berlin 1789.

8) Pfeil, Die Forstgeschichte Preußens. S. 169.

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