Heft 
(1927) 36
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schen Hauses und enthält viele Nachbildungen und Originale antiker und speziell pompejanischer Fundstücke; Schloß Charlottenhof, das vorher entstand, birgt zahlreiche römische Altertümer resp. Kopien, so u. a. 3 Bronzegeräte aus Pompeji und 21 Miniaturkopien pompejanischer Wandgemälde( vergl. Berghaus, Inventar der Kunstdenkmäler der Pro­vinz Brandenburg, S. 677-679). Sollte dann eine Renaissancevilla Vor­bild für die Gesamtanlage des Schlößchens gewesen sein? Man müßte doch eher ein antikes Vorbild annehmen.

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Nun war zur Zeit der Entstehung des Schlößchens eine einzige Villa in Pompeji vollständig ausgegraben, die sogenannte Villa suburbana des Arrius Diomedes( vergl. über sie Overbeck, Pompeji, S. 369-376; Engelmann, Neuer Führer durch Pompeji S. 93/96; Ippel, Pompeji, Seite 92/93). Sie ist das Vorbild gewesen; von ihr ist worden. Von manches unverändert übernommen rührt der dreifenstrige apsisartige Ausbau an der Nordseite Schlößchens her; an Bührings Vorwerk, aus dem durch Umbau Char­lottenhof entstanden ist, war der Ausbau nicht vorhanden( vergl. Kuh­low, S. 8 und Tafel II, Fig. 2). An der Villa des Diomedes, von der der vordere, zur Straße schiefwinklig gelegene Teil mit seinen Wirtschafts­räumen bis zum Säulenhof 3 für die Anlehnung nicht in Betracht kam, entspricht der Apsis genau das im Halbkreis vorgebaute dreifenstrige Schlafzimmer 14 auf dem Plan bei Overbeck S. 370. Von der Apsis des Schlößchens bietet sich eine wundervolle Aussicht auf das Neue Palais, den tiefer gelegenen Park und die römischen Bäder; vom apsisartig aus­gebauten Schlafzimmer der Villa blickt man ebenfalls auf den tiefer ge­legenen Garien, dahinter auf die Küste und das Meer. Beide Räume sind also um der Aussicht willen geschaffen.

Noch auffälliger sind die Uebereinstimmungen an den Gärten beider Bauten. Beide sind genau rechteckig; beide weisen pfeilergetragene, bedeckte Gänge auf, die sie begrenzen, den der Villa auf drei Seiten, den des Schlößchens auf einer Seite. Am Schlößchen stellt aber nach Schin­kelscher Weise gegenüber dem Pfeilergang eine geneigte Rasenfläche mit Teppichbeet in der Mitte die Verbindung mit dem Park her; die Folge war, daß auch zwischen der Rasenfäche und dem Arkadengang ein harmonischer Uebergang nötig wurde, da sonst die Rasenfläche vom Auge als Lücke empfunden worden wäre. Den Uebergang bildet die einfache Mauer der Südseite mit der halbkreisförmigen Bank in der Mitte, die wohl der von sechs Säulen getragenen Laube an der Rück­seite der pompejanischen Villa entspricht. In der Mitte beider Gärten steigt ein Springbrunnen empor( vergl. Overbeck S. 370, Plan 3).

So ahmt auch an Charlottenhof Schinkel das antike Vorbild nicht sklavisch nach; er gestaltet es so um, daß es sich harmonisch der Um­gebung einfügt. In dieser Verbindung des Bauwerks mit der umgebenden Landschaft kommt Charlottenhof nur ein Werk von Schinkel gleich, das Kasino im Parke von Glienicke( s. Stahl, Potsdam, S. 167).

Prof. A. Langhammer.

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