Heft 
(1927) 36
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zu tun. Dagegen spricht schon ihre Anbringung an den senkrechten Flächen( Oeffnung nach außen) und ihre reihenförmige Anordnung an natürlich vorgebildeten Spaltflächen. Sie dienten vielmehr zum Spalten der Steine, es werden trockene Holzpflöcke hineingekeilt, die dann ge­näẞt wurden und durch ihre Quellung den Stein sprengten. Bei einigen Steinen, z. B. bei Rosengarten bei Frankfurt a. Oder, wo die Sprengung nicht immer vollständig gelang, ist das deutlich zu sehen. Bisweilen sind auch diese Näpfchen" durch Rinnen untereinander verbunden, die aber ganz anderer Art sind, als die am ,, Gehauenen Stein".

Daß der Name Teufelsstein" mit sakralen Dingen etwas zu tun hat, glaube ich im allgemeinen nicht. Der Name rührt wohl daher, daß das Volk sich das Vorkommen großer Steinblöcke inmitten der sandigen Umgebung nicht anders als durch übernatürliche Kräfte erklären konnte. Häufig heißen die Steine..Riesensteine" aus demselben Grunde. In beiden Fällen knüpfen sich fast stets Sagen an, nach denen der Teufel oder ein Riese aus Rache den Stein geworfen hat, ohne sein Ziel zu treffen. W. Wetekamp, Geh. Studienrat.

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Wer durch Falkenrehd e, Kr. Osthavelland, wandert, findet am Südende des Dorfes in der Nähe des Gasthofes von Konrad an einem Hause über dem Hauseingang eine Holztafel, auf welcher für den im Hause herrschenden Geist folgendes Zeugnis abgelegt wird:

Nicht großer Glanz und Pracht der Zeit, Nein, frommer Sinn und Einfachheit Und Freundschaft, Treu' und Redlichkeit Soll hier regieren allezeit.

Neue Bücher.

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Prof. Dr. Walter Schulz: Die germanische Familie in der Vorzeit. Mit 26 Abb. Vorzeit Bd. 3. 3,50 M. Staat und Ge­sellschaft in germanischer Vorzeit. Mit 30 Abb. und zwei Karten. Vorzeit Bd. 4. 3,50 M. Verlag von Kurt Kabitzsch, Leipzig 1925 und 1926.

Die Urgeschichte hat es zum größten Teil mit den Resten der ma­teriellen Kultur unserer Vorfahren zu tun. Das hat bei vielen Betrach­tern die Vorstellung erweckt, als handele es sich letzten Endes nur um Scherben und alte Töpfe, denen sie dann verächtlich den Rücken gekehrt haben. Diese falsche Vorstellung von der Urgeschichte kann nur da­durch beseitigt werden, daß gezeigt wird, es handelt sich bei der Er­forschung der menschlichen Urzustände um die Aufhellung einer lebendi­gen Kulturgeschichte, die dadurch noch von besonderer Wichtigkeit für uns wird, daß wir es dabei mit den Zuständen und der Entwicklung un­serer eigenen Väter zu tun haben. Die Ergebnisse der germanistischen Forschung und besonders das Gebiet der Volkskunde werden dabei der

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