Heft 
(1927) 36
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beginnen. An diesen Auszügen wie auch an einigen Kirchenbuchauszügen sieht man, daß sich der Plan seiner Arbeit im Laufe der Arbeit selbst erweitert hat. Bringen die ersten Auszüge nur das Allernotwendigste. so ergänzt er sie beim nächsten Mal. Infolgedessen sind Wieder­holungen nicht selten.

Die Kirchenbücher sind uns auf diese Weise fast vollständig erhal­ten. Allerdings werden nur die älteren Ruppiner Geschlechter, die Rats­familien und sonstige Standespersonen" berücksichtigt. Der Hauptteil steht im zweiten Teile, und zwar über folgende Jahre: Die Taufbücher von Michaelis 1555 an bis 1699. Es waren fünf Folianten. Die Copu­lationsbücher beginnen auch mit dem Jahre 1555 und reichen bis 1697. Dreimal macht Feldmann Auszüge aus diesem Buch und bringt auch hier Verschiedenes dabei doppelt. Die Sterbebücher reichen von 1576 bis 1623. Die Kirchenbücher von 1700 bis 1769, die beim Brande nicht ver­nichtet sind, stehen am Schluß des ersten Bandes der Chronik. Ebenso macht er aus dem Kirchenbuch der reformierten Gemeinde, das jetzt noch in der Küsterei vorhanden ist, Auszüge. Im Zusammenhang mit den Kirchenbuchauszügen wird eine Liste der Pfarrer von Neuruppin und der Mutterkirche Wuthenow gebracht.

Aber nicht nur Dinge, die die Stadt Ruppin betreffen, erregen seinen Sammeleifer, sondern auch andere. Die vermutliche Stammtafel der Grafen von Arenheim, Lindow und Ruppin", sowie der Katalog der Havelberger Bischöfe, aber selbst die Lebensbeschreibung Karls des Großen, die zwischen Leichenpredigten eingeschoben ist, ist ihm für die Geschichte Ruppins wichtig, so daß er aus ihr einen Auszug macht. Die Flüsse und Seen der Grafschaft werden beschrieben und die Namen zu erklären versucht. Für den Mineralogen Feldmann ist es demnach eine Selbstverständlichkeit, daß er die ,, Mineralia Ruppinensia" beschreibt.

Wir kommen zu einer anderen Gruppe in der Chronik, den Aus­zügen aus gedruckten Büchern und Zeitungen. Feldmann muß ein außer­ordentlich belesener Mann gewesen sein. In Werken, die mit der Ge­gend überhaupt nichts zu tun haben, findet er plötzlich eine Nachricht über Ruppin oder eine Ruppiner Familie. Fugs wird die Stelle abge­schrieben. Wir sehen also, daß der Inhalt des zweiten Bandes außer­ordentlich reichhaltig ist, der sich so schnell nicht völlig ausschöpfen läßt.

Wie ich schon zu Beginn bemerkte, umfaßt der erste Teil kein großes Gebiet. Es sind in der Hauptsache die Akten der Mönchszelle d. h. der Kirche und des Rathauses. Urkunden und Akten, schön gebun­den oder einzelne lose Blätter, für die älteste Geschichte der Bevölke­rung der Stadt von großer Wichtigkeit. Da uns auch ein ziemlich alter Pan der Stadt erhalten ist, so können wir z. B., durch Vergleich mit anderen Registern, aus einem alten Register vom Jahre 1365, das zwei­mal vorhanden ist und die Straßen und die Bewohner der einzelnen Häuser angibt, ungefähr bestimmen, wo damals die Straßen lagen und die Fa­milien gewohnt haben. Andere Register und Restantenlisten zeigen uns die pünktlichen und die säumigen Zahler.

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