Heft 
(1927) 36
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Wohnplatzfunde

der mittleren Steinzeit aus dem Rhinluch bei Flatow( Kreis Osthavelland).

Mit 101 Abbildungen auf 5 Tafeln.

Sämtliche Abbildungen etwa 5% natürlicher Größe.

Von Carl Umbreit, Lehrer, Berlin- Cöpenick.

Während der Oktoberferien 1925 wurde ich von einem Kollegen nach Flatow ins Havelland gebeten, weil dort beim Ackern dunkle Stellen den Verdacht erweckt hatten. es könnte dort eine vorgeschichtliche Sied­lung gelegen haben. Die nähere Besichtigung ergab zwar für diesen Platz keinerlei greifbare Spuren, doch wollte ich die Gelegenheit meines Aufenthaltes benutzen, um in der Gegend selbständig nach verdächtigen Stellen zu suchen. Auf Grundlage der siedlungsarchäologischen Gesetze, die wir im Seminar Herrn Dr. Kiekebuschs so oft erprobt und be­währt gefunden haben, machte ich mich auf den Weg. Flatow liegt am südöstlichen Ende des Ländchens Bellin, da wo die alte Hamburger Post­straße den Krämerwald verläßt, um über Linum nach Fehrbellin zu führen. Schon. die Erwähnung des letzten Namens muß jedem in Er­innerung bringen, daß wir dort auf geschichtlich interessantem Boden stehen. Der Kremmer Damm im Osten, das Ländchen Bellin im Westen waren eben die einzigen gangbaren Verbindungen zwischen dem Rup­piner und dem Havellande, zwei Gebieten, die in der Geschichte wie schon in der Vorzeit wertvolle und reichbesiedelte Landschaften dar­stellen. Hier mußten sich, das erschien mir zwangsläufig, zahlreiche Siedlungsspuren nachweisen lassen. Bisher ist gerade diese Gegend von Prähistorikern so gut wie nicht besucht worden, wenn wir nicht an das nahegelegene Börnicke und Kremmen denken. Wohl aber haben die dortigen Bauern die Augen aufgemacht und als nachdenkliche Leute manches beobachtet. In der Nähe des Flatower Sees fand sich ein durchbohrtes Steinbeil. Vieles ist natürlich verloren gegangen. Doch be­sitze ich weiter vom Gehrenberge bei Flatow einen wundervollen Feuer­steindolch mit quadratischem Griffe. Das waren Zeugnisse genug, die mein Suchen rechtfertigten.

Mein Hauptaugenmerk richtete ich zunächst auf den Luchrand. An Hand des Meßtischblattes suchte ich nach Stellen, die einer Siedlung natürlichen Schutz bieten konnten, also insel- oder halbinselartig ins Sumpfgelände vorspringen. Ein Dünenzug bei Dorotheenhof, leicht an­