Heft 
(1927) 36
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Sümpfen damit verbunden"); doch führt es Lexer in seinem Mittelhoch­deutschen Wörterbuch auch in einer Ausweitung auf Land und Feld an. Für Brandenburg zeigt das Wort keine künstliche Bildung an, sondern es weist auf die natürliche Beschaffenheit des Geländes hin, wie sie die Einwanderer einst vorgefunden hatten. Das Wort in diesem Sinne scheint nur in Nieder- und in seinen nördlichen Grenzgebieten in Mittel­deutschland bekannt zu sein; aus Oberdeutschland ist mir kein Beispiel bekannt geworden. In Brandenburg finden wir es besonders in den Fluß­gebieten der Spree und Havel. Außerhalb der Provinz drängen sich die Wallnamen in drei Gebieten: der Koschneiderei, in Ostfriesland und in der Goldenen Aue auffallend zusammen. Die Bewohner der ersteren stammen aus Hinterpommern; ihre unmittelbaren Vorfahren dürften aus Niedersachsen eingewandert sein. Die Ostfriesen sind seit altersher bo­denständig, und in der Goldenen Aue sind nachweislich zahlreiche Nieder­länder eingewandert. Wenn es auch zu weit gehen würde, auf Grund dieses Tatbestandes auf die besondere Herkunft der märkischen Kolo­nisten einen Schluß zu ziehen, so beweist das Sprachdenkmal doch den großen Einfluß, den einst die niedersächsischen und holländischen Kolo­nisten ausgeübt haben; es beweist ferner, daß im 12. Jahrhundert das Sprachgefühl recht lebhaft war und mit dem Worte Wall noch nicht einen konkreten technischen Begriff verband. Robert Mielke.

Ein ,, Konnersreuth" in der Mark.

Von Dr. jur. Hans- Alfred Littauer.

Die Geschehnisse in Konnersreuth, man mag zu ihnen stehen wie man will, haben jedenfalls das Interesse wohl jedes Gebildeten in Deutsch­land und auch über seine Grenzen hinaus, erregt. Da ist es denn viel­leicht ganz angebracht, in diesen Blättern einmal an ein Vorkommnis zu erinnern, das sich vor über 300 Jahren in unserer Mark zugetragen hat. und das in seinem Beginn und vor allem im Punkte der Nahrungsenthal­tung über lange Zeiträume überraschende Parallelen zu Konnersreuth auf­weist. Nun wissen wir aber von dem damaligen im Gegensatz zum heu­tigen Geschehen den Ausgang, und außerdem wird uns auch eine Erklä­rung des Ganzen überliefert, die zumindest höchst eigenartig und inter­essant ist. Und zu guter Letzt ist der Stil, in dem die Beschreibung unseres märkischen Falles ,, Konnersreuth" gehalten ist, für denjenigen, der nicht oft Bücher dieser Zeit in die Hände bekommt, höchst originell und er­götzlich zu lesen. Daher glauben wir denn ganz im Sinne unserer Zeit­schrift zu handeln, wenn wir besagte Historie hier wiedergeben. Sie findet sich bei dem bekannten märkischen Chronisten M. Andreas An­gelus( Engel) Struthiomontanus( aus Strausberg) in seinem nur noch in wenigen Exemplaren vorhandenen, 1598 in Frankfurt a. O. erschienenen

6) Nach Ztschr. f. Schlesw.- holst. Geschichte XXXVIII 1908 S. 204 gilt es allerdings auch als eine allgemeine Bezeichnung für eine künstliche Erhöhung.

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