Kleine Mitteilungen.
93
Zum Aufsatz über Michael Kohlhas-Dramen. (Monatsblatt XXIV. 1915 S. 1 ff.).
In diesem Zusammenhänge verdient auch mit genannt zu werden die französische Übersetzung der Kleist’schen Novelle, die 1859 im 6. und 7. Bande der Revue Germanique erschienen ist.
Zu dem Drama von A. v. Maltitz ist folgende Notiz nicht ohne Interesse: „(Abendzeitung 1837, Nr. 143/4 C. v. Wachsmann: G. Aug. v. Maltitz.): Kleists Erzählung hatte ihn elektrisiert. Sein lebendiges Gefühl für Recht und Unrecht, seine Liebe zu Tieren, sein Abscheu gegen Tierquälerei hatte ihm das Sujet höchst anziehend gemacht. Wir sehen deshalb auch im Kohl- has, wie der Held des Stückes die tote Frau, das Schaffot, den im Gefängnis anwesenden Markgrafen, kurz alles um sich her vergißt, um sich an dem Anblicke des die Pferde striegelnden Junkers zu laben, und wie die beiden Mähren eigentlich der Punkt sind, um den sich alles dreht, dem alles .aufgeopfert wird. Wie oft habe ich mich still gefreut, wenn Maltitz von der grandiosen Aufführung des Kohlhas in Berlin, von dem Furore, den diese gemacht habe, erzählte, wie er dann den Schloßbrand, den Sturm, das Zusammenstürzen, ganz ähnlich dem Untergange von Sodom und Gomorra, nur noch großartiger, schilderte, wie er dann den rächenden Pferdehändler auf den Ruinen erscheinen und dessen Donnerworte ertönen ließ.“
Zu der Dramatisierung von Herrn. Riotte ist noch folgendes hinzuzufügen: „In der Verleger-Ankündigung des Stückes hieß es (Neue Zeit, Wochenschrift für deutsches Theater und Urheberrecht, 1. Oktober 1886. Nr. 1, S. 363): Die Gestalt des großen Reformators tritt in dieser neuen Gestalt des früher schon gern gesehenen Stückes als Träger des zweiten Aktes mit in den Vordergrund, während der frühere große Lutherakt als vierter des neuen Stückes ganz beibehalten und nur durch kräftigeres Hervorheben der Haupthandlung und der Wirkungen am Schluß gesteigert ist. Die ganze Neu-Anlage des Trauerspieles verleiht ihm eine ruhige, logisch scharf gegliederte Exposition und Motivierung, in der auch die schöne Gestalt des Kusfürsten Joachim zu höherem Rechte gelangt.“
Unerreichbar war mir: „Wilhelm Herchenbach: Hans Kohlhase oder Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr. Eine wahre
Geschichte. Dem Volke erzählt. Mülheim a. d. R. 1866.“-Ebenso ist
es mir selbst mit Hülfe des Auskunftsbureaus der deutschen Bibliotheken nicht gelungen, das nachfolgend genannte Stück festzustellen (zitiert in Neue Zeit, Wochenschrift für deutsches Theater und Urheberrecht. 6. September 1888): Michael Kohlhas: Geschichtliches Drama aus dem 16. Jahrhundert in vier Aufzügen nach H. v. Kleist bearbeitet von M. Nikolaus.
Paul Alfred Merbach.
Baitz. Vor mehr als einem Jahre wurde zwischen Brück und Belzig der neue Eisenbahnhaltepunkt Baitz eröffnet. Doch nur kurze Zeit konnten die Reisenden diesen Ortsnamen hören; jetzt rufen die Schaffner an der Haltestelle den Namen Batz aus. Ursache war eine Eingabe der Einwohner des, etwa einen Kilometer von der Bahn entfernt gelegenen Dorfes an die Eisenbahndirektion, in der sie mit Erfolg darauf hinwiesen, daß sie als Nächstbe-