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der heimischen Altertumskunde ernstlich in Angriff genommen worden. Da schon in dem jetzt maßgebenden Lehrplan die Behandlung vorgeschichtlicher Funde gefordert wird, so veranstaltete die Schuldeputation auf Antrag der Heimatkundlichen Vereinigung des Berliner Lehrervereins seit 1915 eine Reihe von Lehrgängen zur„ Einführung in die heimische Altertumskunde". Diese von mir geleiteten Kurse fanden unter so überaus starkem Zudrange statt, daß sie mehrfach wiederholt werden mußten. Ein gewisser Abschluß ergab sich erst 1917 durch meinen Eintritt ins Heer. Die höheren Schulen blieben nicht zurück. Im Rahmen der ,, Veranstaltungen der Stadt Berlin zur Förderung des naturkundlichen Unterrichts" wurden Lehrgänge für Oberlehrer geschaffen, die sich ebenfalls eines lebhaften Zuspruches erfreuten. Der erste Kursus wnrde 1914 begonnen; der letzte, den ich im Sommer 1919 leitete, beschäftigte sich schon mit einer Spezialfrage, mit den„, Grundlagen der vorgeschichtlichen Chronologie". Alle Lehrgänge für Lehrer und Oberlehrer bestanden aus Vorträgen, Führungen im Märk. Museum, Besichtigungen vorgeschichtlicher Fund- und Ausgrabungsplätze und aus Lehrausflügen. Erdgeschichtliche Bildungen der Umgebung Berlins wurden in ausgibigstem Maße berücksichtigt. Die Wirkung dieser Arbeiten ist nicht ausgeblieben. Zahlreiche Schulklassen aus Gemeindeschulen und höheren Anstalten besuchen auch die vorgeschichtliche Abteilung des Märkischen Museums und werden nun zumeist schon gut geführt. Große Anziehungskraft üben die Ergebnisse der Ausgrabungen des bronzezeitlichen Dorfes von Buch bei Berlin aus. Hier war ja gezeigt worden, welche Aufschlüsse ein Fundplatz aus vorgeschichtlicher Zeit auch in der Nähe Berlins bieten kann, wenn er gründlich erforscht wird, So ist das Märkische Museum durch seine Tätigkeit ein Ausgangspunkt zur Belebung und Umgestaltung des heimatkundlichen Unterrichts geworden¹). Mit dem Märkischen Museum ist unsere Gesellschaft für Heimatkunde eng verbunden.
I. Gesellschaft für Heimatkunde.
Ihre Aufgabe ist es jetzt, wie ich bereits im Geleitwort zu diesem Jahrgange( S. 1) gesagt habe, den Sinn für Heimatpflege in das letzte märkische Dorf zu tragen. Da soll sie anregen und befruchten. Gegenliebe wird sie finden schon bei jedem Lehrer, der sich in Zukunft von Amts wegen gründlich mit Heimatkunde beschäftigen muß. Die„ Brandenburgia" hat die Pflicht, noch in ganz anderer Weise als bisher Mittelpunkt für alle Bestrebungen zu werden, die sich in den Dienst des Heimatgedankens stellen. Anregend und belehrend muß die Gesellschaft wirken. Grundlage der wahrhaft fördernden Lehre kann
1) Im Dienste des Heimatgedankens stehen auch die„ Siedlungsarchäologischen Uebungen und Studien im Märkischen Museum. Vgl. meine Bemerkungen„ Zur Einführung" ( Monatsblatt XXIV 1915 S. 117-120) und zu den„ Jahresberichten"( Monatsblatt XXV 1916 S. 73-75 und XXVII/ XXVIII S. 36-38).