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nur die Forschung sein. Jeder Lernende will heute zu den Quellen geführt werden.
So bedarf es der Mitarbeiter, die, von echtem Forschergeist beseelt, vordringen zu neuer Erkenntnis, dadurch die Wissenschaft fördern und zugleich andere teilnehmen lassen an ihrer Forscherarbeit und Forscherfreude. Forschung und Lehre müssen auch hier untrennbar miteinander verbunden sein.
1. In ihren Vorträgen muß die Gesellschaft für Heimatkunde mit aller Willensstärke darauf halten, daß in erster Linie Selbsterforschtes Selbsterarbeitetes, Selbstbeobachtetes an die Hörer herangebracht wird. Nicht alte, abgedroschene Weisheit soll in unseren Sitzungen verzapft werden. Nur, wer wirklich etwas zu sagen hat und es auch versteht, alten Wein in neue Schläuche zu füllen, soll zu Worte kommen. Dabei werden wir nicht verlangen, daß endgültige Wahrheit verkündet wird. Die Wahrheit ist- nach dem schönen Lessingschen Wort- nicht für uns. Jeder soll uns willkommen sein, der uns auch nur einen einzigen Schritt der Wahrheit näher bringt.
2. Die Heimatfreunde sollen durch unsere Gesellschaft Gelegenheit erhalten ,, nach und nach alles kennen zu lernen, was es auf heimatlichem Boden an lehrreichen Unternehmungen auf dem Gebiete der Technik, der Verwaltung, der Kunst gibt. Zu den Besichtigungen großer Betriebe kommen solche von Kunstausstellungen, von Museen und Sammlungen in Berlin und der ganzen Mark.
3. Vor allem ist es darauf abgesehen, die Schätze unseres Heimatmuseums, des Märkischen Museums, gründlich zu studieren. Darum sind wir seit kurzem an der Arbeit, unseren Mitgliedern das Verständnis für die reichhaltigen Sammlungen zu erschließen. Jedem einzelnen Saale soll eine ausführliche Besprechung gewidmet werden. Es kommt auch dabei auf wissenschaftliche Gründlichkeit an. Naturgemäß ist die Zahl der Besucher dieser Führungen nicht sehr groß, weil die Zeiten nicht immer günstig gewählt werden können. Umsomehr dürften die wenigen sehen und hören. In nächster Zeit sollen nach Möglichkeit auch Sonntagsführungen veranstaltet werden.
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4. Jeder Märker muß mit seiner Heimat vertraut sein. Was an landschaftlicher Schönheit, an erdgeschichtlichen Bildungen, an Bau- und Kunstdenkmälern vorhanden ist, das soll er erfassen und lieben lernen. Alle Städte, eigenartige Dörfer, Klöster, Schlösser und Burgen alles soll besucht und in den Kreis eingehender Betrachtung gezogen werden. Wo das Märkische Museum oder ein anderes Institut Ausgrabungen veranstaltet, wird die Gesellschaft ihre Mitglieder versammeln, um so gemeinsam den Spuren der Vorzeit nachzugehen und über die neuesten Methoden der Wissenschaft auf dem Laufenden zu bleiben.