Heft 
(1910) 18
Seite
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Bücherbesprechungen.

größere Mannigfaltigkeit wieder aufgewogen wird. Wenn daher Bestimmungs- Übungen mit dem richtigen didaktischen Geschick vorgenommen werden, so bilden sie sicher ein wichtiges Ilülfsmittel für den botanischen Unterricht. Jedenfalls aber, und dieser Punkt scheint mir sehr wichtig, sind sie die Unter­lage für spätere eigene Tätigkeit.

Das vorliegende Buch ist nun sehr praktisch eingerichtet, indem es alle schwierigeren Merkmale, besonders solche, die nur mit dem Mikroskop fest­zustellen sind, vermeidet und dafür eine große Auswahl in leicht auffindbaren bietet. Es geht aus von den drei Hauptgruppen: 1) den Land- und Sumpf- kräutem und den Staudengewächsen, 2) den echten Wasserpflanzen und 3) den Holzgewächsen. Die erste Abteilung ist natürlich die umfangreichste und führt allein zu den beiden Hauptgruppen, den Sporenpflanzen und den Samenpflanzen, während die beiden anderen direkt zu den Gattungen und Arten hinleiten.

Was nun die Auswahl der aufgeführten Pflanzen betrifft, so beschränkt sich der Verfasser nicht auf einige wenige Arten, sondern bringt überall eine größere Anzahl z. B. von Kubus, dem Brombeerstrauch, 11, von der Spiraea, der Spierstaude, 13 und von Carex, der Segge, 42 Arten. Dieser Entschluß ist nur zu billigen, weil der Verfasser auch die Zierpflanzen auf­genommen hat und weil eine Bestimmung nur befriedigt, wenn sie zu einem sicheren Resultat führt.

Das Buch eignet sich nun aber nicht bloß für Schüler, sondern auch für jeden Liebhaber der Pflanzenwelt; einem Neuling, der also ohne Anleitung an die Bestimmung von Pflanzen herantritt, ist zu empfehlen, sich den Gang erst an einigen ihm bekannten Pflanzen einzuüben, damit er lernt, wie er sich zu verhalten hat, wenn er den richtigen Wegweiser übersehen hat, er findet dann nämlich in den eingeklammerten Zahlen die nötigen Hülfen, die ihn wieder schnell zum Ausgangspunkt zurückführen. Weil das Bestimmen der Pflanzen von den Liebhabern meistens zur Blütezeit vorgenommen wird, so hat der Verfasser nun versucht, meines Wissens zum ersten Mal, konsequent vorzugehen und hat oft unwesentliche, ja selbst veränderliche Merkmale herangezogen, welche sich in dieser Zeit finden, weshalb auch viele Gattungen wiederholt aufgeführt wurden. Dieser Versuch findet erhebliche Schwierigkeiten, weil zahlreiche Gattungen sich nur durch Fruchtmerkmale unterscheiden. Der Verfasser kommt aber dem Benutzer des Buches noch weiter entgegen; bei den Weiden hat er z. B. drei Tabellen eingeschaltet, eine für die Staub­gefäßkätzchen, eine zweite für die Stempelkätzchen und eine dritte cndli h für die Blätter.

Weil das Format des Buches sehr handlich ist, schmales Oktav, und das Papier sehr dünn aber trotzdem sehr haltbar ist, so läßt es sich bei Exkursionen in der Tasche mitführen, und es können die Bestimmungen gleich an Ort und Stelle vorgenommen werden. Zache.

Für die Redaktion: Dr. Eduard Zache, Cüstriner Platz 9. Die Einsender haben den sachlichen Inhalt ihrer Mitteilungen zu vertreten.

Druck von P. Stankiewicz' Buchdruckerei, Berlin, Bemburgerstr. 14.