Kleine Mitteilungen.
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Auf dem ehemaligen Friedhof der vereinigten Johannis-, Garnison- und katholischen Gemeinden in der Neundorfer Straße zu Spandau ist unlllngst das Grab eines während des dänischen Feldzuges als Kriegsgefangener hier verstorbenen dänischen Soldaten wiederhergestellt und die Grabinschrift erneuert worden. Letztere lautet:
Pauli Brev til Röm. 15 v. 33 Her under hviler Stövet af Dansk Soldat Peter Petersen
Dod i Spandau d. 30. April 1864 Fredme'. dit Stöv.
(Pauli Brief an die Römer 15 v. 33. Hierunter ruhen die Gebeine des dänischen Soldaten Peter Petersen, gest. in Spandau 30. April 1864.
Ruhe seiner Asche.)
Von dem im Jahre 1866 hier in Kriegsgefangenschaft gewesenen österreichischen Offizieren und Soldaten, deren doch gewiß manche hier verstorben und bestattet sind, ist kein Grabdenkmal vorhanden.
Dahingegen liegen an gemeinsamer Stelle von den hier im Jahre 1870)71 interniert gewesenen 7000 französischen Kriegsgefangenen ungefähr 400 Krieger begraben, die hier verstorben sind und von denen die meisten von den damals herrschenden schwarzen Pocken dahingerafft wurden. Einige Jahre später ist ihnen von ihren Landsleuten ein gemeinsames Denkmal errichtet, das aus einem l‘/ s m im Geviert großen, 1 m hohen Sandsteinsockel besteht, der von einem 1 m hohen einfachen Sandsteinkreuz gekrönt wird. Der Querbalken des Kreuzes enthält die Inschrift:
Erige par leurs compatriots
auf dem Sockel liest man: Souvenir Eternel ä nos Frfres d’armes 1870/71.
(Auf deutsch: Errichtet von ihren Landsleuten —
Zum ewigen Gedächtnis an unsere Waffenbrüder 1870/71.)
Das Denkmal ist umgeben von 4 starken, mit schweren Ketten untereinander verbundenen Sandsteinpfeilern. — Die zu den Turkos oder afrikanischen Reitern gehörenden Verstorbenen sind, soweit sie Mohamedaner waren, an besonderer Stelle, in der sogenannten Selbstmörderecke bestattet worden. —
Erwähnenswert ist noch folgende Grabinschrift, die, jetzt wohl nicht mehr vorhanden, auf dem Grabstein des verstorbenen Sohnes eines ehemaligen Beamten zu lesen war:
Materie ist Urschwere — Urschwere verfliegt nicht —
Geist ist Urlicht — Urlicht verlischt nicht. —
Bei welchem Dichter oder Philosophen ist dieser Spruch wohl zu finden ? A- Sch.
Von der Vereinigung für Heimatschutz und Pflege der historischen und natürlichen Denkmäler in Strausberg ist jetzt ein Museum ins