Heft 
(1910) 18
Seite
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Fragekaaten.

Leben gerufen worden, das sich gut zu entwickeln scheint. Ks ist ja manches in den letzten fünfundzwanzig Jahren an andere Museen und auch an AlthUndler abgegeben worden; trotzdem ist bei rührig eingesetzter Werbe­tätigkeit doch noch auf Erfolg zu hoffen. Die bis jetzt eingelieferten Gegen­stände sind nach Zahl und lokalgeschichtlichem Werte durchaus nicht un­bedeutend. 0. Bl.

Annern Büleken Kinner ist in Westhavelland die volkstümliche Bezeichnungfür Geschwisterkinder. Sie soll allgemein üblich sein, wie mir von zuverlässigen Leuten mitgeteilt wird; ich selbst habe den Ausdruck sonderbarerweise niemals gehört. Nach Weigand ist buole (mhd.) u. a. = Verwandte, Bruder, Gatte. (). M.

Fragekasten.

H. N. Inselspeicher und Berliner Fischmarkt. Als Anfang des 19. Jahrhunderts eine Vorlegung der Fischmärkte in Frage kam, füllte man, um geeigneten Platz für einen neuen Fischmarkt zu schaffen, den dreieckigen Platz westlich am sog. Inselspeichergrundstück durch Anschüttung aus. Dies früher eine Insel bildende Grundstück wurde gleichzeitig landfest gemacht, so daß es seitdem an der StraßeAn der Fischerbrücke liegt. Am 28. De­zember 1837 machte das K. Polizei-Präsidium bekannt, daß die bisher in der Poststraße und auf dem Küllnischen Fischermarkt befindlich gewesenen Fischer­märkte nach dem Patz an der Fischerbrücke verlegt seien. Ein interessanter, im Märkischen Museum ausgestellter Kupferstich von Kosenberg zeigt zeit­genössisch das Treiben auf dem Köllnischen Fischmarkt in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Eine vom Magistrat i. J. 1833 angeregte anderweitige Benutzung des erwähnten Dreiecks wurde am 28. Mai 1833 vom Polizei­präsidium versagt. Wie der Kechtsstreit des Großfischermeisters Thielecke gegen die Stadt ergibt, vergl. Urteil des Kammergerichts vom 5. Oktober 1900, steht dieser Markt noch heute den Fischern, die zum Teil im Besitz dinglicher Gerechtigkeiten sind, zur Benutzung frei, und findet ein Fischhandel allerdings geringen Umfanges noch jetzt dort statt. Eine Baufluchtlinie an dem Platzdreieck vorlängs des den Strichschen Erben gehörigen Inselspeichergrundstücks existiert nicht. Dasselbe wird z. Z. an drei Stellen vom Magistrat enteignungsweise angegriffen: Bei der StraßeAn der Fischerbrücke zur Verbreiterung letzterer Straße um 1035 qm, ferner am Fußpunkt der demnächst neuzubauenden Fischerbrücke zwecks Herstellung des rechtsseitigen Landpfeilers (ca. 30 qm) und gegenüber dem Rolandufer zur Verbreiterung des Spreebettes um so viel Quadratmeter als gegenüber am Rolandufer dem Spreebett abgenommen werden müssen, um die Uferstraße in bebauungsplanmäßiger Breite herzustellen. Das sind ca. 720 qm.

Das Grundstück heißt nicht ohne Grund Inselspeichergrundstück, denn im 18. Jahrhundert war es noch ein Eiland im Spreekessel und wurde erst