Di# Prignitz.
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Zahlen pro Morgen: Pritzwalk 36 Sgr., Buchholz 34 Sgr., Giesensdorf 46 Sgr., Kuhsdorf 59 Sgr., Schönhagen 32 Sgr. und Steffenshagen 44 Sgr.
Das Gescliiebelehmgebiet reicht nach Süden bis an den Fuss des grossen Kieswalles. Dieser Kücken, welcher dem Landschaftsbilde in der Nachbarschaft von Perleberg das Gepräge giebt, zwingt die Stepenitz zu einer westlichen Abbiegung unter einem stumpfen Winkel. Sie begleitet den Wall an seinem nördlichen Rande von Kreuzburg bis Liibzow und durchbricht ihn hier, nachdem sie detf Schlatbach aufgenommen hat. Der Durchbruch ist ein enges Thal mit schroffen Hängen, wie es sich sonst in der östlichen Prignitz nicht wieder
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Ein Stack d«s Perleberger Kiesrückens.
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findet. Zum grössten Teil sind die Kuppen mit Kiefernwald bestanden; wo derselbe fehlt, sind die Hügel mit spärlichem Gras und ^Flechten bewachsen. Die Wege führen durch tiefen Sand. Am Südabhange bewahrt die Landschaft wieder denselben Charakter wie nördlich. Weiter hin ändert er sich insofern, als sich hier ein Netz von Niederungen iiudet, zwischen denen der Geschiebelehm inselartig stehen geblieben ist. Die grösste Insel ist die um Krainpfer, sie hat durchaus den Charakter der MoränenlandSchaft, denn in dem lehmigen Boden finden sich auch grössere und kleinere Seen und Tümpel eingestreut. Der Gutsbezirk Krampfer hat 89 Sgr. Grundsteuerreinertrag, Kleinow 60 Sgr. und Viesecke 34 Sgr. pro Morgen.
Hier sind wir nun an der Grenze der fruchtbaren Hälfte der Prignitz angelangt. Es war das Vorherrschen des Geschiebelehms, welches die reiche Besiedelung hervorgerufen hat. Wenn auch in der Umgegend von Pritzwalk der plateauartige Charakter der Landschaft überwiegt, so war es doch durchschnittlich die glückliche Mischung von Höhe und Niederung, d. h. von tragbarem Ackerland und Wiese, welche die Landschaft auszeichnet. Obgleich daher der Wanderer landschaftlich auf wenig Abwechselung zu rechnen hat, so finden sich doch zahlreiche Details, welche anmutige Bilder ergeben.
Anders verhält es sich nun mit der östlichen Hälfte, welche unter dem Einfluss der Dosse und ihrer Nebenflüsse steht.
Halbwegs zwischen Pritzwalk und Wittstock, in der Nachbarschaft des Stiftes Heiligengrabe, beginnt der Charakter der Landschaft