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Eduard Zache:
schon ein anderer zu werden. Die Ebenheit verliert sich, und dafür tritt ein Wechsel ein zwischen umfangreichen Wiesengründen und ausgedehnten und bewaldeten Höhenzügen. Es ist die Landschaft um Maulbeerwalde nördlich von Ileiligengrabe reich an hervorragenden Kuppen und Wällen. Es erreicht der Ilexenberg 118 m, der Ossenberg und der Schenzelberg 109 m. Der Boden ist nur noch stellenweise lehmhaltig, und der Sand überwiegt. Deshalb stellt sich nun auch in umfangreichem Masse der Kiefernforst ein. Der grösste ist hier die Stiftsheide. Eine grosse Niederung liegt hier. Es sind das die Gröper- wiesen westlich neben Wittstock mit den Quellbächen der Glinze. Südlich von Heiligengrabe in den kleinen Niederungen entspringen die beiden längsten Zuflüsse der Dosse auf der rechten Seite, die Jägelitz und der Nadelbach, die sich bei dem Dorfe Wutike vereinigen. Da sich nun zwischen Jägelitz und Dosse ausserdem noch die lange Seenkette einfügt, so ist das Beweis genug dafür, dass sich hier die Schmelzwässer in überraschend reicher Weise zusammengefunden haben. Ihre Kraft war hier so gross, dass sie an einigen Stellen sogar den Unteren Sand entführt haben, so dass sich hier Inseln von Unterem Geschiebelehm finden. Auf einer solchen Insel steht z. B. Kyritz. Dafür spricht auch der Grundsteuerreinertrag: Blumenthal mit 18 Sgr., Dossow mit 23 Sgr., Goldbeck mit 19, Herzsprung mit 20 und Fretzdorf mit 15 Sgr. pro Morgen. Fis herrscht hier ein beständiger Wechsel zwischen .Bruch und Höhe, zwischen grünen Wiesen und Ackerfeldern und zwischen Buschwerk und Kiefernwald. Es sind aber die Niveau-Differenzen so gering, dass man über die Gesamtlandschaft keinen Überblick gewinnt. Erst südwestlich von Wittstock und nochmehr weiter östlich von der
Fig. 4.
Vorwerk Scharfenberger Hof bei Wittstock.
Stadt ändert sich das Bild. Wir kommen hier aus der wechselreichen Landschaft allmählich auf eine weite Hochfläche, die 88 m Meereshöhe besitzt, und aus der einige höhere Kuppen, wie der Hottenberg mit 111 m und der Scharfe Berg mit 107 m herausragen, zwischen denen sich lange und breite, aber flache Schluchten hinziehen.
Die Landschaft östlich der Dosse. Die Hochfläche schneidet am Thal der Dosse südlich von Wittstock mit einer scharfen Böschung