Heft 
(1902) 10
Seite
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Eduard Zache:

entgegengesetzten Richtungen fliessen, die Karthan nach Westen zur Stepenitz und die Jiigelitz nach Osten zur Dosse. Südlich von diesem liegt noch ein zweites längeres und breiteres Luch, das sich parallel mit dem Höhenrand vom Damelack im Südwesten bis Demertin im Nordosten erstreckt und sich allmählich verengt und gabelt und mehrere Flüsse entlässt, die wiederum nach entgegengesetzten Richtungen ab- fliessen. Auf den Plateauinseln hat sich ein lehmhaltiger Sand erhalten. Der Grundsteuerreinertrag stellt sich folgendermassen: Dannenwalde Gemeindebezirk 21 Sgr., Gutsbezirk 16 Sgr., Kolrep 17 Sgr., Dahlhausen 23 Sgr., Demertin Gemeindebezirk 26 Sgr., Gutsbezirk 36 Sgr. Die Verteilung des Schmelzwassers links und rechts nach beiden Seiten parallel mit dem heutigen Plateaurand hat die Erhaltung dieses Rand­abschnittes und die der Havelberger Spitze bewirkt. Auf dem schmalen Randstreifen liegen einige Dörfer wie Breddin und Stiidenitz. Es tritt hier auch der Geschiebelehm auf, ebenso wie in der Havelberger Spitze, wo er den Steilhang unter dem Dom und weiterhin havelauf und -ab bewirkt. Auch das Hinterland von Havelberg bis zur Damelacker und Havelberger Forst ist schwerer Lehmboden. Dem entspricht auch der Grundsteuerreinertrag. Stüdenitz hat 44 Sgr., Schünermark 38 Sgr., Havelberg Stadtgemeinde 36 Sgr., Domgemeinde 44 Sgr. und Ober­försterei 45 Sgr. pro Morgen.

Während wenige Kilometer unterhalb von Havelberg ein' aus­gesprochener Steilhang das Plateau gegen die Ilavel abgrenzt, ver­schwindet er von Nitzow abwärts gänzlich. Von hier ab ist der Rand vollständig eingeebnet. Aus der scharfen Krümmung der Havel geht hervor, dass das Plateau ehemals eine weitere Ausdehnung hatte. Die Ortschaften Quitzöwel, Roddan, Legde und Wilsnack zeigen die alte Grenzlinie an. Die Grenzlinie markiert sich durch die Veränderung des Bodens. Auf der Plateauseite herrscht der Sand und auf der Elb­seite der Schlick. Die Einebnung ist bewirkt worden durch die Ab- sclunelzwässer, deren Betten wir im Gederbach und in der Karthan wieder erkennen. Diese sandige Vorstufe ist bewachsen mit aus­gedehnten Kiefernforsten, während die Bruchgegend Getreide und Kartoffeln trägt.

II. Der wirtschaftliche Aufbau.

In der Irignitz fehlen die bergmännisch nutzbaren Stoffe fast gänzlich, es findet sich nur eine unbedeutende Braunkohlengrube im Betriebe. Es hat daher der Boden nur für Land- und ForstWirtschaft Bedeutung. Im ersten Abschnitt haben wir schon bei der Betrachtung des geologischen Baues die Höhe des Grundsteuerreinertrages eingefügt,