Heft 
(1902) 10
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Die Prignitz.

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wird diese Anlage bei Neubauten verlassen. Und doch war der alte Grundriss ungemein praktisch, denn das Wohnhaus bildete den Mittel­punkt des ganzen Gehöftes, da es zwischen Hofraum und Garten lag, während bei den Neubauten wohl die Strasse mit ihrem Leben und Treiben das Verlockende ist. Am konservativsten ist der westliche Gipfel der Prignitz geblieben. Hier finden sich einige Dörfer, z. B. Mödlich und Wootz, in denen sich die niedersächsische Bauart erhalten

Fig. 5.

Gehöft aas Mödlich von der Rückseite.

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hat. Es beherbergt das gewaltige Haus unter dem Riesendach Menschen, Vieh und Vorräte für beide. Am stattlichsten sind sie in Mödlich, wo die breiten Giebel nach dem Elbdeich gerichtet sind, so dass man von ihm aus einen rechten Überblick über ein solches Haus erhält. Der Giebel mit den Wohnräumen hat in der Regel drei oder vier Reihen von Fenstern übereinander, so dass man auf den reichen Bodenraum unter dem Dach schliessen kann. Die meisten von ihnen sind noch mit Rohr gedeckt, obgleich sich auch schon einige mit Schieferdach finden. Das Dach und die vier Wände deuten noch die alte Anlage an, im Innern aber sind sie schon gänzlich umgebaut. Das alte Rauchhaus findet sich nur noch ganz vereinzelt. Der offne

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Fig. 6.

Rauchbaus in Klein-Wootz.

Herd ist überall durch die Maschine ersetzt worden. In den meisten der Häuser ist weiter die Diele vollständig von dem Wohnraum ab­getrennt worden. Hierdurch ist die Fliegenplage wenigstens in etwas gemildert, unter welcher die Bewohner des alten Hauses gewiss nicht wenig zu leiden hatten. Auch heute müssen Sie im Sommer die Stuben beständig dunkel halten und dürfen in ihnen keine Speisen auf bewahren.