Die Prignitz.
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Geschworenen, die Deputierten der hervorragendsten Innungen, als Ausschuss. Und der Bürgervertrag von 1347 erkennt diese lange geübte Praxis als Recht an.
Dieselbe Rolle, welche die Edlen Gänse von Putlitz als Förderer des Perieberger Stadtwesens gespielt haben, kommt dem Edlen Herrn von Plotho für Kyritz zu. Sie gaben der Stadt 1237 das Stadtrecht und ihre drei Lilien in das Wappen. Im Mittelalter war Kyritz eine ansehnliche Gewerbestadt. Ihre Tuchmacherei blühte derartig, dass sie in Lübeck Gewerbefreiheit genoss. Später kam die Bierbrauerei hinzu. In den letzten 30 Jahren des 17. Jahrhunderts wurden 5—(iOüü Tonnen Bier ausgeführt. Das Brauen stand jedem Bürger frei. Es waren in der ältesten Zeit 300 Brauhäuser vorhanden.
Der geistliche Besitz. Neben der Ritterschaft gab es aber noch eine zweite energische Kolonisationskraft, das war die Kirche. In der Prignitz gerade finden sich ihre Spuren besonders häufig, und es sind eine grosse Zahl von ihren Bauwerken bis auf den heutigen Tag gekommen. Der Ausgangspunkt für die Ausbreitung des geistlichen Besitzes war Ilavelberg. Havelberg aber war nur die erste Etappe, wichtiger wurde das Hinterland, das Grenzgebiet zwischen der Prignitz und Mecklenburg. Wittstock wird schon zur selben Zeit mit Havelberg erwähnt.
Pig. 7.
Der Havelberger Dom) nach einer Photographie*
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Der Dom zu Havelberg ist der stattlichste Überrest aus der ersten christlichen Zeit. Hoch ragt er auf der Havelberger Spitze in die Luft hinein. Mit klugem Bedacht haben die geistlichen Herrn sich diese Landmarke auserwählt. Bischof Anselin begann mit dem Bau, und 1170 wurde der Dom vom Erzbischof Wichmann von Magdeburg feierlich eingeweiht. Das ursprüngliche Gotteshaus war eine mächtige . 11 *