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Eduard Zache:
dreischiffige Basilika mit Balkendecke und Rundbogen. Der Westturm war aus Hausteinen breit und massiv angelegt. Er allein hat dem Ansturm der Zeiten getrotzt, während das Schiff im Jahre 1269 zerstört und verbrannt \yurde. Bischof Heinrich IIL begann sofort mit der Wiederherstellung. Die neuen Gebäude wurden in altgotischem Stil mit Gewölbedecken aufgeführt. Johann 111. (Wöpelitz) (1385—1401) schuf die innere reiche Ausstattung aus einem Teil der Opferspenden des Wunderblutes von Wilsnack. Er richtete die prachtvollen Chorschranken mit dem Lettner her. Und in dieser Gestalt hat der Dom bis auf unsere Zeit gedauert.
Während also der Dom von Havelberg als eine Leuchte des Christentums in das Slavenland hineinragen sollte, schufen die geistlichen Herren sich in Wittstock und Umgebung einen sicheren Platz und eine umfangreiche Liegenschaft. Von der bischöflichen Residenz,
Fig. 8.
Der Amtsturm, Überrest des bischöflichen Schlosses in' Wittstock. Nach einer Photograpbie.
Fig. 9.
Das bischöfliche Schloss in Wittstock.
Nach Merian 1652.
welche an der westlichen Seite, der Wiesenseite, der Stadt liegt, ist nur noch die Umfassungsmauer und der Bergfried stehen geblieben, die übrigen Gebäude sind verfallen, und die Mauen schliesst einen weiten hofartigen Raum ein. Auf dem Merianschen Bilde mit der Jahreszahl 1652 hebt sich das Schloss mit seinem Turm und den hohen Dächern