Die Prignitz.
177
Wittstock, wo Bauer und seine Unterfeldherren Stalliandske und Torstenson die Kaiserlichen und Sachsen am 24. September 1636 schlug. Das Schlachtfeld war der Scharfe Berg, der eine sehr sichere Position war, da er mit einem schroffen Steilhang zur Dosse abfällt.
Das Mittelalter. Wenden wir unsere Blicke noch weiter rückwärts in die Zeit des ausgehenden Mittelalters, so fehlen hier die grossen Ereignisse gänzlich. Wir finden hier nur den nachbarlichen Kleinkrieg mit den mecklenburgischen Herrn. An diese Zeit erinnert z. B. das Bassewitzfest, das bis vor wenigen Jahren in der Stadt Kyritz gefeiert wurde zur Erinnerung an die siegreiche Abwehr dieses Herrn im Jahre 1381. Das grosse Ereignis in dieser Zeit ist aber die Besiedelung durch die Deutschen; wenn diese Besiedelung auch im wesentlichen ein Werk friedlicher Arbeit war, so mussten die Erfolge doch durch Sicherheitsmassregeln gegen die feindlichen Nachbarn unterstützt werden. Dazu dienten die Grenzfestungen. Die bedeutendsten sind Meyenburg und Freienstein. Beide liegen am Südrande der grossen Niederungen, durch welche Stepenitz und Dosse fliessen. In den Urkunden finden sich zahlreiche Klagen über die wiederholten Zerstörungen von Freienstein. Südlich der heutigen Stadt heisst eine Stelle die Altstadt, weil dort eine Stadt gestanden haben soll. Aus dieser Zeit rührt auch wohl das alte Schloss her, ein mächtiger dreistöckiger Feldsteinbau mit vielen gewölbten Zimmern. Auch in der Umgebung von Meyenburg sind Überreste von Burgmauern erhalten. In Putlitz deutet ein restaurierter Bergfried auf die alte Zeit. Weiter westlich haben sich im Schlossgarten von Dallmin Mauerreste gefunden, und auch das dortige Schloss ruht auf festen alten Kellergewölben.
Die slavische Zeit. Und dennoch hat die Kolonisation es nicht vermocht, alle Spuren ehemaliger wendischer Anlagen zu zerstören. Diese monumentalen Überreste aus wendischer Zeit sind die Burgwälle. Sie ragen als flache Hügel aus sumpfigen Niederungen hervor. Da ihr Durchmesser in der Regel einige zwanzig Meter nicht überschreitet, so
J
' * n*
Fig. 11.
Der Burgwall bei Jabel.
nimmt man an, dass sie nur vorübergehend als Zufluchtsstätten gedient haben können, wenn die benachbarten Dörfer durch kriegerische Überfälle zerstört worden waren. Auf der Karte findet sich die Bezeichnung