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Eduard Zache:
Burgwall an der mecklenburgischen Grenze an zwei Stellen. Zum ersten Mal in dem Thale der Karwe, eines Nebenflusses der Löcknitz und dann im Thale des Meynbaches, nahe dem Dorfe Pinnow. Ein dritter endlich findet sich in den Gröper Wiesen nordwestlich von Wittstock bei dem Dorfe Jabel. Aus der Lage dieser Burgwälle darf man daher wohl schliessen, dass die Grenzlinie schon vor der Zeit der Kolonisation ungefähr den heutigen Verlauf hatte.
Die Vorgeschichte der Kolonisation. Die Angliederung der ostelbischen Mark an das deutsche Mutterland hat eine lange Vorgeschichte. Karl der Grosse hat die ersten Vorstösse über die Elbe unternommen. Im Jahre 789 zog er zu Felde gegen den Slavenstamm der Wilzen. Es lässt sich dieser Vorstoss über die Elbe wohl mit dem Casars über den Rhein vergleichen. Es war nur eine Rekognoszierung, und an eine ernstliche Kolonisation hat Karl der Grosse nicht gedacht. Wohl aber sicherte er seine Grenzen durch feste Burgen. Sein^Missus Odo baute 808 das Kastell Hohbucki, das bald wieder zerstört wurde. Man hat die Anlage desselben in der „Schanze“, einer ebenen Fläche neben dem Abhang des Höhbeck gegenüber von Lenzen,
wiedergefunden. Der Höhbeck ist ein 75 m hoher Vorsprung, welcher sich mit steiler Böschung aus der Elbe erhebt. Unter den schwächlichen Karlingen war an eine energische Slavenpolitik nicht zu denken, und erst Heinrich I. nahm die Expansionspolitik Karls des Grossen wieder auf. Er schlug 929 die Wenden in einer blutigen Schlacht bei Lenzen. Doch erst unter Otto dem Grossen wurde eine planmässige Unterwerfung der ostelbischen Lande ins Werk gesetzt. Otto wählte aber Magdeburg als Operationsbasis, und so kam es, dass Havelberg der ostelbische Brückenkopf wurde. Markgraf Gero war es, welcher auch die Wendenstämme an der unteren Havel tributpflichtig machte, so dass das ganze Land in Burgwarte eingeteilt und die Bistümer Havelberg und Brandenburg 946 errichtet werden konnten. Aber auch
Vig. 12.
Die Thalmühle auf dem Höhbeck. Nach einer Photographie.