Die Prignitz.
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diesmal noch waren die Einrichtungen ohne Bestand, denn als Otto II. in Unteritalien Unglück hatte, empörten sich die Wenden, zerstörten die Einrichtungen und kehrten zum Götzendienst zurück. Nach den Ottonen aber richtete kein deutscher Kaiser wieder seinen Blick nach Osten, es war die italienische Politik, welche ihre Gedanken gefangen hielt. Dieses Grenzland war ihnen auf Jahrhunderte aus den Augen gekommen Es griff daher ein anderes Verfahren Platz, das zwar langsam, aber sicherer wirkte, das der moralischen Eroberung. In den langen Jahren bis auf Albrecht den Biiren traten die Sachsen mit ihren Nachbarn in friedlichen Verkehr. Sächsische Grosse suchten im Wendenlande führende Stellungen, und umgekehrt suchten wendische Fürsten unter den Sachsen Dienste. Auch der Handel bahnte sich von Magdeburg aus nach Osten seinen Weg, und endlich wird auch die Geistlichkeit ihre fromme Arbeit nicht unterlassen haben. Der in Havelberg residierende Wendenfürst Witikind war Christ, wenn auch wohl nur dein Namen nach. lui Jahre 1132 unternahm Kaiser Lothar auf Anregung des Bischofs Otto von Bamberg einen Kreuzzug gegen die Wenden; Witikind wurde besiegt, aber in seinem Besitz belassen und Bischof Ansolm baute die erste steinerne Kirche auf der Spitze von Havelberg. Wenn sich auch die Söhne Witikinds 1137 wieder empörten, so war doch vom Jahre 1144 ab der Besitz der Ostmark sicher gestellt und Albrecht der Bär nannte sich Markgraf von Brandenburg.
Die vorgeschichtliche Zeit. Die Dokumente menschlicher Betriebsamkeit reichen aber über die Zeit der Geschichte noch zurück in die graue Urzeit, wo die Menschen das Schreiben noch nicht erfunden hatten. Der Boden beherbergt in der Prignitz sicher noch manchen Schatz, welcher bei intensiverer Kultur zu Tage gefördert werden wird. In die Zeit der Völkerwanderung gehört das germanische Gräberfeld zu Dahlhausen. Durch den Pflug sind hier eine Anzahl Urnen bloss
Fig. 13.
Das Königsgrab von Seddin. Nach einer Photographie.