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Eduard Zache: Die Prignitz.
gelegt worden, welche Überreste von Asche und Knochen enthielten und für die sorglose und pietätlose Art der Bestattung in jener Zeit sprechen. Im starken Gegensatz hierzu steht das prachtvolle Königsgrab von Seddin, das viele Jahrhunderte älter ist. Es ist ein Mausoleum aus Feldsteinen, über welche sich ein 20 m hoher Hügel aus Sand wölbt. Im Innern beherbergte es eine prächtige Bronzeurne mit der Asche und Schmucksachen. Dabei befand sich ein eisernes Schwert. Diese Funde lehx-en, dass die Beisetzung am Ende der Bronzezeit stattgefunden hat, als schon von Hallstadt her das neue Metall Eingang gefunden hatte. Endlich aber giebt es in der Prignitz noch einen Rest aus der Steinzeit. Das ist das Hünengrab bei Mellen, nördlich von
Fig. 14.
Das Hünengrab bei Mellen. Naob einer Photographie.
Lenzen. Hier finden wir auf einem flachen Hügel zwei konzentrische Rechtecke von Findlingen. Das innere Rechteck ist noch dadurch ausgezeichnet, dass es zur Hälfte von einem besonders grossen Findling dachartig bedeckt ist. Auch dieses ist ein Mausoleum gewesen, das aber lange schon bloss gelegt worden ist. Es umschloss einst den Leichnam eines Vornehmen und beherbergte auch wohl seine Waffen, die aus Stein bestanden. Jene Urbewohner der Mark waren noch ganz auf die engste Heimat beschränkt. Ihr Baumaterial und ihre Waffen suchten sie sich aus den heimischen Findlingen zurecht zu machen.