Heft 
(1913) 21
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Der Bau de« Großochiffahrtweges Berlin-Stettin.

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sog. Verbundschleusen, d. li. sie sind untereinander durch eine Zwischen­haltung von 260 m Länge verbunden, so daß die Gesamtlänge der Schleusentreppe ungefähr 1 km beträgt. Auf der Zwischenhaltung kreuzen sich die bergauf- und bergabfahrenden Schilfe. Bei den Aus­schachtungen sind an Ort und Stelle 500 000 cbm Boden ausgehoben und 7 Mill. Klinker nebst 14 000 t Cement verarbeitet worden.

Jede Schleuse erhält zu beiden Seiten je drei Sparbecken, die jederseits stufenförmig hintereinander folgen. Sie dienen dazu, bei der Talfahrt eines Schiffes das Wasser aufzunehmen, um es bei der Bergfahrt wieder in die Schleuse abzugeben. Diese Ersparnis ist bei den 10 m

Abb. 7. Die Schleuse 2 bei Liepe. Phot. H. Retzow. 28. 4. 1912.

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tiefen Schleusen sehr wichtig, weil sie zu viel Wasser verbrauchen würden, während jetzt 60 ° /0 erspart werden, ln den Kammerwänden sind die nötigen Kanäle eingebaut worden, die den Wasserlauf regulieren. In der Abb. 7 sieht man die 12 Öffnungen der Stichkanäle, die rückwärts in einen großen Umlaufkanal führen, der endlich mittels dreier Seitenkanäle jederseits mit den drei Sparbecken verbunden ist. Wegen des gleich­mäßigen Ein- und Ausströmens des Wassers bleibt das Schiff ruhig liegen. Die Hauptzugänge können durch Cylinderventile verschlossen werden. Jede Schleuse ist 10 m breit und 67 m lang in ihrem Wasser­becken. Von den vier Schleusen liegen drei auf der Böschung und die vierte im Tal. Diese unterste steht ganz im Moor und ist daher auf einem Pfahlrost erbaut (Abb. 8), wozu 2000 Pfähle gebraucht wurden.