Der Bau des Gioßscliiffahrtweges Berlin-Stettin.
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so daß sie die Stelle dicht abschließen. Es sind drei vorhanden; das oberste findet sich bei Forsthaus Fechteich, das mittlere an der Kanalbrücke bei Lichterfelde und das untere an der Brücke Eberswalde—Chorin (Abb. 9). Sie liegen kurz hintereinander und zwar dort, wo der neue Wasserweg anfangt, über den Grundwasserspiegel herauszuragen. Von hier ab bis Liepe, im ganzen ungefähr 25 km, werden die Sohle des Kanales und auch die Böschungen mit Ton abgedichtet. Zu diesem Zweck wird Geschiebelehm in frischem Zustande in dünnen Lagen aufgeschichtet und mittels Motorwalzen feslgedrückt. Der Geschiebelehm wird aus einer 40 Morgen großen Grube bei Lichterfelde genommen und
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Abb. 9. Sicherheitstor neben der Kanalbrücke Eberswalde -Chorin. Phot. H. Retzow. 28.4. 12.
mittelst Eisenbahn an Ort und Stelle geschafft. Wo die Böschung steil ist, d. h. wo eine Anlegestelle für Schiffe vorgesehen ist, wird eine Mauer aus Tonsteinen errichtet (Abb. 4). Die Sohle und die Böschung werden dann noch durch eine Kiesbeschüttung bezw. Beschotterung geschützt.
Abgesehen von der größeren Ausmessung der neuen Wasserstraße und der bedeutenderen Leistungsfähigkeit der Schleusen besteht der große Vorteil darin, daß die zahlreichen Schleusen der alten Wasserstraße fortfallen. Der Großschiffahftsweg ist zwischen der Schleuse bei Lehnitz und den vier Schleusen bei Liepe schleusenfrei, während sich bei der alten Wasserstraße auf dieser Strecke 16 Schleusen finden. Das bedeutet eine bedeutende Zeitersparnis.