Heft 
(1914) 22
Seite
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Fragekssten.

Metallpulver in ein Glas mit lauwarem Wasser getan und dann mußte der Kranke diese Volksmedizin mit einem Zug leer trinken. An dem Kelch sind die Schabspuren noch jetzt deutlich sichtbar. Ober-Barnimscher Kreis­kalender 1911. S 104 Beiläufig ist ein ähnlicher Volksbrauch von Kirchen­glocken in der Mark bekannt. Das Mark. Museum besitzt eine Glocke von der zu ähnlichen Zweck Metall abgeschabt worden ist. K. Friedel

Heil unserm Könige! (Ein Soldatenlied aus dem Jahre 181.1. Aus dem Tagebuch, das der Grenadier Christian Wienecke aus Rosensdort bei

Lenzen/Elbe während des Feldzuges Friedrich Wienecke.

Heil unserm Könige!

Niemand ruft Ach und Weh', Treu sind wir nur.

Gott hat es wohlgemacht.

Froh gehen wir znr Schlacht Und Rußlands Kaiser mit.

Gott gibt uns Glück!

1813 geführt hat Mitgcteilt von

Das gnte l'reußcu Korps Rückt nun schon tapfer vor Mit Frankreich im .Streit.

Und York und Wittgenstein Machen die Feinde klein,

Blickt nur nach Leipzig bin.

Gott gibt uns Glück'

Die Russen stehen schon Um nnsern Königsthron Und schützen ihn.

Lieben sie wie Brüder jetzt. Niemand die Pflicht verletzt! Nun zu den Waffen ran Auf Frankreich los!

Alles wird wieder blüb'n,

Wenn wir nach Frankreich xieh'n Jüngling und Greis.

Gott hat es wohlgemacht.

Froh gehen wir znr Schlacht Keiner, der weig're sich,

Jeder komm' mit.

Fragekasten.

R. M. In der Nähe vom Mühlendamm soll eine Sage oder alte Erzählung von einer Wäscherin umlaufen. Wer kann uns darüber Auskunft geben ?

R.M. Die Leiche der Königin Luise soll in der Nacht vor der Über­führung nach Berlin in einer Scheune in der Weddingstraße aufgebahrt gestanden haben. Wo war das Gebäude, das vor etwa 30 Jahren noch vorhanden war, belegen?

Prof. M. Das Wort Querder ", die Larven- und Jugendform unsers früher in der Panke häufigen Neunauges hängt mit dem WortKöder" zusammen. Der Querder wurde z. B. als Köder für den Forellenfang benutzt.

Dieser Ausgabe liegt ein Prospekt der Firma Gebr. Blum, Zigarrenfabrik, Goch (Rheinland) bei, auf welchen an dieser Stelle besonders hingewiesen wird.

Für die Redaktion: Dr. Eduard Zache, Cüstriner Platz 9. Die Einsender haben den sachlichen Inhalt ihrer Mitteilungen zu vertreten.

Druck von P. Stankiewicz' Buchdruckerei G. m. b. H., Berlin, Bernburgerstr. 14.