190 Karl Wolfram. Blätter zur Heimatkunde de« Kirchspiele« Nackel (Mark).
Meisterwerk zu nenuen. Der vom Hasenloch nach dem Herrenhorst- Pfuhl hinstreichende Wall sperrt die einzige, schmale Landbrücke, die vom Lande Friesack durch’s Luch führt, ins Ruppinsche und Mecklenburgische. Es gibt keine Landbrücke mehr zwischen dieser und dem Kremmener Damme. Die Völkerscheide wird außerdem noch den Zugang aus dem Glin durch den Zootzen gesperrt haben. Durch die Anlage der Dreigräben erledigt sich auch ein Ärgernis, das ich sofort bei meinem Anzuge 1888 hier an den hiesigen Verhältnissen nahm, warum es nämlich keinen guten, geraden und trockenen Fahrweg zwischen Nackel und Wutzetz gab, wie sie doch sonst nach Norden zu im Überfluß vorhanden sind? Die einzig mögliche Stelle würde eben dem Fußsteig etwa folgen, aber sie ist absichtlich gesperrt.
Die Chaussee nach Friesack hat den Weg eines alten Knüppeldammes genommen, der ehemals nur für die Ämter des Landes Kuppin freigegeben war, für dessen Unterhaltung durch die Gemeinde Nackel aber alle übrigen, die ihn befahren wollten, in Nackel im letzten Gemeindehause einen Zoll bezahlen mußten, noch bis 1870 etwa. Alte Leute versichern, daß dieser Damm sowohl unmittelbar am Gutsgarten, wie auch am Horstteiche geradezu lebensgefährlich gewesen sei. Ganz gewiß, denn er folgte genau dem Rande der Landbrücke gegen das Sumpfgebiet des Rötegrabeus, und an diesen Stellen konnte er ohne Weiteres auch noch durch die Dreigräbengewässer des Siepgrabens überflutet werden. Noch heute sind die Ausläufer des Dreigrabeusystems im herrschaftlichen Garten breite und tiefe Festungsgräben, die bis an die Chaussee heranreichen.
Hat sich so dies eine Geheimnis ärgerlicher Art restlos durch die Dreigräben auf klären lassen, so steht zu hoffen, daß es mit zwei anderen vielleicht ebenso ergehen wird, wenngleich sie nur wissenschaftlichen Wert haben. Warum nämlich hat Nackel allein von allen Gemeinden des Landes Wusterhausen einen solchen Reichtum von 3 Tochtergemeinden gehabt? Die Regel ist sonst genau zu verfolgen, daß jedes Dorf seine eigene Pfarre bis auf die Neuzeit hatte. Sodann, warum sind wohl ausgerechnet die Tochtergemeinden von Nackel, nämlich Läsikow, Wutzetz und Vichel ausnahmslos Rundlinge, wo doch die Nachbardörfer gleicher Weise wendische Namen zwar tragen, kein einziges aber auch nur die Anlage dazu zeigt? Man vergleiche nur die ganze Reihe am Luche entlang von Garz bis Wustrau und weiter die im llinterlande liegenden, welches Namens sie auch sein mögen.
Liegt nicht der Schlüssel zu diesen Geheimnissen etwa auch noch in den Dreigräben verborgen?
Seit 1911 hat das Märkische Museum jährlich Grabungen angestellt, Durchschnitte, Lagepläne, ein Steinbeil, mittelalterliche Scherben sind gewonnen. Die Arbeiten werden erschwert durch den geradezu ur-