Wanderfahrt nach Fürsten wähle an der.Spree.
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Vor der Thür harrten schon die Kremser, welche uns in einer hallten Stunde nach dem Dorfe Rauen brachten, das am Fusse der Kauenschen Berge liegt. Unterwegs konnte man schon einige wichtige geologische Beobachtungen machen. Zuerst ging die Fahrt im Thale der Spree dahin und rechts und links neben der Strasse bestanden die Felder aus Sand. Nach kurzer Zeit aber begann die Chaussee zu steigen, und führte schliesslich durch einen Hohlweg auf das Plateau hinauf. liier wurde der Boden von einem sandigen Lehm gebildet, auf dem aus einem Ackerstück mehrere grössere Geschiebe „ausgebuddelt“ worden waren, die noch zerstreut herumlagen. Seiner ganzen Farbe und Ausbildung nach ist der Boden des Plateaus Oberer Geschiebelehm. Das Plateau ist ganz eben und nur flache Schluchten führen zum Thale hinab. Aus dieser horizontalen Fläche heben sich unvermittelt die Kauenschen Berge als ein in sich geschlossenes Massiv heraus und zwar ziemlich steil, wovon sich jeder beim Anstieg zur Höhe überzeugen konnte. Die Höhe über dem Meere beträgt auf dem Plateau ca. 45 m und auf der höchsten Stelle der Berge 148 m. Dort wo beim Anstieg die Strasse zu steigen beginnt, befindet sich eine Grube, in welcher nebeneinander weisser, tertiärer Quarzsand und ein Thon, der seinem Aussehen und der Nachbarschaft nach nur Septarienthon sein kann, aufgeschlossen sind; letzterer ist, stark gefaltet und etwas ausgezogen. Uber beiden lagert eine */» m stark« Decke von Oberem Geschiebelehm, der sich auch in die Falten des Thunes hineinzieht. I föheran der Bergwand hinauf bildet sich der Obere Geschiebelehm nicht mehr. Dafür ist aller an einer Stelle der Strasse bei der Planierung derselben das Ausgehende eines Braunkohlenflötzes getroffen worden. Nachdem die Gesellschaft auf der Höhe angekommen war, erteilte der II. Vorsitzende, Stadtrat Friedel, dem II. Schriftwart, Dr. Zache, das Wort zu einer kurzen Erläuterung über die Bedeutung der Markgrafen-Stein e für die Inlandeist heo r ie. Der Redner führte ungefähr folgendes aus: Wir befinden uns an dieser Stelle in einem merkwürdigen Gegensatz zu llixdorf. Dort standen wir in einer Grube und hatten vor uns eine 20m hohe Wand aus Saud und Kies, welche nur als Absatzproduct, derGletscherwasser aufgefasst werden kann; hier stehen wir mit einem hohen Bergk ex, welcher seine Umgebung weit überragt. Wenige Dezimeter unter unseren Füssen, an vielen Stellen direkt an der Oberfläche, lagern tertiäre Gebilde, und die Braunkohlengruben bei Bauen und Petersdorf gehören zu den ältesten der Mark. Das lertiär lagert, in der Mark überall unter dem Diluvium, es war also das 0letscherbett des Inlandeises. Auch hier, auf dieser Indien Stelle, ist es veil diluvialen Resten überzogen, und die Markgrafensteine sind durch das erste Inlandeis hierhergeschafft worden. Wir müssen uns vorstellen, dass das Inlandeis auf dem Plateau von Lebus angekommen war, und dass seine G letscherwasser in der Niederung des heutigen Spreethaies
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