Heft 
(1904) 13
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Kleine Mitteilungen.

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fallenden Insekten ist besonders der Bachflohkrebs zu erwähnen, welcher sich zwischen dem beständig hineinfallenden Laube in großen Mengen aufhält und dessen Vorkommen für reines, sauerstoffreiches Wasser spricht. In den solcher Art rein gehaltenen Seen ergab der Fang reichlich Karpfen von 4 Kilogramm Schwere, Plötzen bis '/ 3 Kilogramm, wenig Hechte bis ]'/ 4 Kilogramm, Bleie, Schleie, Quappen und Stichlinge. Karpfenbrut war nicht aufgekommen. In dem sogenanntenLoch 1 *, wo höhere Wasserpflanzen geduldet werden, wurden hauptsächlich Schleie gefangen, die sich hier augen­scheinlich gut vermehren, daneben Karauschen, kleine Hechte und Barsche. Außer diesen Fischen kommen noch verschiedene Weißfische vor, welche hier laichen. Von den ausgesetzten Higois und Regenbogenforellen wurde nichts bemerkt. In den Gräben finden sich wrngen des Mangels an Licht und Sonnenschein weniger Fische. Die ausgesetzten Aale waren wohl alle ausgewandert. Besonders ertragreich war der Neue See; hier wurden an einer Stelle auf einem Zug 65 Karpfen, an einer andern Stelle 50 Kilogramm Plötzen gefangen. Berl. Ztg. 5. 8. 1900.

Dem Fischbestande der Gewässer des Tiergartens wird in diesem Frühjahre bedeutend mehr Aufmerksamkeit geschenkt, als es in den Vor­jahren der Fall war. Es hat sich herausgestellt, daß der Fischreichtum dieser Gewässer von Jahr zu Jahr zunimmt. Auch die Schmackhaftigkeit der Tiergartenfische übertrifft die der Spreefische bei weitem. Leider wird den Wächtern ihre Arbeit nicht immer entlohnt. Aale und Forellen, die im Laufe der letzten beiden Jahre in denfließenden Tiergartenwassern aus­gesetzt wurden, hatten sich, wie beobachtet wurde, wohl vermehrt, schließlich suchten aber fast alle der genannten Fische die Spree auf. Für die Zukunft soll durch geeignete Vorkehrungen dieser Flucht gesteuert werden. Be­sonders fischreich ist der Neue See. Es ist vorgekommen, das auf einen Zug 50 bis 60 Karpfen und ein ander Mal gegen 80 Pfund Plötzen gefangen wurden. Plötzen im Gewicht von einem Pfunde sind hier keine Seltenheit. Der Neue See beherbergt auch ziemlich viele und recht ansehnliche Hechte. Schleien sieht man in großer Zahl imLoch im Nordwesten des Parkes. Die sich hier auch vorfindenden Barsche erreichen dagegen selten die Mittel­größe. Recht fischreich ist auch derFaule See. Karpfen erreichen dort eine Schwere bis zu nahe 8 Pfund. Während man in diesem See aber Hechte nur wenig und in kleinen Exemplaren vorfindet, zeigen sich solche in den Gewässern der Rousseau-Insel zahlreich. Bei einem der letzten Fisch­züge wurden dort mehrere Hechte von 1 Meter Länge und 8 Pfund Schwere gefangen. Auch Plötzen sind hier vorhanden. Bleien, Barsche und ver­schiedenartige Weißfische sowie Karauschen kommen in mehr oder minder großer Zahl in fast allen Tiergartengewässern fort. Nur im Neuen See wollen Karauschen absolut nicht fortkommen. Berl. Tagebl. v. 5. 5. 1901.

Verschwundene Goldfische. Die 2000 Goldfische, die im Vorjahre aus Anlaß der Goldfisch-Erkrankungen in den neu eingerichteten Goldfischteich im Tiergarten beim Denkmal König Friedrich Wilhelms III. übersiedelt wurden, sind bis auf den letzten verschwunden. Der Grund dieser eigentümlichen