Heft 
(1896) 4
Seite
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Bücherschau.

wähle und breitet sich nach Nordosten bis Neu-Temmen als ein l 1 /» l»is 2'/jkm breiter Streifen aus. Sie findet sich auch an einigen anderen nordöstlich gelegenen Punkten. Die Beschüttung bezw. Pflasterung ist oft so dicht, dass es fast zur Unmöglichkeit wird, eine Stelle zu finden, auf der mit dem Hand- bohrer tiefer als 1/2 m eingedrungen werden kann. Beim Vorwerk Julianen- hof findet sich die Beschüttung auch südwärts der Endmoräne. An einer Stelle wird durch die Steinbeschüttung zwischen den beiden Endmoränen- zügen eine Verbindung hergestellt. Der Querriegel läuft von Arnimswalde nordwestlich an Gross-Fredenwalde vorüber bis gegen Kaackstedt und Fliethe. Dabei verdichtet sich die Streuung in der Mitte zu echter Geschiebepackung. Auch der nördliche Streifen besitzt in seiner Umgebung Örtlichkeiten mit Steinbcstreuung.

Zwischen den beiden Endmoränenzügen namentlich ist die Moräne- landschaft ausgebildet, obwohl auch die Landschaft nordöstlich des nörd­lichen Zuges sich hier noch anschliesst. Für den Zwischenstreifen ist schon die Oberflächenform charakteristisch. Infolge der zahlreichen, z. T. sehr tiefen kleineren und grösseren Einsenkungen ist der Boden sehr uneben, es entstehen zahlreiche, meist sehr schön abgerundete Hügel und Buckel, die ein eigentümliches Landschaftsbild geben, es wird der Eindruck eines wogenden Meeres hervorgerufen. Dem entspricht die geologische Ausbildung. Der Obere Geschiebelehm bildet eine fast ununterbrochene, zusammenhängende Decke. Er zieht sich von den Höhen bis in die Kinnen hinab. Er erreicht z. B. den Seespiegel des Prüssnick-Sees. Von dem Oberen Geschiebelehm des Blattes Fürstenwerder heisst es, dass er nachträglich weit weniger verändert worden sei als derjenige in der Umgebung von Berlin.

Endlich bleibt nun noch die Abschmelzzone zu betrachten übrig. Sie umfasst das Gebiet südwestlich der grossen Endmoräne. Sie bildet daher die Abdachung des Plateaus zur Havel und zum westlichen Stück des Finow­kanals. Es treten hier eine grosse Anzahl von Kinnen auf, welche die Überreste der Gletscherbäche bilden. Zum Finowkanal führt noch das Werbelliner Fliess, die übrigen gehen in die Havel, es sind von Süd nach Nord folgende: das Liebenwalder Fliess, das Dölle Fliess, das Hammerfliess, die Templiner Seeenrinne, und endlich die Lychener Seeenkette. Herrschend ist hier (Blatt Gross Schönebeck und Bl. Liebenwalde) der Sand; der obere Geschiebelehm tritt nur inselartig auf. Auf Blatt Schönebeck besteht der Schönebecker Forst ausOberem Sand, der als direkter Absatz der in breiter Fläche abiliessenden Schmelzwasser anzusehen ist. Er ist geradezu steinfrei und nur nördlich Wildau erscheint er in seiner bekannten unregelmässigen Mengung von grösseren und kleineren Geschieben, also als echter Geschiehe- sand. Der Obere Geschiebelehm, die ursprünglich überall vorhandene Decke, ist durch die Schmelzwasser nicht nur vielfach durchfurcht, sondern auch, namentlich von den Höhen fast gänzlich herunter gewaschen. Neben deti Fliessen bilden die Seeen einen wichtigen Teil der Landschaft. In den meisten Fällen sind sie Teile der Fliesse selbst und daher von rinnenartigem Aussehen. Der interessanteste unter ihnen ist der Werbellinsee, denn an ihm ist die Rinne am deutlichsten ausgeprägt. Zu ihm steht in einem merk­würdigen Gegensatz der kreisförmige Grimnitzsee, der auf der anderen