Ein germanischer Dorf bei Kyritz.
von Paul Quente.
Mit Tafel III—Vll und 2 Textabbildungen.
Beim Besuch der Berliner Gesellschaft für Anthropologie auf dem Urnenfriedhofe von kgritz sprach ich seinerzeit die Hoffnung aus, das zum Kriedhofe gehörige Dorf an der Jägelitz zu finden. Diese Hoffnung hat sich erfüllt. Ich führte in diesem Krühjahre einige Probegrabungen aus. Nach diesen war das Dorf ein sog. Einstratzendorf und zog sich an einem alten See entlang in einer Länge von etwa 2 km. Dieses Seebecken wird jetzt von derneuen Jäge- litz durchflossen. Ich habe noch keinen voll- ständigen Grundritz eines Hauses frei- legen können, weil ich mich erst über die Ausdehnung des Dorfes usw. vergewissern wollte und nur 8 Tage der Feldbestellung wegen zur Verfügung hatte. Das wertvollste an den Grabungen ist, daß ich Pfosten- und Schwellenbau vereint feststellen konnte. Das Haus, das ich an der
versuchsstelle anschnitt, ist scheinbar sehr ,
oft erweitert worden, so datz es nur noch des Urnenfeldes (U).
nicht gelungen ist, alle seine äußeren Umrisse festzustellen. Es befanden sich in seinem Innern 3 Herde und auffälligerweise neben jedem eine Abfallgrube. Zernerbeweisen einige zwischen den Herden befindliche große Pfosten und Schwellen von schon sehr vergangener Farbe, daß die ursprüngliche Umfassungsmauer weiter hinausgerückt und so die Herde in das Haus einbezogen wurden. Oer Innenraum war dann wieder durch kleinere Pfosten in Kammern geteilt. Kerner befanden sich 3 Abfallgruben im Hause, von denen die größte in ihrer Tiefe bis dicht an das Grundwasser reichte. Lehmbewurf fand sich bis jetzt nur bei einem Pfosten häufig, sonst nur ziemlich spärlich, von den Herden waren am Herd l noch Reste einer Lehmverkleidung erhalten. Der Herd war aus Steinen in 3 Lagen übereinander aufgebaut. Die 3 Kreise verjüngten sich nach oben und stellten so ein backofenähnliches Gebilde vor, dem oben die Überdachung fehlte. Die Zügen der Steine waren nun mit Lehm verkleidet, so daß der ganze Aufbau eine ziemlich feste Blasse gewesen sein mutz. In der Höhlung brannte dann das Keuer. Sämtliche Steine und auch die Lehmverkleidung sind an der Innenseite stark verbrannt und geschwärzt. Auffallend war auch, datz das zum Brennen benutzte Holz meist sich als Rinde von Lichenstämmen erwies (die sich als holz-