Heft 
(1925) 2/3
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gebrannte Scherben, geschlagene und geschwärzte Feldsteine, Hüttenlehm und dunkle Färbung des Bodens ließen die Ausdehnung der alten Siedlung deutlich erkennen. Da das Gelände den FlurnamenSchook" trägt, wie mir Herr Kobow in Flecken Zechlin freundlich mitteilte, wird es sich hier um das Dorf Schake handeln, das in einer Urkunde vom Jahre 1320 als zum Schloß Zechlin gehörig erwähnt wird und später eingegangen ist (Funde im Museuni Heiligengrabe).

4. Dorf Zechlin. Im Dorf Zechlin besteht die Ueberlieferung, daß der Ort früher an einer anderen Stelle gestanden habe, nämlich links von der Chaussee, die nach Flecken Zechlin führt, auf den Aeckern von Herrn Hamdorf und Gemeindevorsteher Seelig. Tatsächlich finden sich dort noch Spuren eines mittelalterlichen Dorfes. Auf dem Acker von Hamdorf war die Erde an einer Stelle tiefschwarz gefärbt und es fanden sich dort Stücke von Eisenschlacke und mittelalterliche Gefäßreste (Mus. Heiligengrabe). Früher soll hier auch ein eiserner Schlüssel gefunden sein. In der Nähe der Dorfstelle liegen 2 Pfuhle.

5.Alt-Wallitz." Aus der Feldmark des Dorfes Zechlin befindet sich noch eine zweite Dorfstelle, an der nach der VolksüberlieferungAlt-Wallitz" (oderAlt-Wallwitz") gelegen haben soll (nach Angabe von Gemeindevorsteher Seelig». Sie befindet sich westlich der Blocksberge ans dem Acker von Herrn Otto Krüger und zieht sich an einem Hang neben einer Vertiefung hin, in der ehemals dauernd Wasser gestanden hat. Von einem früheren Besitzer sollen Steinfundamente" undBacköfen" herausgeackert sein. Heute sind auf dem frischgepflügten Acker noch deutlich mehrere große, schwarze Stellen zu beobachten, an denen geschwärzte Feldsteine, Hüttenlehmstücke und Gefäßscherben in Menge umherliegen. Die Scherben sind zum Teil blaugrau-mittelalterlich, zum Teil wendisch. Außerdem fand sich ein eisernes Messer (alles im Museuni Heiligen­grabe). Vermutlich handelt es sich hier um das Dorf Wallitz, das der Havel­berger Bischof Heinrich III. im Jahre 1321 von Heinrich I>. von Mecklenburg erworben hat Bemerkenswert ist, daß auch hier an derselben Stelle Funde des Mittelalters und der Wendenzeit auftreten.

6. Lutterow. Alt- und Neu-Lutterow sind ebenso wie Luhme und Re- pente Neugründungen des l 8. Jahrhunderts. Das mittelalterliche Dorf Lutterow, das in einer Urkunde des Jahres 1320 erwähnt wird, ist eingegangen; und nach

der historischen Ueberlieferung hatten im Jahre 1576 die Bewohner des Dorfes Zechlin Ländereien auf dieser wüsten Feldmark. Das alte Dorf lag an der Stelle von Neu- Lutterow und auf den angrenzenden Aeckern. Wie Herr August Gädke (Alt-Lutterow) freundlich mitteilte, lassen sich beim Pflügen etwa 1820 große dunkle Stellen im Acker beobachten, die mit alten Scherben und ge­schlagenen Steinen durchsetzt sind. Die Dorf­stelle beginnt nördlich von Neu-Lutterow und geht im Süden über dieOlle Straat" hinweg. Das ist ein Weg, der bei Neu- und Ali- Lutterow vorbei über die Eichholz-Berge nach Dorf Zechlin führt (an der alten Zechliner Dorfstelle vorbei!). An derOllen Straat" soll die Kirche von Lutterow gestanden haben. An der betreffenden Stelle ist ein recht gut erhaltener eiserner Schlüssel gefunden, der auf der Abbildung dargestellt ist (Museum Heiligengrabe, Geschenk von Herrn Wilhelm Hinze-Nen-Lutterow). Auf dem Grundstück von Herrn Rudolf Hinze in Neu-Lutterow ist im Jahre 1890 beim Hausbau ein dunkles Gefäß gefunden, das angeblich mit Münzen

Abbildung 1