Heft 
(1925) 2/3
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gefüllt war. Leider ist davon nichts erhalten. Auf den Aeckern von Herrn Rudolf Hinze und Ernst Rosin (Neu - Lutterow) hat man vor nicht allzu langer Zeit noch 2 alte Brunnen sehen können, an die sich noch mehrere Ein­heimische erinnern können. Nach der Schilderung von Herrn Gädke waren die Wände aus Feldsteinen gepackt und betrug die lichte Weite etwa 2 Meter. Heute sieht man an den betreffenden Stellen noch kleine Vertiefungen im Acker. Die Gefäßscherben, die sich an der Lutterower Dorfstelle fanden, sind mittel­alterlich und wendisch (Museum Heiligengrabe).

7.Tuchdorf". Im Jagen 110 der Zechliner Forst befindet sich neben derAlten Schweinricher Landstraße" eine feuchte Stelle, wo früher Wasser gestanden hat. Daneben hat, wie Herr A. Gädtke mitteilte, nach der Erzählung derAlten" der OrtTuchdorf" gelegen. Da das betreffende Gelände gänz­lich von Hochwald bestanden ist, ist das Suchen nach Siedlungsspnren äußerst erschwert. Immerhin gelang es ein verziertes Gefäßstück zu finden (Museum Heiligengrabe. Geschenk von E. Müller-Blesendorf).

8. Herzdorf. Die heutige Kolonie Herzdorf bei Schweinrich ist im 18. Jahrhundert angelegt. Das vergangene Herzdorf des Mittelalters (Hart- wighestorppe, Harstorpp) lag nach Angabe des Herrn Lehrers Bürs (Schwein­rich) südöstlich von Schweinrich. Hier sind am Zechliner Wege auf den Aeckern der Herren Lemke, Oberlandjäger Lehmann, Richard Kober und Otto Vielitz etwa 10 große dunkle Stellen auf dem gepflügten 'Acker zu erkennen, von denen jede einen Durchmesser von ungefähr 10 Meter hat. Mittelalterliche Gesäßreste fanden sich fast an jeder dieser Stellen (Mus. Heiligengrabe). Auf dem be- zeichneten Gelände sind nach der Erzählung von Herrn Fritz Weger (Schwein­rich) früher Fundamente angetroffen, deren Steine beim Bau der Zechliner Chaussee herausgerodet sind.

9. Klosterhof Dranse. Am Nordostufer des Dranser Sees stand im Mittelalter ein Wirtschaftshof des Klosters Amelungsborn (an der Weser). Er ist längst vergangen. Hat doch das Kloster schon 1480 seine Prignitzer Be­sitzungen wieder aufgegeben. Heute weiß man von einem Keller noch zu be­richten, der aus großen Steinen gebaut war und Spitzbogengewölbe hatte. Erst in den letzten Jahrzehnten hat man ihn zerstört, als man die Steine zum Bau eines modernen Gebäudes herausholte. Im Märkischen Museum befinden sich Ziegelsteine, ein Ansatz zu einer Gewölberippe, mittelalterliche Gefäßreste, rostige Eisenstücke, Lehmpatzen mit Rohrabdrücken und ein Stück gekalkter Lehm, alles Sachen, die hier 1912 in und bei einemunterirdischen Keller" gefunden sind. Heute ist von einem Keller nichts mehr zu sehen. Doch findet man an der Stelle des Klosterhofes und in der näheren Umgebung auf und in dem Acker noch große Steine und mittelalterliche Gefäßscherben (Museum Heiligen­grabe). Die Sage erzählt von einem unterirdischen Gange und von einem silbernen Sarge, in dem ein Abt begraben liege.

10.Buchholz". Südwestlich von Paulshof liegt teils auf Gadower, teils auf Zootzener Feldmark eine mittelalterliche Dorfstelle amAlten See" (einer Niederung, die einen verlandeten See darstellt). Dunkle Erdstellen lassen sich im Acker beobachten, früher sind Steinfundamente und Eisengeräte zu Tage gekommen (nicht erhalten). An der Oberfläche finden sich mittelalterliche Ge­fäßreste (Museum Heiligengrabe). Es geht die Sage, daß die Glocken des alten Dorfes im See versenkt wären und daß sie in der Johannisnacht zu hören seien. Andere wissen zu berichten, daß die Glocken in der Johannisnacht in die Höhe kommen und läuten. Besitzer der Stelle ist Herr Gemeindevor­steher Plagemann in Gadow- Ihm ist von seinen Vorfahren erzählt, daß hier das Dorf Buchholz gestanden haben soll. Doch ist zu bemerken, daß noch eine andere Stelle an der Grenze der Gadower und Zootzener Feldmark den Flur­namen Buchholz führt, nämlich die Aecker rechts voni Wege GadowZootzen in der Nähe von Zootzen. Das Dorf Buchholz ist historisch bezeugt und lag schon 1526 wüst.