11. Auch Gadow war eine Zeit lang verlassen. 1525 wird es eine wüste Feldmark genannt. Doch es ist verhältnismäßig früh wieder anfgebaut. Schon 1687 ist es ein bewohntes Dorf. Das alte Gadow scheint etwas nördlich von dem heutigen Kirchhof gelegen zu haben. Dort finden sich auf dem Acker mittelalterliche Scherben und dunkle Stellen.
12. Siedlungsstelle am „Glawer See". Auf der Feldmark Berlinchen liegt in der Nähe des Vorwerkes „Am Damm" eine Niederung, die den Namen „Glawer See" führt. Südlich dieser Niederung finden sich auf dem Acker Spuren einer mittelalterlichen Siedlung. Die Erde ist hier stellenweise dunkel gefärbt, geschlagene und geschwärzte Feldsteine werden herausgepflügt und mittelalterliche Gefüßreste sind zu finden (Mus. Heiligengrabe).
18. „Ollen Blin". Nordwestlich von Berlinchen liegt, schon auf Witt- stocker Feldmark, eine Dorfstelle, die in Berlinchen „Ollen Blin" Alt-Berlin) genannt wird. Hier sind mittelalterliche Tongefüße gefunden, ferner Steinfundamente, Brandschutt, verrostete Nägel und verbrannter Lehm ansgepflügt.
14. Siedlungsstelle bei Alt-Daber. Auf dem Wittstocker Hansland liegt eine mittelalterliche Siedlung südlich des Kanals, in der Nähe von Jagen 4 der Wittstocker Heide. Mehrere schwarze Stellen sind zu erkennen und mittelalterliche Scherben und geschlagene Feldsteine liegen in großer Zahl auf der Oberfläche umher. Es wäre möglich, daß hier das eingegangene Dorf Roch- stede gelegen hat, an das noch die Namen des Rockstädter Berges und des Rockstädter Bodens erinnern.
15. „Klein Schönfeld". Der Weg, der in der Wittstocker Heide schräg durch Jagen 138 und 21 von Südosten nach Nordwesten geht, heißt der „Schönfeldsche Weg". Stuf der alten Forstkarte von Steinhardt aus dem Jahre 1866*) befindet sich daneben im Jagen 21 die Bezeichnung „Klein Schönfeld. Waldwärter Richter hat s. Zt. erzählt, daß bei der Ausforstung der benachbarten „Trockenen Wiese" Steine gefunden seien, darunter „Ziegelsteine vom Klosterformat". Nach diesen Anzeichen kann man im Jagen 21 ein Dorf annehmen.
16. „Groß-Schönfeld". Im Jagen 18A vermerkt die Steinhardtsche Forstkarte „Groß-Schönfeld". Tatsächlich fauden sich hier an einer unbewachsenen Stelle mittelalterliche Gefäßreste und geschlagene Feldsteine als sichere Zeugen menschlicher Siedlung.
Bemerkenswert ist, daß die Steinhardtsche Forstkarte die Ueberlieferung von Groß- und Klein-Schönfeld hat, während urkundlich nur die Feldmark Schönfeld genannt wird, die im Jahre 1436 beim Ankauf durch die Stadt Wittstock schon wüst lag. Da die Angaben der Karten durch die Bodeufunde bestätigt werden, kann man an ihrer Neberliefernng festhalten und 2 Orte namens Schönfeld annehmen.
17. „Untere Dorfstelle." Auf der Steinhardtschen Forstkarte ist in den Jagen 45A und 44B „Untere Dorfstelle" verzeichnet. Deutliche Spuren eines alten Dorfes sind in Jagen 45 zu erkennen. Von einer Beschreibung der Funde kann hier abgesehen werden. Näheres ist in dem Bericht im 7. Jahrgang S. 43 f. zu finden. Wahrscheinlich handelt es sich hier um die Stelle von Wusterade, das 1436 schon wüst lag.
Auch sonst bietet die Wittstocker Heide noch manches Interessante. Mitten im Walde lassen sich noch Spuren von längst vergangenen Wegen feststellen. Hochäcker sind in großer Zahl vorhanden, die in unverkennbarem Zusammenhang mit den mittelalterlichen Dorfstellen stehen und merkwürdige Gräben, die auf einer Seite fast immer von einem Wall begleitet werden, durchziehen den Wald. Ihre Anlage wird nur verständlich, wenn man sie als Grenzgräben deutet, durch welche die Grenzen der Feldmarken oder Aecker markiert werden. Es ist hier nicht der Ort, näher auf diese Verhältnisse einzugehen, bei deren Untersuchung mir durch die Wittstocker Forstbeamten, ganz besonders durch
*) Anm. Die Karte ist durch den Vermerk alter Wuruamen''autzerst wertvoll. Mir freundliche Ueber- lassung eines Exciuplares bin ich Herrn Rektor Sievert (Wittstock) zu Dank verpflichtet.