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anderen formulierte Prämisse, eine wissenschaftliche Begriffsbildung müsse sich unter anderem darum bemühen, den Erfahrungen der Zeitgenossen Rechnung zu tragen, blieb in der Abschlußdiskussion nicht unwidersprochen. Peter Steinbach(FU Berlin) sah hier die Grenze zu harmonisierenden, letztlich geschichtspolitischen Betrachtungsweisen überschritten.
„DIE SATIRE MÜSSTE NOCH SCHÄRFER SEIN!" „DAS KÖNNEN SIE LAUT SAGEN!
Zeichnung: Manfred Bofinger, 1979
Letztlich fand die Beschreibung der DDR als eine auf verschiedenen Ebenen von Spannungslinien geprägte Gesellschaft, bei der nicht zuletzt der politische Homogenisierungsdruck desintegrierend gewirkt habe(Detlef Pollack, Frankfurt/Oder), als „Theorie mittlerer Reichweite“ bei den Teilnehmern erheblich mehr Zustimmung als die übergreifenden Etikettierungen. Und so gestand Christoph Kleßmann(Potsdam) in der Abschlußdiskussion denn auch, daß sich seine Vorbehalte gegen die Bezeichnung der DDR als„moderne Diktatur“ im Verlauf der Tagung zu massiven Bauchschmerzen ausgeweitet hätten. Die Bedenken resultierten dabei offensichtlich auch aus der unklaren Bedeutung und positiven Konnotationen des Moderne-Begriffs. Die Bezeichnung der DDR als Diktatur war dagegen unter den anwesenden Wissenschaftlern gänzlich unumstritten. Christoph Classen
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RUMÄNIEN NACH CEAUSESCU
Internationales Expertentreffen an der Universität Potsdam
Mit der Migration sowie der wirtschaftlichen und sozialen Transformation in SüdOsteuropa nach 1990 beschäftigten sich im November vergangenen Jahres 40 Wissenschaftler aus fünf Ländern bei einer Tagung an der Universität Potsdam. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Entwicklung in Rumänien nach dem Zusammenbruch des Ceausescu-Regimes.
Der Potsdamer Sozial- und Kulturgeograph Prof, Dr. Wilfried Heller präsentierte zusammen mit mehreren rumänischen Partnern erste Zwischenergebnisse eines Forschungsprojektes zur Transformation in Rumänien. Die Wissenschaftler hatten eine Befragung in unterschiedlich strukturierten Orten durchgeführt. Eines der überraschendsten Ergebnisse: Vor allem die Bewohner entlegener Bergdörfer bewerteten ihre Lebenssituation heute nicht viel schlechter als vor dem Umsturz, obwohl sich ihre wirtschaftliche Lage erheblich verschlechtert hat. Weitere Referenten aus dem In- und Ausland hielten Vorträge über die Wirtschafts- und Regionalpolitik Rumäniens und deren Auswirkungen auf die Bevölkerungsmobilität, die Transformation politischer Institutionen und die Probleme der Dezentralisierung und Regionalplanung. Daneben waren Referate spezifischen Problemen des ländlichen Raumes, der Landwirtschaft, dem Städtesystem und der Stadtentwicklung in Bukarest gewidmet,
Ausgehend von der Überlegung, daß das Phänomen Migration in seinen ver
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Ist nach offiziellen Angaben Erwerbslosen noch viel höher
schiedenen quantitativen und qualitativen Dimensionen sozusagen als„Seismograph“ für ökonomische, soziale und politische Prozesse gelesen werden kann, stellten die Referenten Bezüge zwischen den von ihnen behandelten Aspekten und den aktuellen Trends der räumlichen Bevölkerungsmobilität her. Eindeutige Zusammenhänge können nur in Ausnahmefällen konstatiert werden, etwa bei seit 1991 bemerkenswert häufig gewordenen Stadt-Land-Wanderungen. Die De-Industrialisierungspolitik hat zu hohen Arbeitslosenraten in den Städten geführt, während der ländliche Raum seit der Bodenreform wieder an Attraktivität gewonnen hat. Beide staatlichen Maßnahmen gemeinsam dürften die Abwanderung aus den Städten maßgeblich stimuliert haben. Solch eindeutige Zusammenhänge stellen nach bisherigem Kenntnisstand allerdings Ausnahmen dar.
Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Südosteuropa-Gesellschaft geförderte Veranstaltung gab nicht nur einen Überblick über den internationalen Stand der Forschung, sie zeigte auch deren Defizite auf und stellte den Rahmen für neue internationale Kooperationen und gemeinsame Folgeprojekte her, Carsten Felgentreff
Der Aufschwung läßt auf sich warten: In dem 1 ‚500 Seelen-Dorf Rociu hat sich die wirtschaftliche Situation— Wie in den meisten anderen Orten in der Provinz
Ohne Arbeit. Tatsächlich dürfte die Zahl der liegen.
Foto: Heller
INTERNATIONALE TAGUNG ZUR DATENANALYSE
An einem internationalen Workshop zur Datenanalyse an der Universität Potsdam haben im November rund 50 Wissenschaftler aus vier Ländern teilgenommen. Im Mittelpunkt der Tagung standen die Mehrebenenanalyse und ihr Einsatz in der Längsschnittforschung. Angewendet wird diese Analyseform unter anderem in der Soziodemographie und Sozialstruktur
forschung, aber auch in der Wahl- und Bildungsforschung sowie im Marketingbereich. Die wichtigsten Konferenzbeiträge Sollen in einem Buch mit dem Titel „Multilevel Analysis of Complex Survey Data" Zusammengefaßt werden. OrganiSıert worden war die Tagung von dem Professor für Sozialstrukturanalyse an der Universität Potsdam, Prof. Dr. Uwe Engel. zg.
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