„KINDERTAGESBETREUUNG IM WANDEL”
Innovationsbörse des Institutes für angewandte Familien-, Kindheits- und Jugendforschung
Unsere Kinder werden in einer Zukunft leben, die neuartige, heute noch schwer abschätzbare Anforderungen an sie stellt. Die Familie, aber auch die öffentliche Kindertagesbetreuung tragen mit ihren Erziehungs- und Bildungsarrangements eine hohe Verantwortung dafür, daß Kinder ihre Begabungen und Talente entwickeln können und
Kompetenzen erwerben, die sie auf diese ungewisse Zukunft vorbereitet. Um verfügbaren Ressourcen diesen Anspruch zu erfüllen, bedarf es der pädagogischen Kreativität der Erzieherinnen wie auch einer effizienten Verwaltung und Bedarfsplanung im Kita-Bereich. Das Institut für angewandte Familien-, Kindheits- und Jugendforschung(IFK), ein An-Institut der Universität Potsdam, organisierte deshalb gemeinsam mit dem Landesjugendamt des Landes Brandenburg Ende November 1997 eine Innovationsbörse, auf der 28 Aussteller aus zehn Bundesländern Anregungen und Innovationen für die Op
timierung der Kindertagesbetreuung unter pädagogisch-konzeptionellen und verwaltungstechnischen Aspekten präsentierten.
Die Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft des Landrates und Vizepräsidenten des Deutschen Landkreistages, Karl-Heinz Schröter. F
Die Notwendigkeit einer neuen
Qualität von Kindertagesbetreuung wurde aus unterschiedlicher Perspektive beleuchtet. PD Dr. Dietmar Sturzbecher, der als geschäftsführender Direktor des IFK die überraschend hohe Zahl von über 360 Teilnehmern begrüßte, zog hierzu Ergebnisse einer jüngst veröffentlichten Jugendstudie heran, die gängige Klischees zu Ursachen wachsender Gewaltbereitschaft in Frage stellt und als entscheidende pädagogische Herausforderung unserer Zeit die Balance zwischen Selbstbestimmung und Eigeninitiative einerseits sowie Solidarität und sozialer Verantwortungsübernahme andererseits hervorhebt. Die Leiterin des LandesJugendamtes des Landes Brandenburg, Dr. Doris Scheele, verwies auf die enormen Strukturveränderungen in der Kindertagesbetreuung, die vor dem Hintergrund knapper finanzieller Ressourcen zum Erkunden neuer Wege auffordern.
Die Brisanz bezüglich der gesellschaftlichen Verantwortung, die Rechte der Kinder und die Ansprüche an eine qualitativ hochwertige Kinderbetreuung zur Geltung zu bringen, arbeitete Prof. Dr. Wassilios Fthenakis vom Staatsinstitut für Frühpädagogik heraus. Zum einen wurde auf die Veränderungen der Familie und die dabei zu bewältigenden Übergänge als Entwicklungsaufgaben für Kinder und Eltern verwiesen, was neue, die Familie und Kita integrierende Konzepte erfordert. Zum anderen wurde anhand von Forschungsbefunden aufgezeigt, daß sowohl strukturelle Aspekte, wie z. B. Gruppengröße und Personalschlüssel, als auch prozessuale Aspekte der Betreuungsqualität, die sich in der Betreuer-Kind- sowie Betreuer-ElternInteraktion widerspiegeln, nachweislichen
it den
Andere Zeiten, andere Kindertagesbetreuung... Abb.: ZU,
Einfluß auf die Förderung der kindlichen Entwicklung haben.
Die Forderungen, die Qualität der Kindertagesbetreuung künftig stärker aus der Perspektive des Kindes zu definieren, untermauerte Prof. Dr. Ulrich Schmidt-Denter, Universität Köln, aus entwicklungspsychologischer Perspektive. Das Echo auf die Einladung zur Innovationsbörse zeigte, daß es ein breites Interesse, eine hohe Motivation und ein großes Engagement gibt, eine hohe Qualität der Kindertagesbetreuung— trotz oder gerade wegen des wachsenden Kostendrucks— zu sichern und neue, zukunftsträchtige Wege in der Kindertagesbetreuung zu verfolgen.
Die verschiedenen Interessengruppen, wie beispielsweise die Träger und das pädagogische Personal von Kitas, das kommunale Verwaltungsmanagement und potentielle „Neugründer“ von Einrichtungen konnten hierzu eine Fülle von Anregungen und Ideen mitnehmen und sich von praktizierten Neuerungen inspirieren lassen. So stellten Anbieter aus Frankfurt/Oder, dem Saarland und aus Schleswig-Holstein Konzepte vor, die Kinder mit anderen Kulturen vertraut machen sollten und Wege aufzeigen, wie sich Mehrsprachigkeit im Elementarbereich umsetzen läßt, Unter dem Stichwort Öffnung der Kindertageseinrichtungen wurden verschiedene Wege und Konzepte vorgestellt: z, B. für die Entwicklung eines Kindertageszentrums, eines Kinder- und Begegnungshauses für Eltern, für ein Familien-ServiceZentrum oder für die Integration von Hortkindern bei Vernetzung mit Angeboten der offenen Kinder- und Jugendarbeit.
Zu Fragen der Altersmischung, gruppen
übergreifenden Arbeit und der Eingewöhnung bei offener Gruppenarbeit, aber auch zu solchen Themen wie der Integration erziehungsschwiernger und seelisch behinderter Kinder, der Suchtprävention im Kindergartenbereich sowie zur Bewegungserziehung und Naturerkundung informierten Aussteller die Besucher sehr lebensnah mit Fotodokumentationen, Videos oder der Möglichkeit, selbst Materialien praktisch zu erproben. Heidrun Großmann
Der Messekatalog, der Informationen und Kontaktadressen aller Aussteller enthält, kann beim Institut für angewandte Familien-, Kindheits- und Jugendforschung e.V. an der Universität Potsdam, Burgwall 15, 16727 Vehlefanz; Tel. 03304/397010 angefordert werden. Bitte einen mit 3 DM frankierten A 5-Briefumschlag beifügen.
2. REGIONALTAGUNG DES SPRACHENZENTRUMS
„Die Vermittlung von Fremdsprachenkenntnissen an der Universität hat eine große Bedeutung für die europäische Integration und den globalen Wettbewerb.“ Mit dieser Feststellung eröffnete der Rektor der Universität Potsdam, Prof. Dr. Wolfgang Loschelder, die 2. Regionaltagung Berliner und Brandenburger Sprachenzentren zum Thema„Spezifische Lernund Lehrformen im universitären FremdSprachenunterricht“. In der Rede stellte er unter anderem klar, daß die Universität Potsdam trotz der prekären Haushaltslage an den mit der Gründung des Sprachenzentrums verbundenen Zielen festhält.
Der Saarbrücker Romanist Prof. Dr. Albert Raasch kennzeichnete in seinem Plenarvortrag einige Herausforderungen, denen sich die universitäre Fremdsprachenausbildung gegenübersieht. Er forderte die Universitäten auf, sich verstärkt in die von der Europäischen Union geförderten Sprachenprojekte einzubringen. Wie weit diese Forderungen in den Sprachenzentren der Brandenburger und Berliner Hochschulen bereits verwirklicht sind, zeigten die Beiträge in den:anschließenden>
Den Plenarvortrag zum Tagungsthema hielt Prof. Dr. Albert Raasch von der Universität des SaarJlandes., Foto: Fritze
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