|>> Arbeitsgruppen. So ist das Sprachenzentrum der Universität Potsdam an zwei großen LINGUA-Projekten—„Akademischer Diskurs in der Europäischen Union“ und „Lernen europäischer Sprachen mit Computer und Internet“— sowie am Thematischen | Netzwerkprojekt im Bereich der Sprachen in _ den Arbeitsgruppen„Language provision for students of other disciplines“ und„Testing“ beteiligt. Auch die anderen Sprachenzentren | der Region wirken an solchen Projekten in | überdurchschnittlichem Maße mit. | Darüber hinaus wurden eine Reihe weiterer | Beispiele zukunftsweisender Ausbildungskonzepte vorgestellt. Sie reichten von the| menornientierten Sprachmodulen im Ausland | über eine transatlantische Videokonferenz | bis hin zu fachspezifischen Lehrveranstaltun| gen für verschiedene Fächer. Eine besondere Rolle spielten Fragen der Sprachaus| bildung in philologischen Studiengängen, wie die Gestaltung der Vorstudienkurse |(Propädeutika), Studieneingangstests und 7 Strategien der Wissensaneignung und der | Fertigkeitsentwicklung. Einen übergreifen} den Schwerpunkt bildeten Überlegungen | zum autonomen Lernen. Beiträge zu einem 1 die Lernerautonomie fördernden Sprachun| terricht waren auf die Integration von Wissen
über Lernvorgänge und Techniken zur
Effizienzsteigerung des selbständigen Ler
nens von Fremdsprachen ausgerichtet, ) Die vom Sprachenzentrum der Universität | Potsdam organisierte Tagung stieß bei den | 80 Teilnehmern aus allen Hochschulen der _ Region auf ein äußerst positives Echo. Sie Soll deshalb auch im nächsten Jahr wieder | stattfinden. Doris Flischikowski
Zwei Neuerungen brachte der RomaniSstentag in Jena im vergangenen Jahr. Erstmals tagten dort alle romanistischen Fachverbände Deutschlands, wie FrankoRomanisten, Hispanisten, Lusitanisten und Katalanisten, gemeinsam. Erstmals gab es auch eine Kooperation mit einem geschichtswissenschaftlich orientierten Forschungsinstitut, dem Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien an der Universität Potsdam (MMZ). Unter der Leitung der Hispanisten Prof. Dr. Christine Bierbach, Universität Mannheim, und Prof. Dr. Georg Bossong, Universität Zürich, sowie des Historikers Dr. Bernd Rother, MMZ, widmete sich eine der Sektionen dem Thema „Judenspanisch— Sephardische Studien“.
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Die Beschäftigung mit sephardischen Themen ist einer der Forschungsschwerpunkte des MMZ. Nicht nur in Deutschland gibt es | Nur wenige Historiker, die die Geschichte
JAHRESABSCHLUSS GEMEINSAM GEFEIERT
Der Kreis der Professoren-Gattinnen um Christiane Loschelder lud im Dezember 1997 wieder gemeinsam mit dem Akademischen Auslandsamt der Uni zu einer kleinen Weihnachtsfeier für ausländische Kinder und deren an der Hochschule studierende Eltern ein. So besuchte auch Familie Siakam mit den Kindern Wilfried und Leslie(unser Foto) aus Kamerun an diesem Tage zunächst die Märchenaufführung„Das Tierhäuschen“ im„Treffpunkt Freizeit“. AnschlieBend trafen sich alle Eingeladenen bei Musik,
der Nachfahren der 1492 aus Spanien vertriebenen Juden untersuchen. Auch in Israel, Frankreich und den USA ist dieses Arbeitsgebiet noch kaum zu Ehren gekommen, vergleicht man es mit den Projekten zur aschkenasischen Kultur, Religion und Geschichte,
Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Sektion in Jena war vornehmlich dem Austausch zwischen deutschen und ausländischen Forschern sowie zwischen Hispanisten und Historikern gewidmet. Von deutschen Sprachwissenschaftlern gibt es schon seit einigen Jahren Projekte zum„Judenspanisch“, der Sprache der sephardischen Juden, die bis ins 20. Jahrhundert mit hebräischen Lettern geschrieben wurde. Sie war in den sephardischen Zentren auf dem Balkan und in der heutigen Türkei die dominierende Alltagssprache. Die Sprache war auch das entscheidende Merkmal, an dem Sepharden zu erkennen waren und mit dem sie sich
Kerzenschein und Weihnachtsstolle an der Universität. Natürlich fehlten die Geschenke für die Kleinen nicht. Wenige Tage zuvor feierten 200 ausländische und deutsche Studierende der Alma mater in der Oberen Mensa des Uni-Komplexes Am Neuen Palais ausgelassen den Jahresabschluß. Diese ebenfalls schon zur Tradition gewordene Veranstaltung organisierten das Auslandsamt und die studentische Gruppe„Knotenpunkt“. L.E./Foto: Fritze
DIE GESCHICHTE DER NACHFAHREN
Moses Mendelssohn Zentrum beim Romanistentag in Jena
von ihrer Umwelt unterschieden, weswegen ihre Entwicklung auch für Historiker von großem Interesse ist. Da in Jena auch Wissenschaftler aus Bulgarien, Frankreich, Großbritannien, Israel, Portugal, Rußland und Spanien vortrugen, war das Ziel des Anschlusses an die internationale Diskussion erreicht.
Vom MMZ referierten Hiltrud Wallenborn und Dr. Bernd Rother in Jena. Hiltrud Wallenborn befaßte sich mit den sephardischen Gemeinden in Amsterdam, Hamburg und London im 17. Jahrhundert und ihren Beziehungen zur christlichen Umwelt. Bernd Rother sprach über„Spanien und die Sepharden im 20. Jahrhundert“, als es auf der Iberischen Halbinsel zu einer „‚Wiederentdeckung“ der sephardischen Gemeinden auf dem Balkan kam. Zusammen mit den anderen Vorträgen werden beide Papiere Ende 1998 in der Reihe „Sephardica“ im Peter Lang Verlag erscheinen. B.R.
PUTZ 1-2/98
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