Heft 
(1.1.2019) 1/2
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Werbeplanen wie diese haben inzwischen ihren festen Platz im Berliner Stadtbild, Zur Zeit stehen in der Hauptstadt rund 1,3 Millionen Quadrat­meter Bürofläche leer. Foto: Fischer

)- weit mehr als 4.000 Mitarbeitern an die Spree kommen. Jeder dritte befragte Ver­band will in Bonn bleiben, 20 Prozent sind noch unentschlossen. Weniger groß scheint dagegen die Berlin-Euphorie bei den Ban­ken zu sein. Für jedes zweite Geldinstitut wird der Umzug laut Studie keinen oder nur einen geringen Einfluß auf die Aktivitäten in Berlin haben. Nur 29 Prozent wollen in den kommenden Jahren noch neue Geschäfts­stellen in der Hauptstadt eröffnen.

Die großen Gewinner des Umzuges werden offenbar die Dienstleister sein. Allein 60 Pro­zent der befragten Regierungsinstitutionen rechnen für die nächsten Jahre mit einer um 10 bis 20 Prozent steigenden Inanspruch­nahme von Dienstleistungen.

Gefragtester Standort in Berlin ist die City­Ost. Für 75 Prozent der befragten Verbän­de und 60 Prozent der Banken ist das Ge­schäftsviertel in unmittelbarer Nähe zum künftigen Standort der Bundesregierung am attraktivsten. Die Ciy-West halten dage­gen nur 20 Prozent der Verbände und 40 Prozent der Banken für interessant. 29.

EU: UMWELT UND KLIMA

Die EU unterstützt Projekte(1994-98), die die Fortbildung zu aktuellen Themen der wissenschaftlichen und technologischen Entwicklung im Bereich Umwelt und Klima fördern, Lehrkapazitäten der europäischen Einrichtungen für die transnätionale Bil­dung nutzen und die Kommunikation zwi­schen Studenten und Wissenschaftlern auf europäischer Ebene verbessern. Die form­losen Vorschläge der Fortbildungskurse müssen enthalten: Kursbezeichnung und -inhalte, Veranstalter, verantwortlicher Wis­Senschaftler, Liste der vorgeschlagenen Redner, Darlegung der Bedeutung des The­mas für die europäische/internationale Wis­Senschaft(max. eine Seite), Veranstaltungs­ort, Teilnehmerzahl, Dauer und Budget in ECU. Sie sind bis zum 16. März 1998 bei der Europäischen Kommission, GD XII/D Programm Umwelt und Klima, Rue de la Loi 200, B-1049 Brüssel, Fax 0032(2) 296.30.24, E-mail: environ-infodesk@dg12.cec.be ein­Zureichen. gr.

ALS DER OSTEN DURCH DEN WESTEN FUHR...

Habilitationsprojekt zur Deutschen Reichsbahn in Westberlin

Seit September 1997 läuft am Historischen Institut der Universität und in Koopera­tion mit dem Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam ein Habilita­tionsprojekt zum Thema Eisenbahner und Eisen­bahnpolitik. Zur Sozialge­schichte der Deutschen Reichsbahn im geteilten Berlin, 1945 1990. Das Vorhaben wird- PUTZ 4/97

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berichtete- von der Volks- Kalter Krieg im Nahverkehr. Mit dem Mauerbau betrieb die Deutsche Reichsbahn die S-Bahn separat in beiden Stadtteilen. Aus Protest gegen die Teilung der Stadt wurde die S-Bahn in West­berlin boykottiert. Die dadurch ausbleibenden Fahrgäste und ein permanenter Devisenmangel bei der Reichsbahn leisteten der weiteren Verwahrlosung der Anlagen und Verkehrsmittel Vor­schub. Auf dem Bild der S-Bahnhof Staaken an der Stadtgrenze des Bezirkes Spandau im Jahre 1976.

wagen-Stiftung gefördert und befaßt sich vor allem mit der Rolle des ostdeut­schen Transportunterneh­mens Deutsche Reichs­bahn(DR) in Westberlin.

Dort hatte die DR mehrere tausend Westber­liner unter Vertrag, die für den Osten arbei­teten und im Westen lebten. Umgekehrt wur­den Eisenbahner aus dem Osten in West­berlin eingesetzt. Diese merkwürdige Situa­tion ergab sich aus den alliierten Regelun­gen bzw.Nicht-Regelungen bei Ende des Zweiten Weltkrieges. Berlin erhielt damals den Status einer fünften Besatzungszone, die durch eine interallierte Kommandantur von den Siegern gemeinsam verwaltet wurde.

Als die sowjetische Besatzungsmacht im August 1945 in ihrer Besatzungszone per Befehl die Betriebsrechte für den Eisen­bahnverkehr wieder der DR übergab, ak­zeptierten die westalliierten Stadtkomman­danten von Berlin diese Regelung auch für den Eisenbahnverkehr(S-Bahn-Nahver­kehr, Personenfernverkehr und Gütertrans­

INNOVATIONSKOLLEG ERWEITERT

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat dem InnovationskollegFormale Modelle kognitiver Komplexität an der Uni­versität Potsdam ein weiteres Forschungs­projekt bewilligt. Darin soll untersucht wer­den, wie aufnahmefähig das Arbeitsgedächt­nis sein muß, damit man spezifische syntak­tische Strukturen verstehen oder selbst pro­duzieren kann. An dem Projekt beteiligen sich Wissenschaftler der Bereiche kognitive Psychologie, theoretische Linguistik und Computerlinguistik der Uni. Das Innova­tionskollegFormale Modelle kognitiver Komplexität wurde 1994 zur Erforschung der höheren Denkfunktionen des Menschen ins Leben gerufen. Inzwischen arbeiten 18 Sprachwissenschaftler, Psychologen und Physiker an insgesamt acht Projekten. zg.

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port) in den Westsektoren der Stadt. Auf eine schriftlich fixierte interalliierte Verein­barung über das Berliner Eisenbahnwesen verzichtete man jedoch, da die westalliierte Seite davon ausging, daß Detailfestlegun­gen eine künftige Entwicklung nur unnötig erschweren würden. Diese Unterlassung ließ unter den Bedingungen des Kalten Krie­ges und der Teilung der Stadt eine bizarre Welt entstehen, in der Zweideutigkeiten und Paradoxa die Regel waren. Unterschiedli­che Rechtsdeutungen boten immer wieder reichlich Reibungsfläche beziehungsweise Zündstoff für Konfliktsituationen.

Dieser juristische Hintergrund stellt nur eine Facette des Forschungsvorhabens dar. Das Untersuchungsspektrum ist vielfältiger und reicht vom Verhältnis der Großmächte über die Befugnisse der Transportpolizei bis hin zu den Arbeits- und Lebenswelten der Eisen­bahner in den beiden Gesellschafts- und Politiksystemen. Die konkreten Untersu­Chungsebenen sind die Aneignung und Deu­tung der sozialen Wirklichkeit bei den Eisen­bahnern und die Eingnffs- und Steuerungs­mechanismen auf seiten der DR/SED. Einen besonderen Platz nimmt hierbei die Entwick­lungsgeschichte der S-Bahn in Westberlin ein. Generell ist es Ziel, eine Transportge­schichtevon oben undvon unten als Sozialgeschichte zu schreiben, mit deren Hilfe sowohl östliche als auch westliche Herrschafts- und Alltagspraxis im Kalten Krieg erklärt werden können. Am Ende soll eine Arbeit vorliegen, die zum einen deutsch-deutsche Nachkriegsgeschichte en miniature widerspiegelt und andererseits die nach dem Zweiten Weltkrieg entstandenen politischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Verwerfungen in Berlin/Branden­burg hervortreten läßt. Burghard Ciesla

PUTZ 1-2/98

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