„ROTKÄPPCHEN” IN ALLER MUNDE
Uni-Gründerstammtisch mit Geschäftsführer der erfolgreichen Sektkellerei
Der Gründerstammtisch der Universität Potsdam hat sich am Markt etabliert. Daran gibt es spätestens seit der 5. Auflage der Veranstaltung am 13. Januar keinen Zweifel mehr. Mit mehr als 50 Teilnehmern aus der Universität Potsdam und aus der Wirtschaft war der Große Senatssaal bis auf den letzten Platz belegt. HansJürgen Krieger, Geschäftsführender Gesellschafter der Rotkäppchen Sektkellerei war sichtlich beeindruckt von der Vielzahl der Interessenten und der Begeisterung für das Thema„Markt und Marketing- wie gewinne, bediene und erhalte ich meine Kunden?“,
Durch die fesselnde Darstellung der Rückeroberung des ostdeutschen Marktes durch die Traditionsmarke„Rotkäppchen“ weckte der Manager bei den Zuhörern das Bedürfnis, selbst einen Schluck aus der„Flasche mit dem roten Hals“ zu probieren. Die Kellerei blickt auf eine 141jährige Geschichte zurück. Zu DDR-Zeiten war der Sekt als„Bückware“ und„zweite Währung“(Krieger) gefragt. Nach einem Popularitätsverlust nach der Wende ist das Getränk heute wieder in aller Munde. Im vergangenen Jahr wurden 34 Millionen Flaschen„Rotkäppchen“ verkauft— 43 Prozent davon in den alten Bundesländern und 23 Prozent in Ostdeutschland. Inzwischen führt fast jedes vierte Geschäft in den alten Ländern den Sekt aus SachsenAnhalt. Der Absatz hat sich seit dem NachWende-Tiefpunkt 1991/92, als sich die bisheKgen Stammkunden aus dem Osten mehr und mehr den Produkten aus dem Westen zuwandten, mehr als verzehnfacht. Damit schaffte„Rotkäppchen“ den Sprung auf Platz drei aller deutschen Sektmarken.
Die„märchenhafte“ Erfolgsstory der Marke gründet sich laut Krieger auf eine Umstrukturierung und Neuorientierung der Beleg
Selters Statt Sekt beim Gründerstammtisch: Zumindest während der Podiumsdiskussion
Verzichtete„Rotkäppchen"-Geschäftsführer Hans-Jürgen Krieger(l.) auf sein Lieblingsgetränk. Mit Uni-Marketingexperte Prof. Dr. Ingo Balderjahn(M.) und Raschid Bouabba(r.) von Bork& Partner plauderte er beim MineralwasSer über„Markt und Marketing“. Foto: Fritze
schaft. Dieser Weg war offenbar steinig und alles andere als romantisch. Äußerungen wie„Stetiger Tropfen höhlt den Stein“,„Marketing ist die Summe aller Maßnahmen zur Vermeidung eines Preisgespräches“ oder „Handel ist Krieg“ blieben den Zuhörern im Gedächtnis. An der Veranstaltung nahmen auch Prof. Dr. Ingo Balderjahn, Marketingprofessor an der Universität Potsdam, Raschid Bouabba vom PITT-Kooperationspartner Bork& Partner sowie Gerd Plath von der Hohen Neuendorfer Firma TUR elektromedizin teil. Der nächste Gründerstammtisch findet am 17. Februar 1998 um 18.00 Uhr unter dem Titel„Typische Personalprobleme in Unternehmen— Personalführung und rechtliche Aspekte“ zum ersten Mal im Parkhotel Potsdam(Forststraße) statt. Wieder stehen drei hochkarätige Experten Rede und Antwort. Prof. Dr. Dieter Wagner, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Potsdam, wird moderieren. Gemeinsam mit einem Anwalt für Arbeitsrecht und dem Personalleiter eines Unternehmens der Region wird er über Möglichkeiten eines differenzierten Personaleinsatzes informieren sSowie ausgewählte Rechte und Pflichten der Arbeitgeber sowie der Arbeitnehmer und freien Mitarbeiter erörtern. Aufgrund der Förderung durch das Projekt„Prozeßbegleitete Unternehmensgründung“ des Bildungswerkes der Wirtschaft in Berlin und Brandenburg ist die Teilnahme für alle Interessenten kostenlos.
Jana Löbcke/Andreas Bohlen
Anmeldungen nimmt Jana Löbcke vom PITT telefonisch unter(0331) 977-1119 oder per e-mail unter bohlen@rz.unipotsdam.de entgegen.
FORSCHUNGSFREUDIGE FIRMEN
Brandenburgische Unternehmen gaben im vergangenen Jahr 7,8 Prozent ihres Umsatzes für Forschung aus. Damit liegen sie im ostdeutschen Ländervergleich auf Platz zwei. Das geht aus einer Umfrage des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft hervor. Nur Berliner Firmen investierten mit 9,3% ihres Umsatzes noch mehr in Forschung und Entwicklung. Weniger forschungsfreudig waren Sachsen(6,5%), Thüringen(3,3%), Sachsen-Anhalt(3,1%) und MecklenburgVorpommern(2,7%). Fortschritte machten die ostdeutschen Unternehmen auch bei der Entwicklung von Patenten. Allerdings würden Innovationen noch unzureichend in marktfähige Produkte umgesetzt. Zg.
TRANSFERPREIS AUSGELOBT
Die Berliner Volksbank, vor wenigen WoChen Partner der Universität beim Aktionstag„Uni trifft Wirtschaft“, schreibt 1998 zum zweiten Mal einen Förderpreis unter dem Motto„Innovationstransfer: Neue Unternehmen, Märkte und Berufe für Berlin und Brandenburg“ aus. Mit der Auszeichnung, die unter der Schirmherrschaft von Bundesforschungsminister Dr. Jürgen Rüttgers vergeben wird, soll der gegenseitige Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft gefördert werden.
Um den mit 3 x 10.000 Mark dotierten Preis können sich Unternehmen aller Branchen mit bis zu 800 Mitarbeitern und einem Umsatz von höchstens 200 Millionen Mark aus Berlin und Brandenburg, Existenzgründer und Technologie-, Gründer- und Innovationszentren der Region bewerben. Einsendeschluß ist der 31. März. Die Preisverleihung findet im Mai statt. AB.
Bewerbungsunterlagen und Informationen bei: Gudrun Wilke, Berliner Volksbank, Telefon(030) 3063-1717.
FÜNF JAHRE T.IN.A.
Mit der feierlichen Eröffnung der Wanderausstellung„Blauer Kreis“, die die enge Verbindung von Innovation und Kunst verdeutlicht, beging die Technologie- und Innovations-Agentur Brandenburg(T.IN.A.) am 15. Januar im Potsdamer Haus der Wirtschaft ihr fünfähriges Jubiläum.
Als Projektträger des brandenburgischen Wirtschaftsministeriums war die T.IN.A. von Beginn an ein zuverlässiger und kompetenter Partner für die technologieorientierten und innovativen Unternehmen und Existenzgründer des Landes. Innerhalb eines Netzwerkes mit den acht Hochschultransferstellen Brandenburgs ist sie auch mit dem PITT der Universität Potsdam eng verbunden. Seit Jahren existiert zudem ein Kooperationsvertrag mit der Hochschule. Von der Zusammenarbeit profitieren inzwischen neben den Uni-Ausgründungen WiSenT und Media Green auch die Patentanmelder aus der Hochschule. Ministerpräsident Dr. Manfred Stolpe zog als Festredner eine erfolgreiche Bilanz der bisherigen Arbeit der T.IN.A. Prof. Dr. Artur Fischer, mit über 5.500 Patenten einer der bedeutendsten Erfinder unserer Zeit(u.a.„Fischer-Dübel“) und einer der sechs Künstler der Ausstellung„Blauer Kreis“, hob in seiner kurzen Ansprache die Rolle der Erziehung für die Kreativität hervor. Aber er betonte auch: ‚Verbissen auf ein Ziel hinzuarbeiten, bringt gar nichts. Man braucht hin und wieder die Freiheit, nichts machen zu müssen oder nur das, worauf man gerade Lust hat.“ AB.
PUTZ 1-2/98
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