Heft 
(1.1.2019) 1/2
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ROTKÄPPCHEN IN ALLER MUNDE

Uni-Gründerstammtisch mit Geschäftsführer der erfolgreichen Sektkellerei

Der Gründerstammtisch der Universität Potsdam hat sich am Markt etabliert. Dar­an gibt es spätestens seit der 5. Auflage der Veranstaltung am 13. Januar keinen Zweifel mehr. Mit mehr als 50 Teilneh­mern aus der Universität Potsdam und aus der Wirtschaft war der Große Senats­saal bis auf den letzten Platz belegt. Hans­Jürgen Krieger, Geschäftsführender Ge­sellschafter der Rotkäppchen Sektkelle­rei war sichtlich beeindruckt von der Viel­zahl der Interessenten und der Begeiste­rung für das ThemaMarkt und Marke­ting- wie gewinne, bediene und erhalte ich meine Kunden?,

Durch die fesselnde Darstellung der Rück­eroberung des ostdeutschen Marktes durch die TraditionsmarkeRotkäppchen weckte der Manager bei den Zuhörern das Bedürf­nis, selbst einen Schluck aus derFlasche mit dem roten Hals zu probieren. Die Kelle­rei blickt auf eine 141jährige Geschichte zu­rück. Zu DDR-Zeiten war der Sekt alsBück­ware undzweite Währung(Krieger) ge­fragt. Nach einem Popularitätsverlust nach der Wende ist das Getränk heute wieder in aller Munde. Im vergangenen Jahr wurden 34 Millionen FlaschenRotkäppchen ver­kauft 43 Prozent davon in den alten Bundes­ländern und 23 Prozent in Ostdeutschland. Inzwischen führt fast jedes vierte Geschäft in den alten Ländern den Sekt aus Sachsen­Anhalt. Der Absatz hat sich seit dem Nach­Wende-Tiefpunkt 1991/92, als sich die bishe­Kgen Stammkunden aus dem Osten mehr und mehr den Produkten aus dem Westen zuwandten, mehr als verzehnfacht. Damit schaffteRotkäppchen den Sprung auf Platz drei aller deutschen Sektmarken.

Diemärchenhafte Erfolgsstory der Marke gründet sich laut Krieger auf eine Umstruk­turierung und Neuorientierung der Beleg­

Selters Statt Sekt beim Gründerstammtisch: Zumindest während der Podiumsdiskussion

VerzichteteRotkäppchen"-Geschäftsführer Hans-Jürgen Krieger(l.) auf sein Lieblingsge­tränk. Mit Uni-Marketingexperte Prof. Dr. Ingo Balderjahn(M.) und Raschid Bouabba(r.) von Bork& Partner plauderte er beim Mineralwas­Ser überMarkt und Marketing. Foto: Fritze

schaft. Dieser Weg war offenbar steinig und alles andere als romantisch. Äußerungen wieStetiger Tropfen höhlt den Stein,Mar­keting ist die Summe aller Maßnahmen zur Vermeidung eines Preisgespräches oder Handel ist Krieg blieben den Zuhörern im Gedächtnis. An der Veranstaltung nahmen auch Prof. Dr. Ingo Balderjahn, Marketingprofessor an der Universität Potsdam, Raschid Bouabba vom PITT-Kooperationspartner Bork& Partner sowie Gerd Plath von der Hohen Neuen­dorfer Firma TUR elektromedizin teil. Der nächste Gründerstammtisch findet am 17. Februar 1998 um 18.00 Uhr unter dem TitelTypische Personalprobleme in Unter­nehmen Personalführung und rechtliche Aspekte zum ersten Mal im Parkhotel Pots­dam(Forststraße) statt. Wieder stehen drei hochkarätige Experten Rede und Antwort. Prof. Dr. Dieter Wagner, Professor für Be­triebswirtschaftslehre an der Universität Potsdam, wird moderieren. Gemeinsam mit einem Anwalt für Arbeitsrecht und dem Per­sonalleiter eines Unternehmens der Region wird er über Möglichkeiten eines differen­zierten Personaleinsatzes informieren sSo­wie ausgewählte Rechte und Pflichten der Arbeitgeber sowie der Arbeitnehmer und freien Mitarbeiter erörtern. Aufgrund der Förderung durch das ProjektProzeßbe­gleitete Unternehmensgründung des Bil­dungswerkes der Wirtschaft in Berlin und Brandenburg ist die Teilnahme für alle Inter­essenten kostenlos.

Jana Löbcke/Andreas Bohlen

Anmeldungen nimmt Jana Löbcke vom PITT telefonisch unter(0331) 977-1119 oder per e-mail unter bohlen@rz.uni­potsdam.de entgegen.

FORSCHUNGSFREUDIGE FIRMEN

Brandenburgische Unternehmen gaben im vergangenen Jahr 7,8 Prozent ihres Umsat­zes für Forschung aus. Damit liegen sie im ostdeutschen Ländervergleich auf Platz zwei. Das geht aus einer Umfrage des Köl­ner Instituts der deutschen Wirtschaft hervor. Nur Berliner Firmen investierten mit 9,3% ihres Umsatzes noch mehr in Forschung und Entwicklung. Weniger forschungsfreudig waren Sachsen(6,5%), Thüringen(3,3%), Sachsen-Anhalt(3,1%) und Mecklenburg­Vorpommern(2,7%). Fortschritte machten die ostdeutschen Unternehmen auch bei der Entwicklung von Patenten. Allerdings wür­den Innovationen noch unzureichend in marktfähige Produkte umgesetzt. Zg.

TRANSFERPREIS AUSGELOBT

Die Berliner Volksbank, vor wenigen Wo­Chen Partner der Universität beim Aktions­tagUni trifft Wirtschaft, schreibt 1998 zum zweiten Mal einen Förderpreis unter dem MottoInnovationstransfer: Neue Unterneh­men, Märkte und Berufe für Berlin und Brandenburg aus. Mit der Auszeichnung, die unter der Schirmherrschaft von Bundes­forschungsminister Dr. Jürgen Rüttgers ver­geben wird, soll der gegenseitige Aus­tausch zwischen Wissenschaft und Wirt­schaft gefördert werden.

Um den mit 3 x 10.000 Mark dotierten Preis können sich Unternehmen aller Branchen mit bis zu 800 Mitarbeitern und einem Um­satz von höchstens 200 Millionen Mark aus Berlin und Brandenburg, Existenzgründer und Technologie-, Gründer- und Innova­tionszentren der Region bewerben. Einsen­deschluß ist der 31. März. Die Preisverlei­hung findet im Mai statt. AB.

Bewerbungsunterlagen und Informatio­nen bei: Gudrun Wilke, Berliner Volks­bank, Telefon(030) 3063-1717.

FÜNF JAHRE T.IN.A.

Mit der feierlichen Eröffnung der Wander­ausstellungBlauer Kreis, die die enge Ver­bindung von Innovation und Kunst verdeut­licht, beging die Technologie- und Inno­vations-Agentur Brandenburg(T.IN.A.) am 15. Januar im Potsdamer Haus der Wirt­schaft ihr fünfähriges Jubiläum.

Als Projektträger des brandenburgischen Wirtschaftsministeriums war die T.IN.A. von Beginn an ein zuverlässiger und kompeten­ter Partner für die technologieorientierten und innovativen Unternehmen und Exi­stenzgründer des Landes. Innerhalb eines Netzwerkes mit den acht Hochschultrans­ferstellen Brandenburgs ist sie auch mit dem PITT der Universität Potsdam eng ver­bunden. Seit Jahren existiert zudem ein Ko­operationsvertrag mit der Hochschule. Von der Zusammenarbeit profitieren inzwischen neben den Uni-Ausgründungen WiSenT und Media Green auch die Patentanmelder aus der Hochschule. Ministerpräsident Dr. Manfred Stolpe zog als Festredner eine er­folgreiche Bilanz der bisherigen Arbeit der T.IN.A. Prof. Dr. Artur Fischer, mit über 5.500 Patenten einer der bedeutendsten Erfinder unserer Zeit(u.a.Fischer-Dübel) und einer der sechs Künstler der AusstellungBlauer Kreis, hob in seiner kurzen Ansprache die Rolle der Erziehung für die Kreativität hervor. Aber er betonte auch: ‚Verbissen auf ein Ziel hinzuarbeiten, bringt gar nichts. Man braucht hin und wieder die Freiheit, nichts machen zu müssen oder nur das, worauf man gerade Lust hat. AB.

PUTZ 1-2/98

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