VON STUDENTEN, DIE AUSZOGEN, DIE INSEL GIGLIO KENNENZULERNEN
Auch 1997 führten die Studenten der Biologie und Geoökologie unter der Leitung von Dr. Detlev Rogge wieder eine Exkursion zum Thema Meeresbiologie durch. Im Herbst führte sie diese auf die Insel Giglio vor der italienischen Mittelmeerküste. Dort verbrachten die Potsdamer am„Institut für Marine Biologie“ eine erlebnis- und erkenntnisreiche Woche mit Schnorcheln, Tauchen, Materialbestimmungen und Vorträgen.
Das Labor des Instituts ist bestens ausgestattet mit Olympus-Mikroskopen, Binokularen, Standartbestimmungs- sowie Spezlalliteratur in mehreren Sprachen zu den einzelnen Tiergruppen sowie verschiedenen Bestimmungstafeln. Obgleich viel gesammelt und bestimmt wurde, bemühten sich die Studierenden, sorgsam mit den naturnahen Lebensräumen und ihren Organismen umzugehen. Krabben, Einsied
lerkrebse, Röhrenwürmer, Muscheln und Schnecken wurden am Ende des Praktikums wieder im Meer ausgesetzt. Tägliches Wasserwechseln war in den vielen kleinen Aquarien notwendig. Besonders der Kontakt mit dem Lebensraum Meer und das eigenhändige Sammeln der Objekte beim SchnorCheln und Tauchen bedeutete vielen Studenten mehr als das etwas realitätsferne Arbeiten am konservierten Tier- und Pflanzenmaterial.
Arbeit und Spaß wurden so kombiniert, daß die Laborarbeit oft noch in den Abendstun
BEI DER HELSINKI STIFTUNG IN WARSCHAU
Der Potsdamer Jurastudent Stefan Untergutsch absolvierte kürzlich ein Auslandspraktikum bei einer„Human Rights NGO“ (einer Nichtregierungsorganisation für Menschenrechte) in Warschau. Nachfolgend ein kleiner Auszug der von ihm dabei gesammelten Eindrücke:
Als ich in Berlin in den Eurocity stieg, der mich nach Warschau bringen würde, hatte ich keine richtige Idee, was mich erwartete. Sicher ich war schon mal in Polen gewesen; damit hatte ich selbst einem Großteil meiner Bekannten etwas voraus, aber das waren Urlaubsfahrten. Daß ich vier Wochen bei einer„Human Rights NGO“ arbeiten würde, die sich mit Minderheitenschutz, Flüchtlings- und Asylrecht und Menschenrechten im allgemeinen beschäftigt, das war alles, was ich wußte. Die Themen waren mit aus den Vorlesungen an der Uni Potsdam zumindest theoretisch durchaus bekannt- wie aber würde die Realität aussehen?
Um es gleich vorwegzunehmen: Es war echt klasse! Die vier Wochen waren viel zu kurz, gern wäre ich noch wesentlich länger geblieben. Die Stiftung, bei der ich landete, war die Helsinka Fundacja Praw Czlowieka, also die Helsinki Stiftung für Menschenrechte. Sie ist ausgesprochen vielfältig. Das Beste kommt allerdings ganz zum Schluß: Ich durfte an einer von der Stiftung ausgerichteten Sommerschule für Menschenrechte teilnehmen, zusammen mit Anwälten, Menschenrechtlern
und Studenten aus vielen Ländern überwiegend Osteuropas.
Aber was habe ich in den vier Wochen konkret getan? Nun, zum einen war ich natürlich ganz Auge und Ohr, habe an diversen Interviews teilgenommen, hatte Gelegenheit, mit Vertretern des UNHCR zu sprechen, ich habe einen kleinen Überblick über das deutsche Ausländerrecht angefertigt und einige Fälle der Rechtshilfeabteilung bearbeitet, die einen Bezug zu Deutschland und zum deutschen Recht hatten. Sehr beeindruckend haben mich die Schicksale der Flüchtlinge, mit denen ich in der Stiftung sprechen konnte— ich werde die Freudenschreie nicht vergessen, die eine Frau aus Kamerun machte, als ihr mitgeteilt wurde, daß ihr Asylgesuch angenommen wurde.
Ich habe jede Menge neue Freunde gewonnen und eine Menge über die Situation in ihren Heimatländern erfahren(und komme jetzt mit dem Schreiben nicht nach), und auch wieder Neues in Polen selbst entdeckt. Warschau(und Lublin, und... und noch viel‘mehr in Polen) sind sehenswert! Ich werde jedenfalls bald wieder hinfahren — und vielleicht schaffe ich es eines Tages auch mal bis nach Bishkek. Auslandpraktika für Jurastundenten(und mehr) bietet übrigens die Europäische Jurastudentenvereinigung(ELSA) an. Hier die Adresse an der Uni Potsdam: ELSA Potsdam, Babelsberg-Nord, Haus 7, Zim: mer 15, Tel. 0331/977-4430, e-mail: elsapdm@rz.uni-potsdam.de.
direkte AT) Spaß und Arbeit verbanden Biologie- und Geoökologiestudierende bei ihrer Exkursion auf die italienische Insel Giglio.
Foto: privat
den stattfand. Häufig brannte das Licht im Labor bis 21.00 oder 22.00 Uhr. Die Taucher konnten jedenfalls täglich von den Erlebnissen in den für die anderen leider verborgenen Tiefen berichten, so von gelben Korallen, Seepferdchen, Rippenkorallen. Aber die Insel bot und bietet auch vielseitige Möglichkeiten zu botanischen Wanderungen, welche fachkundig von Dr. Peter Scharf, dem Kustos des Botanischen Gartens der Uni Potsdam, geleitet wurden. Sie erschlossen die nördlichen und südlichen Teile der Insel, führten in die Carigue und in die Macchie. Die hier praktizierte Symbiose zwischen Zoologie und Botanik halten die Exkursionsteilnehmer für unbedingt zukunftsfähig, da die meisten Studenten vielseitig orientiert sind. Wir alle haben viel Wissen mitgenommen, denn beim Selberarbeiten lernt man immer noch am meisten. So konnten wir insgesamt 114 Pflanzenarten bestimmen. Anja Schilitz/Claudia Maut
DER DAAD IM INTERNET
Auch der Deutsche Akademische Austauschdienst(DAAD) ist nun mit einem eigenen, umfangreichen Informationsangebot im Internet vertreten. Die Homepage mit der Adresse„http://www.daad.de“ öffnet den Weg in ein rund 250 Seiten starkes Angebot, das ständig erweitert wird. Es ist in vier große Themenbereiche gegliedert: Informationen für Ausländer zu Studium und Forschung in Deutschland(einschließlich Informationen zu den Förderungsmöglichkeiten), Informationen für Deutsche zu Studium und Forschung im Ausland(einschließlich Informationen zu den Förderungsmöglichkeiten),„Wir über uns“— eine kurze Selbstdarstellung des DAAD sowie Aktuelles(darunter DAADPressenotizen). pm.
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PUTZ 1-2/98