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Chemie 1959 zum Dr. rer. nat. Nach der Promotion arbeitete er am Anorganischen Institut der Leipziger Alma mater als Oberassistent und habilitierte sich 1963 mit einer Arbeit über Chelate von 2-Picolylketonen. Während IN Zeit der Habilitation und ab 1963 als Dozent für Anorganische Chemie war er für die theoretische und praktische Ausbildung der Leipziger Medizinstudenten verantwortlich. Im Herbst 1967 erhielt er einen Ruf als ordentlicher Professor für Anorganische Chemie an die damalige Pädagogische Hochschule Potsdam, deren Anorganisches Institut, und das der späteren Universität, er fast auf den Tag genau 30 Jahre sicher durch alle Zeitstürme leitete.
Durch die Ergebnisse seiner Forschungsarbeiten hat er der Disziplin Anorganische Chemie Bleibendes hinzugefügt. Über 250 Veröffentlichungen, mehrere Monographien und 33 Patente sind Zeugnisse seines hohen fachlichen Wissens sowie seiner zielstrebigen und von hoher Arbeitsdisziplin geprägten Arbeitsweise. Forschungsschwerpunkte waren die Koordinationschemie der Löse-, Extraktions- und Fällungsprozesse von Metallverbindungen und ihre Anwendung bei der Metallabtrennung und-rückgewinnung und— besonders in den letzten Jahren— die Synthese und Strukturuntersuchung von bioanorganischen Modellkomplexen. Nach der Wende konnte er durch die neuen Kommunikationsmöglichkeiten mit seinen Fachkollegen im In- und Ausland und durch die Verbesserung der materiellen Bedingungen, vor allem durch die Anschaffung moderner Analysengeräte, seinem wissenschaftlichen Entdekkerdrang noch einmal neuen Aufschwung verleihen. Zahlreiche Forschungsprojekte wurden durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft finanziert. Bleibende Verdienste hat sich Prof. Uhlemann bei der Ausbildung der Studenten erworben. Seine Vorlesungen wurden von den Zuhörern nicht nur wegen seiner fachlichen Meisterschaft, sondern auch durch die überzeugende und souveräne Art der Wissensvermittlung hoch geschätzt. Zahlreiche Lehrer wurden durch ihn in Weiterbildungskursen über moderne Erkenntnisse und Entwicklungen auf dem Gebiet der anorganischen Chemie informiert. Besonders dankbar sind seine über 40 wissenschaftlichen Schützlinge, denen er stets ein Ideen sprühender und fördernder Doktorvater war. Ihnen und seinen Mitarbeitern stand er stets mit Rat und Tat zur Seite. Seine herausragenden, von allen geschätzten Eigenschaften waren seine ruhige und freundliche Art, verbunden mit einem hohen Gerechtigkeits
sinn. In seinem Fleiß und seiner Bescheidenheit war er uns allen ein Vorbild. Wir trauern mit seiner Frau und seinen beiden Kindern und ihren Angehörigen. Prof. Uhlemann werden wir stets ein ehrendes Gedenken bewahren. Dr. habil. Uwe Schilde
DFG-GELD FÜR BERCOVICI-NACHLASS
In enger Kooperation mit der Universitätsbibliothek hat Dr. Karl Erich Grözinger, Professor für Religionswissenschaft an der Uni Potsdam, 1997 die 2000bändige jiddische Bibliothek sowie den gesamten persönlichen Nachlaß des jiddischen Dichters und dramaturgischen Direktors des. Jiddischen Theaters Bukarest, Israil Bercovici, erworben. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft(DFG) hat nun im Rahmen ihres Programmes zur Förderung des wissenschaftlichen Bibliothekswesens eine Stelle für einen wissenschaftlichen Mitarbeiter sowie eine wissenschaftliche Hilfskraft für ein Jahr zur ErschlieBung des Bercovici Nachlasses bewilligt. Somit erhält erstmals ein Projekt der Uni-Bibliothek eine Förderung. Die Erschließungsarbeiten sollen die etwa 1.000 vorwiegend Jiddischen Briefe sowie die Theaterskripte und Essays aus den Jahren 1954 bis 1988 in einem elektronischen sowie ausgedruckten „Findbuch“ erschließen und damit die Grundlage zur Erforschung eines bedeutsamen Kapitels jiddischer Literatur und Kultur hinter dem„Eisernen Vorhang“ legen. E.G.
IN EIGENER SACHE
Seit dem 1. Januar dieses Jahres ist das bisherige Referat für Kultur in das Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Universität Potsdam eingegliedert worden. Der Name des neuen Bereiches lautet„Referat für Presse-, Öffentlichkeits- und Kulturarbeit“. In ihm sollen nun ähnliche Aufgabengebiete in einer Einheit koordiniert und zudem neue Tätigkeitsfelder aufgenommen werden. Ihre Ansprechpartner für die einzelnen Aufgabengebiete haben sich dadurch nicht verändert- mit einer Ausnahme: Das Sekretariat des erweiterten Bereiches wird nun von Andrea Benthien geführt, die unter der Telefonnummer 977-1474, den Faxnummern 977-1145 und-1130 sowie unter der e-mail-Adresse benthien@rz.uni-potsdam.de erreichbar ist. Leiterin des Referates ist Myriam Hönig, ihr Stellvertreter Dr. Thomas Freitag, ihre Stellvertreterin in allen Presseangelegenheiten Dr. Barbara Eckardt.
Im Zuge einer Erweiterung der Aufgabengebiete ist Dr. Thomas Freitag nun u.a. für den Mitaufbau und die Koordinierung eines Absolventennetzwerkes an der Uni zuständig. Ursula Wagenschütz kümmert sich um eine Ausweitung der Messepräsenz der Hochschule. red.
ORDNUNG UND SICHERHEIT GEHT ALLE AN
Vom Brandschutz bis zur Parkplatzregelung
Die nunmehr vorliegende und demnächst in den„Amtlichen Bekanntmachungen“ der Universität Potsdam veröffentlichte Hausordnung orientiert auf verstärkte„Ordnung im Haus“. Damit die Ordnung von allen Mitgliedern und Angehörigen der Hochschule, von zeitweilig an der Universität Tätigen, von Fremdfirmen, Besuchern, Mietern und Pächtern auch bewußt eingehalten und durchgesetzt werden kann, soll ihr wesentlicher Inhalt an dieser Stelle in den folgenden Ausgaben der PUTZ vorgestellt und kommentiert werden. Im einzelnen sind dabei vorgesehen: Kurzanalysen zur Kriminalitätsentwicklung, Auswertung von„SiCherheitskonferenzen“, Hinweise zum Schutz der Computer, zum Brandschutz, zum Umgang mit Schlüsseln sowie Parkplatzregelungen.
Ausgehend davon, daß die Abwehr von Gefahren nach dem Grundsatz der Bundesrepublik Deutschland eine zwingende Aufgabe des Staates ist, bedeutet dies jedoch nicht, daß Eigentümer bzw. Bürger nicht tätig werden dürfen. Canz im Gegenteil: Denn Sicherheit und Ordnung sind letzt
endlich wesentliche Voraussetzungen für ein friedliches Miteinander. So ist auch zu verstehen, daß nach effizienten Lösungen gesucht wird, die Bevölkerung verstärkt in den Kampf für mehr Sicherheit einzubeziehen, Das Recht des Besitzschutzes und die den Privaten übertragenen staatlichen Maßnahmen erlauben es, die Wahrnehmung der oft vielfältigen Aufgaben durch Befugniszuweisung weiterzudelegieren.
Von diesem Recht hat die Universität Potsdam Gebrauch gemacht und diese Aufgaben privaten Wachschutzunternehmen übertragen. Auf der Grundlage einer umfassenden Sicherheitsanalyse und darauf fußender Schwerpunktbestimmung wurden vielfältige organisatorische Schritte eingeleitet und das Wachpersonal fundiert geschult. Die Lage in dem sensiblen Bereich der Sicherheit und Ordnung ist jedoch nach wie vor angespannt und kritisch. Sie kann nicht losgelöst von der allgemeinen Kriminalitätsentwicklung betrachtet werden. Jeder sollte deshalb Verständnis für teilweiSE unangenehme Regelungen aufbringen.
Heinz Korffmann/Wolfgang Winges|
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PUTZ 1-2/98