Heft 
(1.1.2019) 1/2
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HITPARADE DER FORSCHER

Die 100 bedeutendsten Wissenschaftler in einem Buch

Der englische Phy­siker Isaac Newton (1642-1727) ist nach Einschätzung des Schriftstellers John Simmons die Num­mer eins unter den Wissenschaftlern.

bettendorfsche Verlagsanstalt

Wo Wettbewerb herrscht, gibt es auch Rang­isten. Das gilt für den Sport, die Wirtschaft und die Politik ebenso wie für die Wissen­schaft. Bereits im 19. Jahrhundert erstellte der amerikanische Psychologe James McKeen Cattell eine Liste der bedeutend­sten Forscher. Als einziges Bewer­ungskriterium diente ihm der Platz, den Enzyklopädien den Koryphäen der Wissen­schaft einräumten. Einen weiteren Versuch hat jetzt der amerikanische Schriftsteller John Simmons gestartet. In seinem Buch ‚Who is Who der Wissenschaften stellt er die 100 wichtigsten Forscher aller Zeiten und Diszi­plinen vor.

Daß seine Auswahlzwangsläufig in gro­Sem Maße willkürlich ist, gibt der renom­mierte Biograph und Romanautor offen zu. Auf eine objektive Meßlatte für die Leistun­gen der Forscher habe er bewußt verzich­tet, schreibt er im Vorwort. Die Auswahl

basiere auf seiner persönlichen Einschät­zung undneuesten Bewertungen.

Die Nummer eins der Wissenschaft ist dem­nach Isaac Newton. Der englische Physiker habe dengrößten Einfluß in der Geschich­te der abendländischen Wissenschaft. Auf die Plätze zwei und drei schafften es zwei weitere Physiker: Albert Einstein und Niels Bohr. Insgesamt gibt sich der Autor jedoch Mühe, Wissenschaftler aus möglichst vielen Disziplinen vorzustellen. So sind in seiner Hitliste auch der Psychologe Sigmund Freud, der Astronom Tycho Brahe, der Sexualforscher Alfred Kinsey und der Bakte­Nologe Robert Koch zu finden. Bei den be­deutenden Forschern, die nicht mehr in das fast 600 Seiten starke Werk paßten, entschul­digt sich Simmons artig unter der Rubrik unverzeihliche Auslassungen.

Auch wenn die Zusammenstellung derTop 100 strittig ist einen Überblick über die Forschung der vergangenen zweieinhalb Jahrtausende verschafft das Simmons-Werk allemal. Die Kurzportraits der Wissenschaft­ler sind kurzweilig geschrieben und berück­sichtigen neben wissenschaftlichen Errun­genschaften persönliche Aspekte. mcef

John Simmons: Who is Who der Wissen­schaften. Von Archimedes bis Hawking, von Gauss bis Lorenz, bettendorfsche Verlagsanstalt 1997, 599 S., 58,- DM.

LICHT INSFINSTERE ZEITALTER

Das Bild vom Mittelalter wird heute von Ritterfilmen, Prinz-Eisenherz-Comics oder Romanen wieDer Name der Rose geprägt. Oft erscheint darin die rund 1000jährige Epoche zwischen Antike und Neuzeit immer Noch alsfinsteres Zeitalter. Licht in das Dunkel will nun der Potsdamer Historiker Prof, Dr. Heinz-Dieter Heimann mit seiner Einführung in das Mittelalter bringen. Die mehr als 300 Seiten starke Einstiegslektüre für Geschichtsstudenten und Hobby-Histori­ker Soll über deutsche und europäische Ent­Wicklungen im Mittelalter informieren und über die gegenwärtigen Tendenzen in der Mittelalterforschung aufklären. Folglich ist Heimanns Einführungswerk auch nicht chro­Nologisch, sondern thematisch aufgebaut. StattFrüh-,Hoch- undSpätmittelalter heißen Heimanns KapitelFaktoren, Tenden­Zen und Zusammenhänge des Mittelalters OderLeitbegriffe, Kategorien und systema­üsche Zugänge.

An Aktualität mangelt es dem Buch auch ein halbes Jahrtausend nach dem Beginn der Neuzeit nicht. Das Mittelalter sei heute wie­der in Mode, schreibt Heimann:Die ge­genwärtige Visualisierung mittelalterlicher

Themen in Kinofilmen, Videos, Computer­spielen, Comics, in historischen Ausstellun­gen und Büchern läßt sich durchaus als Rückkehr zu einer Normalität allseitigen hi­storischen Interesses deuten. mcef

Heinz-Dieter Heimann: Einführung in die Geschichte des Mittelalters, Eugen Ul­mer Verlag 1997, 336 S., 29,80 DM.

für Reise,* Touristi

Brandenburger Str. 41/42* Potsdam* Tel. 29 14 96 Mo- Fr 9-18 Uhr* Do 9-19 Uhr* Sa 9-14 Uhr

KABARETT IM NEUEN HAUS

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5 Eröffnung! 2» des Kabareithauses

Das Barockhaus Nummer 31 in der Potsdamer Charlottenstraße ist seit dem 1. November 1997 das lang ersehnte neue Domizil des Potsdamer Kabaretts Obelisk. Bereits 1994 begannen die Vorbereitungen für diese Spielstätte. Nach 19 Jahren erfolgte nun endlich der Umzug aus der fast schon legendären Schopenhauerstraße 27. Rückgabeansprüche zwangen dazu. Dasneue Haus beherbergt einen Saal mit knapp 200 Plätzen. Außerdem laden die Kleine Bühne Koschuweit mit 80 Plätzen sowie eine Kaba­rett-Kneipe zum vergnüglichen Verweilen ein. Im Hof-Garten soll im Sommer dann wieder an alte Traditionen mıt Aufführungen im Freien angeknüpft werden. Mit dem Umzug verbunden ist auch ein anderer Name: 1. Preußisches Staatskabarett Obelisk Potsdam. Geblieben ist aber das Bemühen um nıveauvolle Unterhaltung. Deshalb auf ins alte neue Kabarett. Der Karten­vorverkauf ist auch weiterhin telefonisch mög­lich, jetzt unter der Potsdamer Nummer 291069.

B.E./Foto:-zg.

LUST AN KUNST

Angehörige der Universität Potsdam vor­zustellen, die künstlerisch arbeiten, teils professionell, teilsnebenberuflich, ist das Anliegen der ReiheLust an Kunst. Jene interessierten und engagierten Mit­arbeiter und Studierenden sind aus eini­gem Antrieb und nicht zuletzt zum eige­nen Vergnügen kulturell-künstlerisch tä­tig. Deutlich werden soll auch die Motiva­tion für diese Arbeit.

Die Chance zur Artikulation großer Sponta­neität und tiefergehender Emotionalität, dies sind die wichtigsten Intentionen, die den Hi­storiker Dr. Jürgen Angelow bewegen, sich in seiner knapp bemessenen Freizeit der Ma­lerei zu verschreiben. Angelow beschäftigt sich mit Ansprüchen, Möglichkeiten und Techniken der Malerei seit seiner Schulzeit. Malen bedeutet für mich, Gegengewichte zur Arbeit zu finden, mich frei emotional zu bewegen, was dem Historiker im täglichen Berufsalltag eigentlich nicht möglich ist. Fortsetzung nächste Seite

PUTZ 1-2/98

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