HITPARADE DER FORSCHER
Die 100 bedeutendsten Wissenschaftler in einem Buch
Der englische Physiker Isaac Newton (1642-1727) ist nach Einschätzung des Schriftstellers John Simmons die Nummer eins unter den Wissenschaftlern.
bettendorf’sche Verlagsanstalt
Wo Wettbewerb herrscht, gibt es auch Rangisten. Das gilt für den Sport, die Wirtschaft und die Politik ebenso wie für die Wissenschaft. Bereits im 19. Jahrhundert erstellte der amerikanische Psychologe James McKeen Cattell eine Liste der bedeutendsten Forscher. Als einziges Bewerungskriterium diente ihm der Platz, den Enzyklopädien den Koryphäen der Wissenschaft einräumten. Einen weiteren Versuch hat jetzt der amerikanische Schriftsteller John Simmons gestartet. In seinem Buch ‚Who is Who der Wissenschaften“ stellt er die 100 wichtigsten Forscher aller Zeiten und Disziplinen vor.
Daß seine Auswahl„zwangsläufig in groSem Maße willkürlich“ ist, gibt der renommierte Biograph und Romanautor offen zu. Auf eine objektive Meßlatte für die Leistungen der Forscher habe er bewußt verzichtet, schreibt er im Vorwort. Die Auswahl
basiere auf seiner persönlichen Einschätzung und„neuesten Bewertungen“.
Die Nummer eins der Wissenschaft ist demnach Isaac Newton. Der englische Physiker habe den„größten Einfluß in der Geschichte der abendländischen Wissenschaft“. Auf die Plätze zwei und drei schafften es zwei weitere Physiker: Albert Einstein und Niels Bohr. Insgesamt gibt sich der Autor jedoch Mühe, Wissenschaftler aus möglichst vielen Disziplinen vorzustellen. So sind in seiner Hitliste auch der Psychologe Sigmund Freud, der Astronom Tycho Brahe, der Sexualforscher Alfred Kinsey und der BakteNologe Robert Koch zu finden. Bei den bedeutenden Forschern, die nicht mehr in das fast 600 Seiten starke Werk paßten, entschuldigt sich Simmons artig unter der Rubrik „unverzeihliche Auslassungen“.
Auch wenn die Zusammenstellung der„Top 100“ strittig ist— einen Überblick über die Forschung der vergangenen zweieinhalb Jahrtausende verschafft das Simmons-Werk allemal. Die Kurzportraits der Wissenschaftler sind kurzweilig geschrieben und berücksichtigen neben wissenschaftlichen Errungenschaften persönliche Aspekte. mcef
John Simmons: Who is Who der Wissenschaften. Von Archimedes bis Hawking, von Gauss bis Lorenz, bettendorf’sche Verlagsanstalt 1997, 599 S., 58,- DM.
LICHT INS„FINSTERE ZEITALTER”
Das Bild vom Mittelalter wird heute von Ritterfilmen, Prinz-Eisenherz-Comics oder Romanen wie„Der Name der Rose“ geprägt. Oft erscheint darin die rund 1000jährige Epoche zwischen Antike und Neuzeit immer Noch als„finsteres Zeitalter“. Licht in das Dunkel will nun der Potsdamer Historiker Prof, Dr. Heinz-Dieter Heimann mit seiner „Einführung in das Mittelalter“ bringen. Die mehr als 300 Seiten starke Einstiegslektüre für Geschichtsstudenten und Hobby-Historiker Soll über deutsche und europäische EntWicklungen im Mittelalter informieren und über die gegenwärtigen Tendenzen in der Mittelalterforschung aufklären. Folglich ist Heimanns Einführungswerk auch nicht chroNologisch, sondern thematisch aufgebaut. Statt„Früh-“,„Hoch-“ und„Spätmittelalter“ heißen Heimanns Kapitel„Faktoren, TendenZen und Zusammenhänge des Mittelalters“ Oder„Leitbegriffe, Kategorien und systemaüsche Zugänge“.
An Aktualität mangelt es dem Buch auch ein halbes Jahrtausend nach dem Beginn der Neuzeit nicht. Das Mittelalter sei heute wieder in Mode, schreibt Heimann:„Die gegenwärtige Visualisierung mittelalterlicher
Themen in Kinofilmen, Videos, Computerspielen, Comics, in historischen Ausstellungen und Büchern läßt sich durchaus als Rückkehr zu einer Normalität allseitigen historischen Interesses deuten.“ mcef
Heinz-Dieter Heimann: Einführung in die Geschichte des Mittelalters, Eugen Ulmer Verlag 1997, 336 S., 29,80 DM.
für Reise,* Touristi
Brandenburger Str. 41/42* Potsdam* Tel. 29 14 96 Mo- Fr 9-18 Uhr* Do 9-19 Uhr* Sa 9-14 Uhr
KABARETT IM NEUEN HAUS
Aa
5 Eröffnung! 2» des Kabareithauses”
Das Barockhaus Nummer 31 in der Potsdamer Charlottenstraße ist seit dem 1. November 1997 das lang ersehnte neue Domizil des Potsdamer Kabaretts Obelisk. Bereits 1994 begannen die Vorbereitungen für diese Spielstätte. Nach 19 Jahren erfolgte nun endlich der Umzug aus der fast schon legendären Schopenhauerstraße 27. Rückgabeansprüche zwangen dazu. Das„neue“ Haus beherbergt einen Saal mit knapp 200 Plätzen. Außerdem laden die Kleine Bühne „Koschuweit“ mit 80 Plätzen sowie eine Kabarett-Kneipe zum vergnüglichen Verweilen ein. Im Hof-Garten soll im Sommer dann wieder an alte Traditionen mıt Aufführungen im Freien angeknüpft werden. Mit dem Umzug verbunden ist auch ein anderer Name: 1. Preußisches Staatskabarett Obelisk Potsdam. Geblieben ist aber das Bemühen um nıveauvolle Unterhaltung. Deshalb auf ins alte neue Kabarett. Der Kartenvorverkauf ist auch weiterhin telefonisch möglich, jetzt unter der Potsdamer Nummer 291069.
B.E./Foto:-zg.
LUST AN KUNST
Angehörige der Universität Potsdam vorzustellen, die künstlerisch arbeiten, teils professionell, teils„nebenberuflich“, ist das Anliegen der Reihe„Lust an Kunst“. Jene interessierten und engagierten Mitarbeiter und Studierenden sind aus einigem Antrieb und nicht zuletzt zum eigenen Vergnügen kulturell-künstlerisch tätig. Deutlich werden soll auch die Motivation für diese Arbeit.
„Die Chance zur Artikulation großer Spontaneität und tiefergehender Emotionalität“, dies sind die wichtigsten Intentionen, die den Historiker Dr. Jürgen Angelow bewegen, sich in seiner knapp bemessenen Freizeit der Malerei zu verschreiben. Angelow beschäftigt sich mit Ansprüchen, Möglichkeiten und Techniken der Malerei seit seiner Schulzeit. „Malen bedeutet für mich, Gegengewichte zur Arbeit zu finden, mich frei emotional zu bewegen, was dem Historiker im täglichen Berufsalltag eigentlich nicht möglich ist. Fortsetzung nächste Seite
PUTZ 1-2/98
Seite 33