Heft 
(1.1.2019) 1/2
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Foto: Fritze

Jürgen Angelow(Foto), Jahrgang 1961, stu­dierte von 1983 bis 1988 Geschichte in Leip­zig. Er arbeitete bis 1992 am Militärge­schichtlichen Institut bzw. Forschungsamt Potsdam, bevor er wissenschaftliche Projek­te, unter anderem ein Drittmittelprojekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft, reali­sieren konnte. Von 1994 bis 1996 gehörte er dem Bereich Neuere Geschichte I im Histo­rischen Institut der Uni Potsdam an, bevor er 1997 Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Pro­fessur für Militärgeschichte wurde. Seine Forschungsgebiete sind die deutsche Ge­schichte im 19. und 20. Jahrhundert. Jürgen Angelows Bilder vermitteln den Ein­druck kalkulierten Changierens zwischen abstraktem und zugleich noch gegenständ­lichem Empfinden. Der Hobbymaler geht intuitiv in seiner Arbeit vor: Der Betrachter wird in farblich faszinierende Augen­fälligkeiten versetzt, kontrastreiche Farben auf großflächigen Pinselsegmenten wie auch starke dynamische Bewegungen tref­fen aufeinander. Vor dem Malen habe er stets eine Idee, meist gehe es dabei um ele­mentare Grundempfindungen und große farbliche Kompositionsanordnungen. Im Prozeß des Schaffens werden dann ver­schiedene weitere. Schichten aufgebro­chen. So kommt es, daß in denbewegten und abstrakten Bildern Angelows auf den zweiten Blick auch detailgetreue, fast ge­genständliche Elemente zu erkennen sind. Der Maler arbeitet vielschichtig, manchmal nimmt er zuerst gewählte Farben teilweise wieder ab, Kohle oder Kreide kommen zur Ölfarbe dazu, andere Papiersorten arbeitet er ein, ein Stück Landkarte ist in die Farbvielfalt einmontiert. Für seine Bilder wählt er grundsätzlich keine Titel.

Seit seiner Schulzeit malte Angelow vorwie­gend Landschaften in Öl, später nutzte er auch andere Techniken und Mittel, wie Aquarell, Kreide oder Acryl. Ende der 80er Jahre ging er zur abstrakten Malerei über. Viele Bilder Angelows sind im Besitz von Freunden und Bekannten, überdies sind Ar­beiten in den Räumen des Bereichs Militär­geschichte sowie des Referates für Presse­ Öffentlichkeits- und Kulturarbeit an der Hochschule zu sehen. Im März 1997 stellte der malende Historiker erstmals vor einer größeren Öffentlichkeit aus: Die Potsdamer Galerie Jordan gab einen Einblick in sein Schaffen. Thomas Freitag

Zur Einstimmung auf kommende Festtage trug das Institut für Musik und Musikpädagogik der Universität Potsdam im Dezember auf seine Weise bei. Mit der Aufführung derWeihnachts­geschichte von Carl Orff hatte man offensicht­lich den Geschmack des Publikums getroffen. Studierende des HauptfachesElementare Musikpädagogik" übernahmen dabei die Rollen von Hirten, Engeln und Musikanten und erhiel­ten Unterstützung durch Kinder einer Lehr­Ppraxisgruppe(unser Foto), Das am Heiligen Abend des Jahres 1948 uraufgeführte Stück basiert auf einer Textvorlage Orffs in bayeri­scher Mundart, zu der seine enge Mitarbeiterin Gunild Keetman die Musik schrieb. Beim Spiel im Kammermusiksaal des Golmer Uni-Komple­

ORFF-STÜCK BEGEISTERTE

xes wurde bewußt auf die alpenländische Ori ginalsprache zurückgegriffen. Zwei Sprecher rezitierten die Texte in Form einer Lesung, die durch die szenische und musikalische Ge staltung ihre Abrundung fand. Das Mysterium der Christgeburt und die vielfältigen Begeben heiten der Wundernacht wurden durch das Hin und Widerreden der hirtlichen Zuschauer beschworen. Auf derBühne agierten rund 40 Kinder und Studierende, denen eine Verbindung von Spra­che, Musik und Darstellung so gelang, daß es überzeugte. Die zahlreichen Besucher im über füllten Kammermusiksaal jedenfalls bestätigten die gewählte Aufführungsform mit viel Beifall. W.B./Foto: Tribukeit

STUDIERENDE SANGEN HÄNDEL-ORATORIUM

Zu Beginn des Jahres 1998 stand als zweites Projekt Georg Friedrich Händels anspruchs­volles OratoriumBelsazar" auf dem Programm des im Sommersemester 1996 gegründeten Chores der Uni Potsdam. Die Leitung hatte wieder Kristian Commichau, Professor für Chor­und Ensembleleitung. Das dramatische Orato­rum aus dem Alten Testament ist, wie die meisten anderen Händel-Oratorien, hierzulande weitgehend unbekannt, Es folgt einer biblischen Geschichte aus dem Buch Daniel, die der Kom­

Pponist 1744 in ein fast dreistündiges musikdra­matisches, englischsprachiges Werk kleidete. Das Norddeutsche Barockensemble spielte auf historischen Instrumenten nach alten Quellen. Außerdem konnte der International bekannte Altus David Cordier für das Konzert gewonnen werden. Der Chor hatte also die nicht leichte Aufgabe, neben den Profis zu bestehen. Er mei­sterte sie mit Bravour. Die Reaktion des Publi­kums und insgesamt hervorragende Medien­kritiken belegten es. B.E./Foto: Tribukeit

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