GELENKE UND MUSKELN IM CHECK
Künftige Sporttherapeuten mit verbesserten Studienbedingungen
Grund zum Feiern gab es Mitte April auf dem Komplex I der Universität Potsdam, als Am Neuen Palais das sanierte Haus 12 übergeben wurde. Inklusive rekonstmuierter Mensa kostete das gesamte Bauvorhaben runde 14 Millionen Mark. Vor allem die Institute für Sportwissenschaft und für Sportmedizin und Prävention werden die modernen Räumlichkeiten jetzt nutzen.
Besonderer Stolz der Mitarbeiter aus dem portmedizinischen Bereich ist ein zweistökiger Funktionsraum. Zusammen setzt er ich aus einem kineseologischen Labor und larunter befindlichen Therapieausbildungslätzen. Gleich in vierfacher Weise soll das ın deutschen Unis eher seltene Konstrukt einen Niederschlag finden. Für die nötige \uslastung wollen die Uni-Wissenschafler urch Lehre, Forschung, Fortbildung und onkrete Patientenbehandlung sorgen. Das /onzept stammt dabei kooperierend vom nstitut für Sportmedizin und Prävention elbst sowie vom Brandenburgischen Verein r Gesundheitsförderung e.V, der auch naßgeblich zum Zustandekommen des geamten Projekts beigetragen hat.
m kineseologischen Labor widmen sich ünftig Mitarbeiter und Studenten um Prof. Jr. Frank Bittmann der komplexen Bewejungsanalyse. ‚Wir messen hier beispielsveise Kräfte, Geschwindigkeiten, Beschleuıigungen oder Beugewinkel, um Schlußfoljerungen über die Funktionen des Bewejungsapparates ziehen zu können“, erläutert Varco Schmidt dazu. Auf dem späteren Ar
beitsmarkt seien Absolventen mit jenem Diagnostikwissen durchaus gefragt.
Der Therapieausbildungsbereich, betont Schmidt, biete Besonderes. Von seinen Komponenten her gleiche er einem normaen Rehabilitationszentrum. Die Ausstattung passe sich der Ausbildung an. Ein Zufall ist dies keineswegs: In Reha-Zentren erbrache Leistungen werden von den Krankenkassen bezahlt. Die wiederum dringen auf eine optimale Vorbereitung der Studenten hinsichtlich der Erfordernisse in der Praxis. Das Institut trägt dem Rechnung. Auch in
der vermittelten Methodik, die dem in der Rehabilitation üblichen Vorgehen entspricht. Ein Vier-Stufen-Modell regelt beispielsweise zu ergreifende Maßnahmen. Dazu gehören die Gelenkmobilisierung nach erfolgter Operation, Koordinationsschulung, Muskelkräftigung sowie die Vorbereitung auf Alltagsbelastungen.
Den eingeschlagenen Weg will man kontinujerlich fortsetzen, möglicherweise Sogar ausbauen. Daß sich die Qualität der in Potsdam vorhandenen Bedingungen herumspricht, zeigen aktuelle Immatrikulationszahlen im mit den Sportwissenschaftlern geteilten Studiengang. Sein nun vertieftes Ausbildungsprofil dürfte weiteres Interesse in alten wie neuen Bundesländern wecken. PC.
Blick in den Bereich Kineseologie. Das abgebildete isokinetische System dient sowohl als Meßgerät
als auch zum medizinischen Aufbautraining bei muskulären Defiziten.
Foto: Fritze
EUROPÄISCHE UMWELTPOLITIK ZWISCHEN ANSPRUCH UND WIRKLICHKEIT Elisabeth Schroedter sprach an der Uni
‚Europäische Umweltpolitik aus erster Hand“ bot Elisabeth Schroedter(Bündnis 90/Die Grünen). Das Mitglied des Europäischen Parlaments sprach nicht zufällig an der Universität Potsdam. Es fand gerade die Europawoche statt, und eine Ringvorlesung des Zentrums für Umweltwissenschaften ermöglichte ein aktuelle Bestandsaufnahme. Eröffnet hatte die Reihe eine Woche zuvor Prof. Dr. Matthias Freude,
resultieren. Der Umweltschutz sei in den vergangenen Jahren zu einem Schwerpunkt europäischer Politik geworden. Allerdings verliefen die eingeleiteten Prozesse sehr zäh; vielfach klafften Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander. Deutschland gehöre entgegen anderslautenden Aussagen der Bundesregierung zu den Schlußlichtern bei der nationalen Umset
ze das Problem jedoch vor der Währungsunion nur Anhörungscharakter. Besonders interessant sind diesbezügliche Kommentare im Hinblick auf die bevorstehende EUErweiterung. Im Falle des Ausbleibens europäischer Regelungen prohezeite die grüne Politikerin die Zunahme des Umwelt- und Sozialdumpings auf dem Territorum der mittel- und osteu
ropäischen Beitrittsländer (MOEL). Es bestehe die Gefahr, daß nachhaltige und innovative Modelle zur Wirtschafts- und Regionalentwicklung auf der Grundlage der Agenda-21 des Weltgipfels 1992 in Rio de Janeiro in den Beitrittsländern effektiv keine Chance hätten. K./W.
zung vieler Papiere.
Diese Einschätzung erhärtete Schroedter durch Fakten aus den Themenkreisen Naturschutz, Regionalentwicklung und Ökologische Steuerreform. Letzte-: re sei in Deutschland zum x.. „heißen Eisen“ des Wahl- gäume symbolisieren Leben. Sie kampfes geworden. Auf zu schützen, ist eine der vordringeuropäischer Ebene besit- lichsten Aufgaben. Foto: Fritze
Präsident des Landesumweltamtes Brandenburg, mit einem Beitrag über„Hochwasserkatastrophen und Naturschutz“.
Die Referentin erläuterte zum Beginn ihrer Ausführungen die hohen Ansprüche an den Schutz der Umwelt und eine nachhaltige Entwicklung in Europa, welche sowohl aus dem Vertrag von Maastricht als auch aus vielen Dokumenten, Richtlinien und Verordnungen der Europäischen Gemeinschaft
PUTZ 5/98 Seite 11