Heft 
(1.1.2019) 05
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GELENKE UND MUSKELN IM CHECK

Künftige Sporttherapeuten mit verbesserten Studienbedingungen

Grund zum Feiern gab es Mitte April auf dem Komplex I der Universität Potsdam, als Am Neuen Palais das sanierte Haus 12 übergeben wurde. Inklusive rekonstmuier­ter Mensa kostete das gesamte Bauvorha­ben runde 14 Millionen Mark. Vor allem die Institute für Sportwissenschaft und für Sportmedizin und Prävention werden die modernen Räumlichkeiten jetzt nutzen.

Besonderer Stolz der Mitarbeiter aus dem portmedizinischen Bereich ist ein zweistök­iger Funktionsraum. Zusammen setzt er ich aus einem kineseologischen Labor und larunter befindlichen Therapieausbildungs­lätzen. Gleich in vierfacher Weise soll das ın deutschen Unis eher seltene Konstrukt einen Niederschlag finden. Für die nötige \uslastung wollen die Uni-Wissenschafler urch Lehre, Forschung, Fortbildung und onkrete Patientenbehandlung sorgen. Das /onzept stammt dabei kooperierend vom nstitut für Sportmedizin und Prävention elbst sowie vom Brandenburgischen Verein r Gesundheitsförderung e.V, der auch naßgeblich zum Zustandekommen des ge­amten Projekts beigetragen hat.

m kineseologischen Labor widmen sich ünftig Mitarbeiter und Studenten um Prof. Jr. Frank Bittmann der komplexen Bewe­jungsanalyse. ‚Wir messen hier beispiels­veise Kräfte, Geschwindigkeiten, Beschleu­ıigungen oder Beugewinkel, um Schlußfol­jerungen über die Funktionen des Bewe­jungsapparates ziehen zu können, erläutert Varco Schmidt dazu. Auf dem späteren Ar­

beitsmarkt seien Absolventen mit jenem Diagnostikwissen durchaus gefragt.

Der Therapieausbildungsbereich, betont Schmidt, biete Besonderes. Von seinen Komponenten her gleiche er einem norma­en Rehabilitationszentrum. Die Ausstattung passe sich der Ausbildung an. Ein Zufall ist dies keineswegs: In Reha-Zentren erbrach­e Leistungen werden von den Krankenkas­sen bezahlt. Die wiederum dringen auf eine optimale Vorbereitung der Studenten hin­sichtlich der Erfordernisse in der Praxis. Das Institut trägt dem Rechnung. Auch in

der vermittelten Methodik, die dem in der Rehabilitation üblichen Vorgehen ent­spricht. Ein Vier-Stufen-Modell regelt bei­spielsweise zu ergreifende Maßnahmen. Dazu gehören die Gelenkmobilisierung nach erfolgter Operation, Koordinations­schulung, Muskelkräftigung sowie die Vor­bereitung auf Alltagsbelastungen.

Den eingeschlagenen Weg will man kontinu­jerlich fortsetzen, möglicherweise Sogar aus­bauen. Daß sich die Qualität der in Potsdam vorhandenen Bedingungen herumspricht, zeigen aktuelle Immatrikulationszahlen im mit den Sportwissenschaftlern geteilten Stu­diengang. Sein nun vertieftes Ausbildungs­profil dürfte weiteres Interesse in alten wie neuen Bundesländern wecken. PC.

Blick in den Bereich Kineseologie. Das abgebildete isokinetische System dient sowohl als Meßgerät

als auch zum medizinischen Aufbautraining bei muskulären Defiziten.

Foto: Fritze

EUROPÄISCHE UMWELTPOLITIK ZWISCHEN ANSPRUCH UND WIRKLICHKEIT Elisabeth Schroedter sprach an der Uni

‚Europäische Umweltpolitik aus erster Hand bot Elisabeth Schroedter(Bündnis 90/Die Grünen). Das Mitglied des Europäi­schen Parlaments sprach nicht zufällig an der Universität Potsdam. Es fand gerade die Europawoche statt, und eine Ringvor­lesung des Zentrums für Umweltwissen­schaften ermöglichte ein aktuelle Bestands­aufnahme. Eröffnet hatte die Reihe eine Woche zuvor Prof. Dr. Matthias Freude,

resultieren. Der Umweltschutz sei in den vergangenen Jahren zu einem Schwerpunkt europäischer Politik geworden. Allerdings verliefen die eingeleiteten Prozesse sehr zäh; vielfach klafften Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander. Deutschland gehöre ent­gegen anderslautenden Aussagen der Bundesregie­rung zu den Schlußlichtern bei der nationalen Umset­

ze das Problem jedoch vor der Währungs­union nur Anhörungscharakter. Besonders interessant sind diesbezügliche Kommen­tare im Hinblick auf die bevorstehende EU­Erweiterung. Im Falle des Ausbleibens eu­ropäischer Regelungen prohezeite die grü­ne Politikerin die Zunahme des Umwelt- und Sozial­dumpings auf dem Territo­rum der mittel- und osteu­

ropäischen Beitrittsländer (MOEL). Es bestehe die Gefahr, daß nachhaltige und innovative Modelle zur Wirtschafts- und Regional­entwicklung auf der Grund­lage der Agenda-21 des Weltgipfels 1992 in Rio de Janeiro in den Beitrittslän­dern effektiv keine Chance hätten. K./W.

zung vieler Papiere.

Diese Einschätzung erhär­tete Schroedter durch Fak­ten aus den Themenkrei­sen Naturschutz, Regional­entwicklung und Ökologi­sche Steuerreform. Letzte-: re sei in Deutschland zum x.. heißen Eisen des Wahl- gäume symbolisieren Leben. Sie kampfes geworden. Auf zu schützen, ist eine der vordring­europäischer Ebene besit- lichsten Aufgaben. Foto: Fritze

Präsident des Landesumweltamtes Bran­denburg, mit einem Beitrag überHoch­wasserkatastrophen und Naturschutz.

Die Referentin erläuterte zum Beginn ihrer Ausführungen die hohen Ansprüche an den Schutz der Umwelt und eine nachhaltige Entwicklung in Europa, welche sowohl aus dem Vertrag von Maastricht als auch aus vielen Dokumenten, Richtlinien und Verord­nungen der Europäischen Gemeinschaft

PUTZ 5/98 Seite 11