AUSLÄNDISCHE STUDIERENDE AUF FACHSTUDIUM VORBEREITEN
Tagung der Lehrkräfte für Chemie und Biologie an den Studienkollegs der Hochschulen
Nachdem die letzte gemeinsame Tagung 1991 am Studienkolleg der Universität Köln durchgeführt wurde, fand am 14. und 15. Mai am Studienkolleg der Universität Potsdam eine Fachtagung der Lehrkräfte für Chemie und Biologie der Studienkollegs der Universitäten und Hochschulen der Bundesrepublik statt. 28 Lehrkräfte aus allen Teilen Deutschlands kamen nach Potsdam. Ziel der Tagung war es, herauszuarbeiten, wie und mit welchen Beiträgen beide Fächer die ausländischen Studierenden flexibler auf den Übergang zum Fachstudium vorbereiten können. Und das besonders vor dem Hintergrund, daß Möglichkeiten zur Effektivierung des Studiums und zur Verkürzung der Studienzeiten für ausländische Studierende gegenwärtig in der Diskussion sind.
Eingeleitet wurde die Tagung mit einem Vortrag von Prof. Dr. Martin Steup, Sprecher der Fachgruppe Biologie/Biochemie an der Universität Potsdam, über die„Erwartungen und Anforderungen an ausländische Studierende der naturwissenschaftlichen Disziplinen aus der Sicht der Universität“. Der Wissenschaftler stellte unter anderem Perspektiven der Naturwissenschaften in den nächsten Jahren am Beispiel der Biowissenschaften dar. Die sich gravierend ändernden Möglichkeiten an den naturwissenschaftlichen Fachbereichen der Hochschulen verlangten nicht nur wegen der knapper werdenden Mittel eine deutliche Hinwendung zu echten Leistungsparametern und eine echte Kosten-Nutzen-Abrechnung. Die zunehmende Internationalisierung der Hochschulbildung und der Anstieg der Mobilität der Studierenden erfordere, daß Studiengänge national und international durchlässiger und kompatibler werden müssen, so der Referent.
Im Rahmen der breit gefächerten Arbeit in den Tagungsgruppen wurden folgende Hauptschlußfolgerungen gezogen: Die inhaltlichen Themenbereiche der 1991 ın Köln verabschiedeten Studienpläne(Rahmenpläne) müssen besser genutzt werden, um die sprachlichen und die fachspezifischen Lernziele so zu realisieren, daß ein reibungsloser Übergang zum Fachstudium gewährleistet ist. Neben der Vermittlung bestimmten Grundlagenwissens soll der propädeutischen Arbeit und dem Transferaspekt bei einigen Themenbereichen deutlicher Aufmerksamkeit gewidmet werden. Damit sollen die ausländischen Studierenden noch besser befähigt werden, chemische und biologische Grundkenntnisse über bestimmte Sachverhalte und Gesetzmäßigkeiten auf für sie neue Sachverhalte
anwenden und übertragen zu können. GroBer Wert muß auch auf die Beherrschung allgemeiner, naturwissenschaftsspezifischer, biologie- und chemiespezifischer Denk- und Arbeitsweisen gerichtet werden, wobei das Experiment eine zentrale Rolle in der naturwissenschaftlichen Ausbildung am Studienkolleg einnehmen sollte. Das ist besonders für die ausländischen Studierenden von großer Bedeutung, in deren heimatlicher Schulbildung dazu nur geringe Möglichkeiten vorhanden waren. Es zeigte sich, daß die Bedingungen für die experimentelle Arbeit an vielen Studienkollegs nicht den Anforderungen genügen oder Experimentieren nicht zulassen. Deshalb forderten die
Teilnehmer der Arbeitsgruppe Chemie daß die technische Ausstattung der Stu dienkollegs eine experimentelle Gestaltung der Lehrveranstaltungen des Faches Chemie unter Beachtung der aktuellen Sicher heitsbestimmungen ermöglicht. Die für die Studienkollegs verantwortlichen Einrich tungen stehen dafür in der Pflicht. Als unver zichtbar wird das Forcieren der Zusammen arbeit zwischen Fach und Deutsch al: Fremdsprache betrachtet, damit die auslän dischen Studierenden schneller die deut sche Sprache so sicher handhaben können daß sie sich stärker den fachlichen Anforde rungen der naturwissenschaftlichen Diszi plinen stellen können. Volkmar Dietrich
KONTAKTE ZU EHEMALIGEN
Aktivitäten der Uni zur Absolventengewinnung
Erst seit kurzer Zeit haben die staatlichen Hochschulen in Deutschland damit begonnen, ihre Absolventen als wichtige Meinungsträger der Öffentlichkeit zu begreifen. Viele Universitäten und Hochschulen sind dabei, wirksame Absolventenvereinigungen ins Leben zu rufen.
Die Vorteile, die wechselseitige gute Beziehungen zwischen Universität und Ehemaligen bringen, liegen auf der Hand: Weil Hochschulen ernstzunehmende Standortfaktoren einer Region sind, gewinnt der Gedanke der gemeinschaftlichen Verantwortung zwischen Lehrenden, Studierenden und Absolventen erhöhte Aufmerksamkeit; die Verquickungen zwischen Ausbildung und Praxis können durch direkte Kontakte effizienter gestaltet werden; Absolventen können fachliche Interessen über ihre ehemalige Hochschule abdecken, sie haben ihrerseits die Möglichkeit, bei der Bereitstellung und Organisation von Praktikumsplätzen und beim Karrieretraining behilflich zu sein; ein Alumni-Brief(später eine Zeitung) bringt Nachrichten zur Wissenschaft, Öffentlichkeits- und Kulturarbeit der Universität, zugleich haben Ehemalige die Möglichkeit, ihre Firmen, Organisationen, Produkte vorzustellen; Absolvententreffen bieten überdies die Gelegenheit, Verbindungen zu pflegen und an der Entwicklung der Hochschule teilzuhaben.
Auch an der jungen Universität Potsdam sind diesbezügliche Aktivitäten entwickelt worden. Das Akademische Auslandsamt (AAA) hat, der Maxime„Dem Gast das Beste“ folgend, die Verbindung zu Absolventen und Gastwissenschaftlern gar nicht erst abreißen lassen. Im März dieses Jahres erschien UNIversal— die 24seitige 1. Ausgabe der„Nachkontakte-Zeitung“ des AAA unter Mitwirkung anderer Bereiche der Uni.
Vor einem Jahr hat sich an der Wirtschafts
und Sozialwissenschaftlichen Fakultät eir
Absolventen-"Förderverein der Wirtschafts
wissenschaften der Uni Potsdam e.V.“ ge
gründet. Er wird von ehemaligen Studieren
den und Professoren gemeinsam getragen
Derzeit wird ein zweites Treffen in Potsdam
vorbereitet.
Nun sollen Absolventen aller Fakultäten
seit Gründung der Uni dürften dies ca. 300C sein- an der förderlichen und zum gegen
seitigen Nutzen gereichenden Zusammen
arbeit interessiert werden. Ein Schritt dazı
ist ein eigens entwickelter“Kontakthalte
brief”, der ab sofort die die Hochschule verlassenden Absolventen erreicht. Ehema
lige Studentinnen und Studenten könne:
entscheiden, welche Informationen künftic aus der Hochschule gewünscht werden, ol Interesse am jährlichen Absolventenbrie
besteht und auf welche Weise die gemein
same Arbeit sinnvoll erscheint.
Seit 1991 haben vor allem Juristen und Leh
rer die Universität Potsdam absolviert. Die Wiedergewinnung früherer Kontakte sol
über entsprechende Fachzeitschriften erfol
gen. Außerdem gibt es den Effekt, daß Ehe
malige in Zeitschriften und auch Tageszei
tungen nach ihren einstigen Kommilitoner annoncieren. Unmißverständlich ist daraus das Bedürfnis abzulesen, sich auf die sc wichtige Phase des Studiums und des Le
bens am Studienort zu besinnen. Damit solche Verbindungen gar nicht erst verlorengehen und dann erst wieder mühsam erstehen, soll die Koordinierung jetzt beginnen, ein Adressenpool geschaffen werden. Die Universitätsgesellschaft Potsdam e.V, der Kreis der Freunde und Förderer der Potsdamer Universität, sieht es als besonderes Anliegen an, die Gewinnung von Absolventen voranzubringen. Der Polizei
Seite 12
PUTZ 5/98