Heft 
(1.1.2019) 05
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AUSLÄNDISCHE STUDIERENDE AUF FACHSTUDIUM VORBEREITEN

Tagung der Lehrkräfte für Chemie und Biologie an den Studienkollegs der Hochschulen

Nachdem die letzte gemeinsame Tagung 1991 am Studienkolleg der Universität Köln durchgeführt wurde, fand am 14. und 15. Mai am Studienkolleg der Universität Potsdam eine Fachtagung der Lehrkräfte für Chemie und Biologie der Studien­kollegs der Universitäten und Hochschu­len der Bundesrepublik statt. 28 Lehrkräf­te aus allen Teilen Deutschlands kamen nach Potsdam. Ziel der Tagung war es, herauszuarbeiten, wie und mit welchen Beiträgen beide Fächer die ausländischen Studierenden flexibler auf den Übergang zum Fachstudium vorbereiten können. Und das besonders vor dem Hintergrund, daß Möglichkeiten zur Effektivierung des Studiums und zur Verkürzung der Studien­zeiten für ausländische Studierende ge­genwärtig in der Diskussion sind.

Eingeleitet wurde die Tagung mit einem Vortrag von Prof. Dr. Martin Steup, Sprecher der Fachgruppe Biologie/Biochemie an der Universität Potsdam, über dieErwartun­gen und Anforderungen an ausländische Studierende der naturwissenschaftlichen Disziplinen aus der Sicht der Universität. Der Wissenschaftler stellte unter anderem Perspektiven der Naturwissenschaften in den nächsten Jahren am Beispiel der Bio­wissenschaften dar. Die sich gravierend än­dernden Möglichkeiten an den naturwis­senschaftlichen Fachbereichen der Hoch­schulen verlangten nicht nur wegen der knapper werdenden Mittel eine deutliche Hinwendung zu echten Leistungsparame­tern und eine echte Kosten-Nutzen-Abrech­nung. Die zunehmende Internationalisie­rung der Hochschulbildung und der An­stieg der Mobilität der Studierenden erfor­dere, daß Studiengänge national und inter­national durchlässiger und kompatibler werden müssen, so der Referent.

Im Rahmen der breit gefächerten Arbeit in den Tagungsgruppen wurden folgende Hauptschlußfolgerungen gezogen: Die in­haltlichen Themenbereiche der 1991 ın Köln verabschiedeten Studienpläne(Rah­menpläne) müssen besser genutzt werden, um die sprachlichen und die fachspezifi­schen Lernziele so zu realisieren, daß ein reibungsloser Übergang zum Fachstudium gewährleistet ist. Neben der Vermittlung bestimmten Grundlagenwissens soll der propädeutischen Arbeit und dem Transfer­aspekt bei einigen Themenbereichen deut­licher Aufmerksamkeit gewidmet werden. Damit sollen die ausländischen Studieren­den noch besser befähigt werden, chemi­sche und biologische Grundkenntnisse über bestimmte Sachverhalte und Gesetz­mäßigkeiten auf für sie neue Sachverhalte

anwenden und übertragen zu können. Gro­Ber Wert muß auch auf die Beherrschung allgemeiner, naturwissenschaftsspezifi­scher, biologie- und chemiespezifischer Denk- und Arbeitsweisen gerichtet werden, wobei das Experiment eine zentrale Rolle in der naturwissenschaftlichen Ausbildung am Studienkolleg einnehmen sollte. Das ist besonders für die ausländischen Studieren­den von großer Bedeutung, in deren heimat­licher Schulbildung dazu nur geringe Mög­lichkeiten vorhanden waren. Es zeigte sich, daß die Bedingungen für die experimentel­le Arbeit an vielen Studienkollegs nicht den Anforderungen genügen oder Experimen­tieren nicht zulassen. Deshalb forderten die

Teilnehmer der Arbeitsgruppe Chemie daß die technische Ausstattung der Stu dienkollegs eine experimentelle Gestaltung der Lehrveranstaltungen des Faches Che­mie unter Beachtung der aktuellen Sicher heitsbestimmungen ermöglicht. Die für die Studienkollegs verantwortlichen Einrich tungen stehen dafür in der Pflicht. Als unver zichtbar wird das Forcieren der Zusammen arbeit zwischen Fach und Deutsch al: Fremdsprache betrachtet, damit die auslän dischen Studierenden schneller die deut sche Sprache so sicher handhaben können daß sie sich stärker den fachlichen Anforde rungen der naturwissenschaftlichen Diszi plinen stellen können. Volkmar Dietrich

KONTAKTE ZU EHEMALIGEN

Aktivitäten der Uni zur Absolventengewinnung

Erst seit kurzer Zeit haben die staatlichen Hochschulen in Deutschland damit be­gonnen, ihre Absolventen als wichtige Meinungsträger der Öffentlichkeit zu be­greifen. Viele Universitäten und Hoch­schulen sind dabei, wirksame Absolven­tenvereinigungen ins Leben zu rufen.

Die Vorteile, die wechselseitige gute Bezie­hungen zwischen Universität und Ehemali­gen bringen, liegen auf der Hand: Weil Hoch­schulen ernstzunehmende Standortfaktoren einer Region sind, gewinnt der Gedanke der gemeinschaftlichen Verantwortung zwischen Lehrenden, Studierenden und Absolventen erhöhte Aufmerksamkeit; die Verquickungen zwischen Ausbildung und Praxis können durch direkte Kontakte effizienter gestaltet werden; Absolventen können fachliche Inter­essen über ihre ehemalige Hochschule ab­decken, sie haben ihrerseits die Möglichkeit, bei der Bereitstellung und Organisation von Praktikumsplätzen und beim Karrieretraining behilflich zu sein; ein Alumni-Brief(später eine Zeitung) bringt Nachrichten zur Wissen­schaft, Öffentlichkeits- und Kulturarbeit der Universität, zugleich haben Ehemalige die Möglichkeit, ihre Firmen, Organisationen, Produkte vorzustellen; Absolvententreffen bie­ten überdies die Gelegenheit, Verbindungen zu pflegen und an der Entwicklung der Hoch­schule teilzuhaben.

Auch an der jungen Universität Potsdam sind diesbezügliche Aktivitäten entwickelt worden. Das Akademische Auslandsamt (AAA) hat, der MaximeDem Gast das Be­ste folgend, die Verbindung zu Absolven­ten und Gastwissenschaftlern gar nicht erst abreißen lassen. Im März dieses Jahres er­schien UNIversal die 24seitige 1. Ausga­be derNachkontakte-Zeitung des AAA unter Mitwirkung anderer Bereiche der Uni.

Vor einem Jahr hat sich an der Wirtschafts

und Sozialwissenschaftlichen Fakultät eir

Absolventen-"Förderverein der Wirtschafts

wissenschaften der Uni Potsdam e.V. ge

gründet. Er wird von ehemaligen Studieren

den und Professoren gemeinsam getragen

Derzeit wird ein zweites Treffen in Potsdam

vorbereitet.

Nun sollen Absolventen aller Fakultäten ­

seit Gründung der Uni dürften dies ca. 300C sein- an der förderlichen und zum gegen

seitigen Nutzen gereichenden Zusammen

arbeit interessiert werden. Ein Schritt dazı

ist ein eigens entwickelterKontakthalte

brief, der ab sofort die die Hochschule verlassenden Absolventen erreicht. Ehema

lige Studentinnen und Studenten könne:

entscheiden, welche Informationen künftic aus der Hochschule gewünscht werden, ol Interesse am jährlichen Absolventenbrie

besteht und auf welche Weise die gemein

same Arbeit sinnvoll erscheint.

Seit 1991 haben vor allem Juristen und Leh

rer die Universität Potsdam absolviert. Die Wiedergewinnung früherer Kontakte sol

über entsprechende Fachzeitschriften erfol

gen. Außerdem gibt es den Effekt, daß Ehe

malige in Zeitschriften und auch Tageszei

tungen nach ihren einstigen Kommilitoner annoncieren. Unmißverständlich ist daraus das Bedürfnis abzulesen, sich auf die sc wichtige Phase des Studiums und des Le

bens am Studienort zu besinnen. Damit solche Verbindungen gar nicht erst verlo­rengehen und dann erst wieder mühsam erstehen, soll die Koordinierung jetzt begin­nen, ein Adressenpool geschaffen werden. Die Universitätsgesellschaft Potsdam e.V, der Kreis der Freunde und Förderer der Potsdamer Universität, sieht es als beson­deres Anliegen an, die Gewinnung von Ab­solventen voranzubringen. Der Polizei­

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