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(1.1.2019) 05
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> nicht nur als Computersimulation vorge­führt wurde, sondern auch zum Ausprobie­ren einlud, war der Stand der Universität Potsdam ständig dicht umlagert. Anregungen gaben Wissenschaftsminister Steffen Reiche in seiner Begrüßungsrede und die vortragenden Wissenschaftler mit ihren einführenden Worten zu der Koopera­tion der Universität Potsdam mit außer­universitären Einrichtungen, dem Innova­ionspotential der Fachhochschulen, der Verantwortung der Brandenburger Wissen­schaft für die Einbindung Mittel- und Ost­auropas und zur Verbindung zwischen Wis­senschaft und Industrie.

Die Teilnahme der Universität Potsdam an Jdieser Begegnung in Brüssel hat sich ge­ohnt. Die ausgewählten Exponate demon­strierten überzeugend die Vielfalt der For­schung. Es wurden zahlreiche Gespräche geführt, Bekanntschaften geschlossen oder aufgefrischt. Mit neuen Eindrücken, neuen Ideen und auch dem Bewußtsein, daß die aäigene Universität als größte Hochschule nnerhalb der Wissenschaftseinrichtungen jes Landes den ihr gebührenden Platz ein­nimmt, ging es wieder zurück nach Pots­jam. Die Begegnung der Brandenburger Wissenschaft mit dem Brüsseler Publikum war die erste dieser Art. Ein gelungener Auftakt, dem jetzt, nach dem ersten Ach­tungszeichen, die mühseligere Kleinarbeit 'olgen muß, wie es Dr. Rainer Gerold, in der Generaldirektion XII Direktor für Forschung ınd Kooperation mit Drittstaaten, ausdrück­e. Diese Kleinarbeit erfordert eine For­schungsstrategie und das Setzen von Schwerpunkten, will sie erfolgreich sein. Ganz ohne Sorgen, sans souci, wie es sich der Minister wünschte, wird die Forschung m Land Brandenburg auch fürderhin nicht auskommen. Aber sie wird darin waren sich alle Teilnehmer einig auf der wertvol­len Erfahrung einer Gemeinsamkeit auf­bauen. Regina Gerber

Streckbett für krumme Rücken

In den hochindustriealisierten Ländern sind zirka zwei Drittel der erwachsenen Bevölkerung von Rückenbeschwerden betroffen. An der Präsentation der Wissen­schaftslandschaft Brandenburg in Brüssel beteiligte sich das Institut für Sportmedi­zin und Prävention daher mit einer neuen Entwicklung zur Streckung der Wirbelsäu­le. Das Gerät ‚Wirbel-Fix trägt zur Gesun­derhaltung und Linderung von Schmerzen sowie einer Verbesserung des Gesamtzu­stands der Wirbelsäule bei.

Bei dem ‚Wirbel-Fix handelt es sich um eine apparativ-technische Entwicklung zur Entlastung der Wirbelsäule, welche vom häuslichen bis hin zu medizinischen Berei­chen Einsatz finden kann. Der Patient legt

sich in Rückenlage auf die Liege, fixiert Oberkörper und Becken mit Gurten und stellt per Fernbedienung selbst die ge­wünschte Neigung ein: Auf sanfte Weise zieht so die Schwerkraft die Wirbelsäule auseinander, wodurch die Bandscheiben entlastet werden. Dabei wirken im Ver­gleich zu elektrisch betriebenenStreck­Betten, wie sie in der Orthopädie verwen­

Fand reges Interesse: Wirbel-Fix Foto: TUR elektromedizin

det werden, nur geringe Kräfte, so daß die Anwendung als wohltuend und entspan­nend empfunden wird. Nach sechs bis neun Minuten hat sich die Wirbelsäule be­reits wie nach einem zweistündigen Schlaf gestreckt. Zusätzlich gibt es verschiedene Polster, wie zum Beispiel eine Beinunter­lage, auf der Patienten mit starkem Hohl­kreuz ihre Beine hochlegen können. Bei der Präsentation stieß ‚Wirbel-Fix auf großes Interesse und wurde durch zahlrei­Che Parlamentarier ausprobiert. Der Proto­typ dieses praktischen und hilfreichen Ge­räts wurde mit Hilfe der Technologie und Innovationsagentur des Landes Branden­burg und der Windeck-Metallbau GmbH gebaut. Inzwischen ist die Entwicklung schon zur Serienreife gelangt und wird bei der Firma TUR elektromedizin in Hohen Neuendorf bei Berlin gefertigt.

Dieter Lazik

Computerprogramm zur Diagnose von Sprachstörungen

Die Arbeitsgruppe für Patholinguistik stell­te sich in Brüssel mit dem Expertensystem LeMo zur Diagnose von hirnorganisch be­dingten Sprachstörungen vor. LeMo ist ein computerunterstütztes Verfahren zur mo­dellorientierten Untersuchung von dyslek­tischen, dysgraphischen und aphasischen

Abb.: Uni Potsdam

Störungen der Wortverarbeitung. LeMo­PC enthält insgesamt 33 verschiedene Tests zum Sprachverständnis, darunter das Benennen, Lesen, Schreiben und Nachsprechen von Wörtern. Die in den Aufgaben verwendeten Stimuli sind nach linguistisch und neurolinguistisch relevan­ten Variablen strukturiert.

Die Reaktionen von Patienten können sowohl online, als auch nachträglich in das Pro­gramm eingegeben werden. Die dabei auf­tretenden Fehlerarten werden dann automa­tisch analysiert und statistisch ausgewertet. LeMo erstellt für jeden Patienten ein Profil mit einem Ergebnisüberblick in tabellari­scher Form: Für jeden vollständig durchge­führten Test wird der Anteil korrekter Reak­tionen und das daraus errechnete Leistungs­niveau angegeben. Weiterhin zeigt der Ergebnisüberblick für alle verbal expressi­ven Tests die prozentuale Häufigkeit der ver­schiedenen Fehlertypen. Bei den Merkmals­effekten werden signifikante Leistungsunter­schiede zwischen unterschiedlichen Stimu­lustypen(beispielsweise für häufig ge­brauchte oder seltene Wörter) innerhalb ei­nes Tests errechnet und dokumentiert.

Die Auswertung sämtlicher Patientendaten erfolgt in wenigen Minuten in Form einer modelltheoretischen Interpretation der Diagnosedaten, die als schriftlicher Befund auch ausgedruckt werden kann.

LeMo-PC ist menügesteuert und wird mit einem Textbuch geliefert, in dem alle theo­retischen und methodischen Hintergründe des Verfahrens sowie die diagnostische Funktion erläutert sind. Zielgruppe und Anwender von LeMo sind Logopäden, Sprachtherapeuten und Neurolinguisten, die in eigenen Praxen, Kliniken, Rehabili­tations- und Phoniatrischen Zentren sowie in Kindergärten tätig sind. Ria De Bleser

Euro-Website-Präsentation

Die Präsentation der Homepage des Euro­päischen Instituts für internationale Wirt­schaftsbeziehungen EIIW(http://www. euroelw.de) stieß in Brüssel auf Interesse. Die EIIW-Homepage bietet auf deutsch und englisch Informationen zum Thema Euro an und ist die Nummer eins in den Wirtschaftswissenschaften im Internet zu diesem Thema.

Neben wissenschaftlichen Kurzanalysen fin­den Interessierte auch aktuelle Infos zu Fra­gen der Europäischen Währungsunion. Die Informationsbausteine sind übersichtlich strukturiert und für die Nutzer unter anderem nach den Bereichen Updates, EITW-News, Einleitung, Leitsätze zur Euro-Debatte, Euro­Basics, Pro und Contra, Euro-Informationen/ Euro-Analyse, Euro& Wirtschaftspolitik,

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