> nicht nur als Computersimulation vorgeführt wurde, sondern auch zum Ausprobieren einlud, war der Stand der Universität Potsdam ständig dicht umlagert. Anregungen gaben Wissenschaftsminister Steffen Reiche in seiner Begrüßungsrede und die vortragenden Wissenschaftler mit ihren einführenden Worten zu der Kooperation der Universität Potsdam mit außeruniversitären Einrichtungen, dem Innovaionspotential der Fachhochschulen, der Verantwortung der Brandenburger Wissenschaft für die Einbindung Mittel- und Ostauropas und zur Verbindung zwischen Wissenschaft und Industrie.
Die Teilnahme der Universität Potsdam an Jdieser Begegnung in Brüssel hat sich geohnt. Die ausgewählten Exponate demonstrierten überzeugend die Vielfalt der Forschung. Es wurden zahlreiche Gespräche geführt, Bekanntschaften geschlossen oder aufgefrischt. Mit neuen Eindrücken, neuen Ideen und auch dem Bewußtsein, daß die aäigene Universität als größte Hochschule nnerhalb der Wissenschaftseinrichtungen jes Landes den ihr gebührenden Platz einnimmt, ging es wieder zurück nach Potsjam. Die Begegnung der Brandenburger Wissenschaft mit dem Brüsseler Publikum war die erste dieser Art. Ein gelungener Auftakt, dem jetzt, nach dem ersten Achtungszeichen, die mühseligere Kleinarbeit 'olgen muß, wie es Dr. Rainer Gerold, in der Generaldirektion XII Direktor für Forschung ınd Kooperation mit Drittstaaten, ausdrücke. Diese Kleinarbeit erfordert eine Forschungsstrategie und das Setzen von Schwerpunkten, will sie erfolgreich sein. Ganz ohne Sorgen, sans souci, wie es sich der Minister wünschte, wird die Forschung m Land Brandenburg auch fürderhin nicht auskommen. Aber sie wird— darin waren sich alle Teilnehmer einig— auf der wertvollen Erfahrung einer Gemeinsamkeit aufbauen. Regina Gerber
Streckbett für krumme Rücken
In den hochindustriealisierten Ländern sind zirka zwei Drittel der erwachsenen Bevölkerung von Rückenbeschwerden betroffen. An der Präsentation der Wissenschaftslandschaft Brandenburg in Brüssel beteiligte sich das Institut für Sportmedizin und Prävention daher mit einer neuen Entwicklung zur Streckung der Wirbelsäule. Das Gerät ‚Wirbel-Fix“ trägt zur Gesunderhaltung und Linderung von Schmerzen sowie einer Verbesserung des Gesamtzustands der Wirbelsäule bei.
Bei dem ‚Wirbel-Fix“ handelt es sich um eine apparativ-technische Entwicklung zur Entlastung der Wirbelsäule, welche vom häuslichen bis hin zu medizinischen Bereichen Einsatz finden kann. Der Patient legt
sich in Rückenlage auf die Liege, fixiert Oberkörper und Becken mit Gurten und stellt per Fernbedienung selbst die gewünschte Neigung ein: Auf sanfte Weise zieht so die Schwerkraft die Wirbelsäule auseinander, wodurch die Bandscheiben entlastet werden. Dabei wirken im Vergleich zu elektrisch betriebenen„StreckBetten”, wie sie in der Orthopädie verwen
Fand reges Interesse: Wirbel-Fix Foto: TUR elektromedizin
det werden, nur geringe Kräfte, so daß die Anwendung als wohltuend und entspannend empfunden wird. Nach sechs bis neun Minuten hat sich die Wirbelsäule bereits wie nach einem zweistündigen Schlaf gestreckt. Zusätzlich gibt es verschiedene Polster, wie zum Beispiel eine Beinunterlage, auf der Patienten mit starkem Hohlkreuz ihre Beine hochlegen können. Bei der Präsentation stieß ‚Wirbel-Fix” auf großes Interesse und wurde durch zahlreiChe Parlamentarier ausprobiert. Der Prototyp dieses praktischen und hilfreichen Geräts wurde mit Hilfe der Technologie und Innovationsagentur des Landes Brandenburg und der Windeck-Metallbau GmbH gebaut. Inzwischen ist die Entwicklung schon zur Serienreife gelangt und wird bei der Firma TUR elektromedizin in Hohen Neuendorf bei Berlin gefertigt.
Dieter Lazik
Computerprogramm zur Diagnose von Sprachstörungen
Die Arbeitsgruppe für Patholinguistik stellte sich in Brüssel mit dem Expertensystem LeMo zur Diagnose von hirnorganisch bedingten Sprachstörungen vor. LeMo ist ein computerunterstütztes Verfahren zur modellorientierten Untersuchung von dyslektischen, dysgraphischen und aphasischen
Abb.: Uni Potsdam
Störungen der Wortverarbeitung. LeMoPC enthält insgesamt 33 verschiedene Tests zum Sprachverständnis, darunter das Benennen, Lesen, Schreiben und Nachsprechen von Wörtern. Die in den Aufgaben verwendeten Stimuli sind nach linguistisch und neurolinguistisch relevanten Variablen strukturiert.
Die Reaktionen von Patienten können sowohl online, als auch nachträglich in das Programm eingegeben werden. Die dabei auftretenden Fehlerarten werden dann automatisch analysiert und statistisch ausgewertet. LeMo erstellt für jeden Patienten ein Profil mit einem Ergebnisüberblick in tabellarischer Form: Für jeden vollständig durchgeführten Test wird der Anteil korrekter Reaktionen und das daraus errechnete Leistungsniveau angegeben. Weiterhin zeigt der Ergebnisüberblick für alle verbal expressiven Tests die prozentuale Häufigkeit der verschiedenen Fehlertypen. Bei den Merkmalseffekten werden signifikante Leistungsunterschiede zwischen unterschiedlichen Stimulustypen(beispielsweise für häufig gebrauchte oder seltene Wörter) innerhalb eines Tests errechnet und dokumentiert.
Die Auswertung sämtlicher Patientendaten erfolgt in wenigen Minuten in Form einer modelltheoretischen Interpretation der Diagnosedaten, die als schriftlicher Befund auch ausgedruckt werden kann.
LeMo-PC ist menügesteuert und wird mit einem Textbuch geliefert, in dem alle theoretischen und methodischen Hintergründe des Verfahrens sowie die diagnostische Funktion erläutert sind. Zielgruppe und Anwender von LeMo sind Logopäden, Sprachtherapeuten und Neurolinguisten, die in eigenen Praxen, Kliniken, Rehabilitations- und Phoniatrischen Zentren sowie in Kindergärten tätig sind. Ria De Bleser
Euro-Website-Präsentation
Die Präsentation der Homepage des Europäischen Instituts für internationale Wirtschaftsbeziehungen EIIW(http://www. euroelw.de) stieß in Brüssel auf Interesse. Die EIIW-Homepage bietet auf deutsch und englisch Informationen zum Thema Euro an und ist die Nummer eins in den Wirtschaftswissenschaften im Internet zu diesem Thema.
Neben wissenschaftlichen Kurzanalysen finden Interessierte auch aktuelle Infos zu Fragen der Europäischen Währungsunion. Die Informationsbausteine sind übersichtlich strukturiert und für die Nutzer unter anderem nach den Bereichen Updates, EITW-News, Einleitung, Leitsätze zur Euro-Debatte, EuroBasics, Pro und Contra, Euro-Informationen/ Euro-Analyse, Euro& Wirtschaftspolitik,
Fortsetzung Seite 16
PUTZ 5/98
Seite 15