SCHLECHTE NOTE FÜR HOMEPAGE DER UNI
Pressestelle mit guter Präsentation
Vor kurzem hat die Zeitschrift„Stern“ die Präsenz der deutschen Universitäten im World Wide Web unter die Lupe genommen. Testpersonen surften mit einem Fragebogen von etwa 30 Punkten durch die Angebote der Hochschulen und beurteilten die Seiten nach Übersichtlichkeit, Informationsgehalt und grafischer Gestaltung. Auf Platz eins gelangte die TU Berlin. Die Uni Potsdam liegt dagegen abgeschlagen im hinteren Drittel. Übersichtlichkeit und graphische Gestaltung ließen zu wünschen übrig, befanden die Tester.
jesonders negativ vermerkt wurde das V'ehlen von Suchdiensten: Solche Suchmaschinen durchforsten Texte aller Art nach Stichworten und ermöglichen so dem Benutzer, schnell an Informationen zu einem bestimmten Thema zu kommen oder geeignete Ansprechpartner ausfindig zu machen. Gute Qualität bescheinigten sie dagegen cer„virtuellen Präsentation“ der Pressestelle, Die studentische Hilfskraft Heike Gleisberg leistet demnach gute Arbeit. Offenbar sind den Testern jedoch auch einige Ungenauigkeiten unterlaufen: So haben sie die J)arstellung von Forschung der Uni Potscam positiv bewertet, obwohl zu diesem Zeitpunkt Forschungsthemen noch gar icht ins Internet-Angebot integriert waren. Die Kritik läßt sich dennoch nicht einfach von der Hand weisen. Die Bedeutung der Internet-Präsenz sei roch nicht allen Wissenschaftlern richtig lar, meint dazu Gabriele Grabsch. Sie geört zusammen mit Christine Becker und )r. Thilo Köhn zu der Arbeitsgruppe ‚W3""eam“ der Zentralen Einrichtung für InformMationsverarbeitung und Kommunikation (ZEIK), die das Internet-Angebot der Uni Potsdam mitbetreut. Für den Inhalt und die Vollständigkeit der jeweils angebotenen Informationen sind jedoch die Institute selbst zuständig.„Es gibt bis heute EinMCchtungen der Universität Potsdam, die Nicht im Netz vertreten sind oder deren
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Internet-Seite lückenhaft geblieben ist“, bedauert Gabriele Grabsch. Manche Institute vergessen zum Beispiel auch, mit einem entsprechenden Link zurück zur Hauptseite zu verweisen und machen es dadurch dem Benutzer schwer, sich zurechtzufinden. Die graphische Gestaltung stecke gleichfalls durchaus noch in den Kinderschuhen.
„Wir haben großes Interesse an einer kon
tinuierlichen Zusammenarbeit mit Kollegen anderer Bereiche, denn nur gemeinsam können wir die Außenwirkung der Uni Potsdam im Internet erhöhen“, sagt Gabriele Grabsch. So könnte das wenig erfreuliche Ergebnis immerhin Anlaß sein, die virtuelle Präsenz der Universität Potsdam und ihrer vielfältigen Angebote zu verbessern. Das W3-Team(e-mail: www-team@rz.unipotsdam.de) steht dabei gerne mit Rat und Tat zur Seite und gibt Hilfestellung vom ersten einführenden Kurs in die Kunst des Surfens bis hin zu individueller Beratung beim Aufbau einer Homepage. ar
Die Homepage der Uni Potsdam wirkt auf den ersten Blick sehr einladend. Dennoch ist das
Informationsangebot unter http://www.uni-potsdam.de noch lückenhaft.
Abb.: Uni Potsdam
(UN)MÖGLICHKEITEN TRANSDISZIPLINÄRER GESCHLECHTERFORSCHUNG
Planungen für ein Magister-Nebenfach
Daß verschiedene disziplinäre und theoretische Zugänge unterschiedliche Objekte des Wissens und Erkenntnisse hervorbringen, ist eine Einsicht, die in den meisten Disziplinen- von der Mathematik oder der Physik bis zu den Sozial- und Kulturwissenschaften— präsent ist. Wie aber diese Einsicht reflexiv zu machen ist und vor allem welche Konsequenzen sie für die Vermittlung von Wissen hat, ist selten thematisiert.
Im Rahmen der Planungen für ein MagisterNebenfach„Frauen- und Geschlechterstudien“ an der Universität Potsdam trafen sich deshalb am 13. Juni 1998 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Fächer und Universitäten, um sich in fächerüberschreitenden Dialogen diesem erkenntnistheoretischen Problem und seiner Übersetzung in die Lehre zu widmen. „Disziplinäre Quergänge.(Un) Möglichkeiten transdisziplinärer Geschlechterforschung“ wurde von der Professur für Frauenforschung, Prof. Dr. Irene Dölling, und der Senatskommission zur Erarbeitung der
Studienordnung für das Nebenfach organisiert. Dabei ging es um die Frage, welche Konzepte von Transdisziplinarität existieren und wie sie sinnvoll in eine Studienordnung zu übersetzen sind.
Ein einleitender Vortrag von Dr. Sabine Hark, Uni Potsdam, sowie Kommentare von Referentinnen aus Oldenburg, Potsdam, Hannover und Darmstadt zu sehr unterschiedlichen Aspekten der Frage bildeten die Grundlage der intensiven und anregenden Diskussionen. Neben den theoretischen Überlegungen wurden auch aktuelle hochschulpolitische Restrukturierungen— etwa Tendenzen der zunehmenden Rationalisierung und Ökonomisierung wissenschaftlichen Arbeitens- und didaktisch-pädagogische Fragen eines transdisziplinär orientierten Studiums aufgegriffen.
Am Ende stand das einhellige Fazit geglückter Grenzgänge zwischen verschiedenen Fachkulturen. Die erste Nagelprobe hat das angestrebte transdisziplinäre Profil der Frauen- und Geschlechterstudien bestanden. Sabine Hark
_ PUTZ 6/98
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