APPELL GEGEN PARTEIPOLITISCHE ENGSTIRNIGKEIT UND VERANTWORTUNGSLOSE SPARPOLITIK
Mit großer Sorge betrachtet das Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien an der Universität Potsdam(MMZ) ein sprunghaftes Anwachsen rechtsradikaler Tendenzen in den ostdeutschen Bundesländern. Deshalb wandten sich die Mitarbeiter des Zentrums an die Öffentlichkeit. In dem Aufruf „Bildungs- und Forschungsprogramme gegen Rechtsradikalismus und Fremdenfeindlichkeit sind bedroht—- ein Appell gegen parteipolitische Engstirnigkeit und verantwortungslose Sparpolitik“ heißt es:
„In den letzten zwei Jahren hat sich die Zahl fremdenfeindlicher und rechtsextrem motivierter Straftaten nahezu verdoppelt. Einzelne Regionen wurden bereits von organisierten Rechtsradikalen als ‚national befreit‘ erklärt, und tätliche Angriffe auf Ausländer sind auf der Tagesordnung. Eine dumpfe Atmosphäre von Aggressivität und Intoleranz scheinen immer mehr das gesellschaftliche Klima zu bestimmen. Avı Primor, der Botschafter des Staates Israel, hat an]äßlich des Potsdamer Festaktes zum 50jährigen Bestehen Israels das Aufkommen rechtsradikaler und antisemitischer Tendenzen zu Recht als ‚Ausdruck mangeln
den Demokratiebewußtseins‘ bewertet. Es muß daher Befremden auslösen, daß die im brandenburgischen Landtag vertretenen Parteien sich aus wahltaktischen Gründen nicht zu einem gemeinsamen demokratischen Handeln gegen die Gefahr des Rechtsradikalismus entschließen können. Um den Rechtsradikalismus wirksam zu bekämpfen und den drohenden Verlust zivilisatorischer Werte vor allem in der Jungen Generation zu verhindern, bedarf es eines energischen Vorgehens aller verantwortlichen staatlichen, politischen und gesellschaftlichen Gremien. In keinem Fall darf akzeptiert werden, daß zum gegenwärtigen Zeitpunkt dringend erforderliche Mittel für Aufklärungsmaßnahmen in Ausbildung und Forschung dem Rotstift der brandenburgischen Landesregierung zum Opfer fallen. Bildungsinstitute, Universitäten und Forschungseinrichtungen wie das MMZ, die sich schwerpunktsmäßig mit Rechtsextremismusforschung und Holocaust-Studien beschäftigen, leiden immer stärker unter den Sparmaßnahmen, die nach der Rasenmähermethode ohne Unterschied radikale Kürzungen verordnen. So sind zum Beispiel auch aktuelle Untersuchungen zu Integrationsproblemen von Ausländern und Projek
INTERDISZIPLINÄRER AUSTAUSCH UND UNBÜROKRATISCHE HILFE Doktoranden-Netzwerk THESIS
Vom 2. bis 4. Oktober dieses Jahres findet an der Universität Potsdam das Jahrestreffen des Doktoranden-Netzwerks THESIS statt. Dem voraus geht das Treffen des internationalen Postgraduierten-Netzwerks PI-NET am 1. und 2. Oktober. Vorbereitet und koordiniert wird diese Veranstaltung vom Vorstand des Vereins sowie der Berliner Regionalgruppe, zu der auch Christina Erdmann vom Institut für Pädagogik der Uni und Ludger Offerhaus vom GeoForschungsZentrum gehören.
THESIS wurde 1991 von circa 15 Doktoranden gegründet und versteht sich als selbstorganisierter Interessenverband von inzwischen circa 240 Promovierenden aus allen wissenschaftlichen Gebieten, von Architektur und Agrarwissenschaften bis hin zu Veterinärmedizin und Zoologie. Interdisziplinärer Austausch und, soweit möglich, unbürokratische Hilfe untereinander sind die zentralen Anliegen des gemeinnützigen Vereins, der sich zum ersten Mal in Potsdam trifft, Die jährlichen Zusammenkünfte dienen vor allem dem gegenseitigen Kennenlernen der im gesamten Bundesgebiet ansässigen Doktoranden
sowie dem Erfahrungs- und Informationsaustausch. Aber auch Fachvorträge aus verschiedenen Disziplinen sowie Workshops, beispielsweise zu Fragen der Promotion von Fachhochschulabsolventen, werden stattfinden. Geplant sind außerdem Besuche historischer Sehenswürdigkeiten.
Dem Jahrestreffen des deutschen Doktoranden-Netzwerks geht ein Arbeitstreffen des internationalen Zusammenschlusses von Postgraduierten, des PI-NET voraus. Hierzu werden Doktoranden aus Italien, den USA, Irland, Ungarn, Australien und anderen Ländern erwartet. Da diese internationale Vereinigung erst im Herbst 1997 in Budapest ins Leben gerufen wurde, dient die Arbeitstagung in Potsdam vor allem der Koordination gemeinsamer Aktivitäten sowie einem Vergleich der in den einzelnen Ländern unterschiedlichen beruflichen, ökonomischen und sozialen Lebensbedingungen von Doktoranden. Weitere Informationen sind von Christina Erdmann, e-mail: erdmann@rz.uni- potsdam.de, und Ludger Offerhaus, e-mail: ljo@gfz-potsdam.de, zu erfahren. Ch.E.
te zur Medienaufklärung gegen Rechtsrad:kalismus und Antisemitismus in Brander burg unmittelbar durch Mittelkürzungen bedroht. Das MMZ appelliert deshalb an die politisch Verantwortlichen, auf der Grundlege eines demokratischen Konsenses eindeı tige Prioritäten zu setzen, damit die Zukun’t des Landes nicht zugunsten parteipolit scher Engstirnigkeit und kurzfristiger Sparmaßnahmen aufs Spiel gesetzt wird.“
AUS DEM SENAT BERICHTET
In seiner 52. Sitzung am 11. Juni 1998 het sich der Senat der Universität Potsdar unter anderem mit folgenden Theme ı beschäftigt bzw. nachstehende Beschlü: se gefaßt:
Zunächst gedachten die Senatoren mit€ ner Gedenkminute des tags zuvor versto benen Leiters des Zentrums für Hochschu sport, Dr. Erhard Buchholz. Sie würdigte ihn als einen Kollegen mit hohen menschl chen und fachlichen Qualitäten.
Das Gremium traf einige Personalentsche'dungen. So wählte es Prof. Dr. Dieter Wacner aus der Wirtschafts- und Sozialwisse: schaftlichen Fakultät und Prof. Dr. Mariaı:ne Andrae aus der Juristischen Fakultät als Mitglied bzw. stellvertretendes Mitglied in den Verwaltungsrat des Studentenwerkes Potsdam. Sie amtieren in dieser Funktion vom 1. Oktober 1998 bis zum 30. Septen:ber 2000. Des weiteren bestellte der Senat Prof. Dr. Gernot Badtke aus dem Institut fi Sportmedizin und Prävention zum Vorsi'zenden der Verkehrskommission der Ur Er löst damit Prof. Dr. Ingo Balderjahn avs der Wirtschafts- und Sozialwissenschaft!chen Fakultät ab. Zustimmung fand ebens?> die Neufassung der Habilitationsordnung der Juristischen Fakultät. B.I.
Wir geben Menschen eine Überlebenschance, die unverschuldet durch Kriege oder Naturkatastrophen in Not m:
BE aaa MEDECINS SANS FRONTIERES ÄRZTE OHNE GRENZEN e.V. Ärzte ohne Grenzen e.V.
Lievelingsweg 102, 53119 Bonn
Spendenkonto 97097 Sparkasse Bonn, BLZ 380 500 00
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