DAS KÖNNEN WIR AUCH
Lesedienst für blinde Studierende
Was sich in Amerika bewährt hat, sollte auch bei uns möglich sein“, dachte Prof, Dr. Jetlev W. Belling von der Juristischen Fakultät der Uni. Bei seinem Aufenthalt an der Jniversität Illinois konnte er hautnah erlejen, welche Hilfen man dort sehbehinderan Studierenden angedeihen läßt. Ein eijens für sie eingerichteter Lesedienst trägt lazu bei, ihre Studienbedingungen zu verjessern. Das war für Belling Anlaß zur Tat, nen Lesedienst auch in seinem Bereich in )otsdam zu organisieren.„Später verteilten vır es auf mehrere Schultern.“
layk Hauke, seit 1996 Jura-Student an der ni, profitiert von der Initiative der Lehrenlen. Von Beginn seines Studiums an läßt er ich, zunächst zwei, jetzt sechs Stunden ro Woche, Texte aus Lehr- und Fachbü‘hern, Zeitschriften, Gesetzen und andean Publikationen vorlesen. Studentische ilfskräfte, die die Professoren zur Verfüjung stellen, erfüllen diese Aufgabe. Denn Cht alles ist schon auf Kassetten verfügar.
jellings Beispiel machte Schule. Inzwichen stehen auch studentische Hilfskräfa der Professoren Uwe Hellmann, Werner Aerle, Wolfgang Mitsch, Michael Nieraus und Dieter C. Umbach für Rayk lauke und seinen Kommilitonen Marco ende zur Verfügung. Daß die Vorlesenden jereits in höheren Semestern studieren, ist ür beide ein zusätzlicher Gewinn.„Sie Önnen uns aus eigener Erfahrung auf Wichtiges oder eher Zweitrangiges hinweien“, Hauke und Jende tauschen untereinnder dann die Kassetten aus, auf denen je beim Vorlesen auch Mitschnitte anferigen. Später nutzen sie das Aufgezeichne2 für Hausarbeiten oder Klausuren.
iayk Hauke weiß sehr gut, daß das Engajement der Professoren und der an der Hochschule für die Beratung Studierender nit Behinderung Zuständigen, Dr. Irma Bürger, bei weitem nicht an allen Unis selbstverständlich ist.„Es ist nicht alltäglich“, sagt der angehende Jurist.
Um Chancengleichheit im Studium herzustellen, muß für Behinderte ein Nachteilsausgleich geschaffen werden. Darin sind sich wohl alle einig. Technische Hilfen sind dabei unabdingbar. Ebenso eindeutig ist, daß sie den persönlichen Kontakt nicht ersetzen können. Deshalb hebt Prof. Belling „die sehr wichtige menschliche Erfahrung“ hervor. B.E.
„JETZT FÜHLE ICH MICH HIER SEHR WOHL“ DAAD-Stipendiatentreffen mit großer Resonanz
Am 12. Juni 1998 eröffnete der brandenburgische Ministerpräsident, Dr. Manfred Stolpe, ein zweitägiges Stipendiatentreffen des Deutschen Akademischen Austauschdienstes(DAAD) an der Universität Potsdam. 420 Teilnehmer aus 90 Ländern beteiligten sich daran. Robert Mailbeck führte für die PUTZ im Anschluß an das Treffen mit Dr. Regina Neum, Leiterin des Uni-Auslandsamtes, und Olga Mokrowa, Austauschstudentin aus Kasachstan, das folgende Gespräch.
PUTZ: Weshalb fand diese Tagung gerade in Potsdam statt?
Neum: Der DAAD richtet jährlich vier Zusammenkünfte an jeweils verschiedenen Universitäten aus. Damit wird versucht den internationalen Studierenden, die vielfältige Universitätslandschaft in Deutschland näherzubringen. Potsdam war das zweite Mal Ausrichter des Stipendiatentreffens. 1991 trafen sich hier alle Stipendiaten aus dem Gebiet der ehemaligen DDR. Ich meine, daß die Entscheidung für die Reputation der Universität und das Flair der Stadt spricht. Zusammen mit ihren Angehörigen und Betreuern kamen diesmal fast 700 Teilnehmer. Das ist die vermutlich bisher größte internationale Zusammenkunft an der Universität Potsdam gewesen. PUTZ: Worin bestand das Ziel dieses Treffens? Neum: Das Anliegen, das der DAAD mit den Tagungen verfolgt, ist das bessere Kennenlernen der Organisation durch die Stipendiaten. Dies soll durch das persönliche Zusammentreffen mit den zuständigen
DAAD-Mitarbeitern, durch das Knüpfen von Kontakten untereinander und durch den
Austausch von Erfahrungen geschehen. PUTZ: Worin bestand die Spezifik dieses Stipendiatentreffens gegenüber früheren? Mokrowa: In Potsdam stellten diesmal Teilnehmer zum ersten Mal konkrete Projekte über ihre Studieninhalte vor. So wurde mit Musik, Videos, Postern und Vorträgen gearbeitet. Beispielsweise hat eine polnische Studentin das Modell eines rollstuhlfahrergerechten Wohnheimes entworfen und in Potsdam damit bekanntgemacht. Zu den 25 vorgestellten Projekten gehörte auch die Arbeit in der Germanistik von der Potsdamer Stipendiatin Swetlana Anfimowa. Diese Form der Darstellung nahmen die Besucher sehr positiv auf.
PUTZ: Welche Eindrücke hatten Sie als Stipendiatin?
Mokrowa: Ich war überrascht, daß ich so viele Stipendiaten aus Kasachstan traf. Wegen des organisatorischen Aufbaus der DAAD-Referate waren die Gesprächsgruppen leider nach Ländern zusammengesetzt. Trotzdem habe ich auch neue Kontake geschlossen. Gut fand ich, daß ich Verantwortliche aus der Entscheidungsebene des DAAD jetzt näher kennenlernen konnte. Früher hatte ich nur briefliche Kontakte mit ihnen. PUTZ: Wie sind Sie mit Ihren Studienbedingungen in Potsdam zufrieden? Mokrowa: Mit Potsdam bin ich voll einverstanden. Am Anfang war ich ziemlich allein, aber jetzt fühle ich mich hier sehr wohl. Vor allem bin ich sehr zufrieden mit der Betreuung durch das Akademische Auslandsamt der Uni. Die Mitarbeiter unterstützen mich bei allen Fragen wunderbar. Ich habe erfahren, daß das an anderen Universitäten nicht immer so gut klappt.
PUTZ: Vielen Dank für dieses Gespräch.
RR
Sie studieren derzeit mit Stipendien des DAAD an Hochschulen in Brandenburg, Berlin, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein: Gäste des
Stipendiatentreffens an der Uni Potsdam.
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Foto: Fritze
PUTZ 6/98
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